Deutschland

Die Ausgestoßenen

30.06.2008
Von Christian Rickens und Henrik Müller

Mit anderen Worten: Jemanden wie Daniel Gorin sollte Deutschland nicht verlieren. Bereits als Gymnasiast gründete er seine Firma Phase-6.de, die Lern-Software programmiert und an deutschen Schulen vertreibt. Das Betriebswirtschaftsstudium brach Gorin nach einigen Semestern ab. Obwohl Deutschland der Ausgangspunkt seines Unternehmens war, sah Gorin sich gezwungen, Firmen- und Wohnsitz in die Schweiz zu verlegen: "Das Wachstum meines Unternehmens finanziere ich bislang ausschließlich aus den Gewinnen. Jeder Euro, den ich ans Finanzamt zahle, bremst die Expansion." Und expandieren, das will der 26-Jährige.

Inzwischen besitzt er eine Niederlassung in Kalifornien, möchte von dort den US-Markt für Lern-Software aufrollen. Schnell bemerkte er die Unterschiede, mit denen man ihm diesseits und jenseits des Atlantiks begegnete: "An deutschen Schulen fragen mich die Lehrer schon mal höhnisch, ob ich meine erste Million schon beiseite geschafft hätte."

In Kalifornien hingegen hatte Gorin kaum gesagt, er sei Software-Unternehmer, da fand er sich vor einer Highschool-Klasse wieder, vom Lehrer vorgestellt mit den Worten: "Das ist Daniel, der will mal werden wie Bill Gates. Und wenn ihr groß seid, könnt ihr das auch."

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