IT-Chefs von Schenker, Hilti und Schaeffler

Die CIOs der Zukunft

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.

Vorsicht: Erwartungslücke!

Martin Petry, CIO, Hilti: "Ich wundere mich, dass Sie 40 Prozent zentralisiertes IT-Budget für ausreichend halten."
Martin Petry, CIO, Hilti: "Ich wundere mich, dass Sie 40 Prozent zentralisiertes IT-Budget für ausreichend halten."
Foto: Robert Cardin, San Francisco

Als Konsequenz daraus entsteht das, was vom CIO Executive Council "Expectation Gap" genannt wird, also eine Erwartungslücke, in der der Vorstand gerne strategische Ratschläge bekäme, gleichzeitig seinen CIO aber mit so vielen operativen Aufgaben zumüllt, dass dieser kaum über das Tagesgeschäft hinaus denken kann. "Ja, es ist schon ungerecht, wenn man die Infrastruktur aufrechterhalten muss und gleichzeitig strategisch denken soll", sagt Jun Gao, CIO und Process Officer für Asia Pacific in der Schaeffler Group: "Aber da muss man eben durch."

Gao ist der vierte CIO, der im Hotel Nikko eintrifft. Er ist der Prototyp eines Technikers, der es geschafft hat, sich aus den Tiefen der Infrastruktur und Anwendungen zu einem geschätzten Partner in seinem Unternehmen hochzuarbeiten. Halbfrisch aus Shanghai eingeflogen, lächelt er nur noch müde auf die Frage, wie man aus der Expectation Gap herauskommt: "Glaubwürdig sein", sagt der Chinese.

Sagen übrigens alle. Bei der Frage, wie die Erwartungslücke am besten zu überspringen sei, sind die beliebtesten Antworten in der Befragung des Executive Councils folgende:

  1. als IT-Organisation Glaubwürdigkeit erlangen durch Alignment, Governance und Transparenz;

  2. mehr mit anderen Stakeholdern aus dem Unternehmen kommunizieren;

  3. Mehrwert für das Unternehmen liefern.

Der berühmte Mehrwert schafft es also lediglich auf Platz drei der To-do-Liste, um die Erwartungslücke zu schließen. Viel wichtiger ist Glaubwürdigkeit. Die erreicht ein neuer CIO übrigens nicht, indem er die
Arbeit seines Vorgängers einfach schlechtredet. Hellers Beobachtung, dass CIOs sich seit 20 Jahren darüber beklagen, welch ein Chaos ihre Vorgänger hinterlassen haben, führt lediglich zu einem kollektiven Glaubwürdigkeitsverlust des Berufsstandes. So schlecht wie CIOs reden sonst nur Zahnärzte und Klempner über die Arbeit ihre Vorgänger.

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