Multiprovider-Management

Die 5 Probleme beim Outsourcing

19.09.2012


Partner IT Sourcing Advisory bei PwC Deutschland.

5 Probleme durch heterogene Anbieter-Landschaften

Damit wären wir beim nächsten Aspekt: Den neuen Herausforderungen, die Umgebungen aus einer Vielzahl von Dienstleistern für alle Seiten mit sich bringen.

1. Gegenseitige Schuldzuweisungen. Ein zentrales Problem ist die Schuldzuweisung der Dienstleister untereinander bei Fehlern oder Ausfällen. Hier ist die Situation mit der eingangs erwähnten Telekommunikationsindustrie der 80er Jahre direkt vergleichbar. So schieben zum Beispiel bei Anwendungsproblemen oft die Betreiber der ServerServer, der Applikation und der NetzwerkeNetzwerke einander die Fehlerursache und damit die Verantwortung für deren Behebung zu. Die Folge: Das Problem wird für längere Zeit nicht gelöst, und der Kunde sitzt hilflos zwischen den Stühlen. Alles zu Netzwerke auf CIO.de Alles zu Server auf CIO.de

2. Provider-Konkurrenz. Wird die - vom Kunden eigentlich angestrebte - Wettbewerbssituation zu stark, zeigt sie ihre Kehrseite: Anstatt zu kooperieren, befinden sich manche Anbieter ständig im Akquise-Modus. Sie wollen anderen etwas wegnehmen, sind mehr darauf ausgerichtet, ihre Mitbewerber zu diskreditieren, als Probleme im Sinne des Kunden gemeinsam zu lösen. Oft unterbleibt die notwendige Kommunikation. So informierte in einem Fall bei einem auftretenden Problem ein Dienstleister zwar den Kunden, nicht aber den anderen Provider, der für den Prozess mitverantwortlich war.

3. Unübersichtliche Vertragslandschaft. In mehr als 90 Prozent der Fälle werden die ausgelagerten IT-Gewerke noch immer einzeln beauftragt und verwaltet, oft von verschiedenen Auftraggebern im Unternehmen zu verschiedenen Zeiten. Die Folge: Jeder Provider hat seinen eigenen Vertrag, der sich von anderen unterscheidet. So differiert häufig die Abrechnung oder es ist unklar, welche Mengenvereinbarungen gelten. Niemand im Unternehmen hat einen Überblick über die gesamte Vertragslandschaft - und meist fehlt eine Instanz, die die Verträge überprüft, um sie zu standardisieren.

4. Verschiedene Ziele. Die Unübersichtlichkeit wird noch größer, wenn die Auftraggeber mit dem OutsourcingOutsourcing verschiedene Ziele verfolgen. Beispielsweise geht es im Desktop-Bereich darum, Kosten zu sparen - das Rechenzentrum hingegen will mehr Sicherheit und die Applikationsentwicklung wiederum möchte Innovationen vorantreiben. Alles zu Outsourcing auf CIO.de

5. Governance-Wirrwarr. Die fehlende Konsistenz bei Beauftragung und Vertragsgestaltung führt schließlich zu einem entsprechenden Wirrwarr auch bei der Governance. Jeder Provider liefert seine eigene Schnittstelle, bringt seine eigenen Prozesse und -regeln ein und wendet unterschiedliche Reporting-Methoden an. Spätestens wenn ein End-to-End-Reporting nicht möglich ist - also das eigentliche Ziel der IT, die Unterstützung des Gesamtprozesses nicht überprüft werden kann - wird vielen IT-Verantwortlichen klar, dass das Management ihrer Multiprovider-Umgebung wesentlich professioneller werden muss.

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