Solarstrom-Modell

Deutsche bringen Licht in den Dschungel

08.07.2013

Schroeter hat mit vielen Leuchten experimentiert. Die ersten Prototypen sehen wie Grubenlampen in Bergwerken aus. Heute kommen leuchtend orange-farbene Strahler etwa in Form überdimensionaler Taschenlampen zum Einsatz. Feuchtes Dschungelklima, Regengüsse, Hinfallen - das Gehäuse ist dicht, der Strahler unverwüstlich. "Wunderschön", sagt Keo Noy. Sie hat am Design nichts auszusetzen.

Es gibt andere Solarlampen auf dem Markt. Leuchten, die Interessierte sich selbst kaufen können, für relativ wenig Geld. Allerdings sind die billigen Modelle oft nicht dschungelgeeignet. Kaputte Lampen landen im Abfall. Dann muss Nachschub her.

Sunlabobs Strahler kosten 48 Euro. Das garantiert zwar Unverwüstlichkeit, ist für arme Dörfler aber nicht zu zahlen. Deshalb brauchen die Sunlabob-Projekte eine Initialspende. Im Fall von Ban Nam und sechs umliegenden Dörfern gab die deutschen Botschaft in der Hauptstadt Vientiane 10 000 Euro, für sieben Ladestationen mit je 50 Strahlern. Dafür gehören Aufladestation und Strahler dem Dorf, der einzelne zahlt nur für das Licht. Auch am Geschäftsmodell hat Schroeter lange gebastelt. "Wir wollten zeigen, dass auch mit den Ärmsten nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt werden können."

Keo Noy, die die Familienfinanzen verwaltet, spart durch die Strahler richtig Geld. Das Aufladen ist billiger als früher bei den Kerosinlampen. "Einmal laden kostet 1000 Kip" - umgerechnet keine zehn Cent, sagt einer der Lichtmeister, Nyot Many. Das gibt 55 Stunden Licht. "Früher haben wir Kerosin gekauft, den Liter für 10 000 Kip - das reichte für etwa 13 Stunden."

Keo Noy steckt das eingesparte Geld in die Ernährung ihrer Familie: "Ich kaufe jetzt Fischsoße. Und Geschmacksverstärker." Das weiße Pulver gilt hier als Luxusprodukt. "Ein bisschen Geld lege ich auch zurück, wenn mal jemand krank wird", sagt sie.

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