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Anpassungsgrad von 60 auf 15 Prozent gesenkt

Deutsche Bank verbiegt keine Software-Standards mehr

Riem Sarsam war Redakteurin des CIO-Magazins.

Schritt für Schritt zur Objektivität

Man beginnt mit der Betrachtung des Wertbeitrags: Jeder Teilnehmer entscheidet, wie viel Gewicht er den entscheidenden Kriterien beimisst, sei es der Verringerung von operativen Risiken, dem Wegfall bestehender Umwege im Ablauf, der Verbesserung der Datenqualität oder der Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit (siehe Tabelle). Die Auswertung erfolgt ganz demokratisch: Aus dem rechnerischen Durchschnitt aller ergibt sich die endgültig festgelegte Gewichtung.

Hürde eins ist genommen. Jetzt einigt sich die Runde auf das Rating. Im Falle von Delphi reicht die Spanne von - 3 (significantly negative) über 0 (maintains current) bis + 3 (significantly positive). Eine Option mit hohem Sicherheits-Level bekommt beispielsweise ein hohes Rating in puncto Risikoverringerung, aber ein niedriges zur Bedienfreundlichkeit. Die Durchschnittsgewichtung, multipliziert mit dem Mittel aus dem Rating, ergibt die Höhe des Punktestands (Score) für die jeweilige Option - ihr Wertbeitrag ist damit festgelegt.

Decision Engine: Beispiel für eine von IT und Business ermittelte Entscheidung.
Decision Engine: Beispiel für eine von IT und Business ermittelte Entscheidung.

Die Vorgehensweise wiederholt sich nun bei der Frage nach den Kosten. Hier ermitteln die Diskutanten verschiedene Gewichte und Ratings bezüglich laufender und künftiger Belastungen sowie des Aufwands für die Implementierung und Instandhaltung der Optionen - für Business wie für IT. Im Unterschied zur Wertermittlung definiert der zweite Schritt, das Rating, entweder quantitative (konkrete Geldbeträge) oder qualitative Größen (etwa über die Zahl der benötigten Manntage). Sind die Kosten schwer zu ermitteln, hilft eine Relation wie Hoch-Mittel-Niedrig weiter.

Stehen die Ergebnisse, steht auch die Priorisierung der Optionen durch die Decision Engine. In ein Koordinatensystem für Wertbeitrag und Kosten übertragen, lässt sich auf einen Blick die beste Option erkennen.

Entschieden ist damit noch gar nichts. "Wir haben jetzt eine Grundlage dafür geschaffen, nun den letzten Schritt gehen zu können, nämlich die endgültige Entscheidung zu treffen", so Pardatscher. Dazu ist der Projektlenkungsausschuss gefragt. Hier müssen die Vertreter für ihre Sonderwünsche auch vor dem Vorstand eintreten - sie müssen den Business Case vorrechnen sowie die Vorarbeit an der Decision Engine erläutern.

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