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Bis 2011 steigende Aktivität erwartet

Deutsche Versicherer noch unsicher in Sachen Outsourcing

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Deutsche Versicherungen investieren wieder stärker in ihre IT, so dass der Markt für Software und IT-Services im vergangenen Jahr ein Plus von 4,7 Prozent verzeichnet hat. Outsourcing-Anbieter sind in dieser Branche allerdings nicht auf der sicheren Seite: Gerade einmal vier Prozent der Auslagerungen entfallen auf diese Sparte - bisher. Die Analysten von PAC (Pierre Audoin Consultants) rechnen in einer neuen Studie mit einem Wachstum beim Outsourcing.
Erwartete Entwicklung im Outsourcing-Segment des deutschen Versicherungssektors.
Erwartete Entwicklung im Outsourcing-Segment des deutschen Versicherungssektors.

"Die deutschen Versicherer scheinen wieder offen zu sein für Investitionen in die Optimierung bestehender IT-Lösungen, dies jedoch zielorientierter", sagt PAC-Analyst Hassan Hosseini. 2006 flossen 1,7 Milliarden Euro in den Markt, im Vorjahr waren es noch 1,62 Milliarden.

Dabei liegt OutsourcingOutsourcing mit einem Plus von 9,8 Prozent vor dem Projektgeschäft (plus 3,6 Prozent) und Standard-Software (plus 1,4 Prozent). Die beachtliche relative Zunahme bei Auslagerungsverträgen darf allerdings nicht über die geringen absoluten Zahlen von 444 Millionen Euro hinwegtäuschen. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Nach den Worten von PAC schließen Versicherer im Vergleich mit anderen Sparten nicht nur weniger, sondern auch meist kleinere Deals ab. Hosseini spricht von einem geringen Reifegrad. Dadurch dürfte sich der ungewöhnlich große Vertrag zwischen Fujitsu Services und AGIS (Allianz Dresdner Informations-Systeme) aus dem Mai 2007 deutlich auswirken: Dabei lagerte die AGIS Desktop-, Netz- und Telekommunikations-Services an Fujitsu aus. Das Abkommen erstreckt sich bis zum Jahr 2012 und enthält ein Volumen von rund 400 Millionen Euro.

Der Analyst geht davon aus, dass Versicherungen ihr Kerngeschäft und strategisch wichtige Anwendungen wie Policenveraltung, Produkt-Management und Außendienst-Systeme ungern aus der Hand geben. Zu groß sei die Angst vor einem möglichen Kontrollverlust. Darüber hinaus sind Versicherungsprozesse oft hochkomplex und die kundenspezifisch ausgelegten Anwendungen lassen sich nur schwer standardisieren. Nicht zuletzt wirken sich gesetzliche Bestimmungen und ein allgemeiner Konservatismus in der Branche hemmend auf das Outsourcing aus.

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