IT-Strategietage 2019

Die CIOs von B. Braun, Henkel und Metro über Buzzwords



Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Auf den Hamburger IT-Strategietagen sprachen Henkel CIO Joachim Jäckle, B. Braun Group CIO Gerd Niehage und Timo Salzsieder, CIO der Metro AG, mit Moderator Horst Ellermann über drei aktuelle Buzzwords.
Strategieradar mit Moderator Horst Ellermann (von links), Gerd Niehage, Timo Salzsieder und Joachim Jäckle.
Strategieradar mit Moderator Horst Ellermann (von links), Gerd Niehage, Timo Salzsieder und Joachim Jäckle.
Foto: Foto Vogt

Wie gehen CIOs mit den Buzzwords in ihrer Arbeit um? Nutzen sie die Technologien schon, und wenn ja, in welchen Bereichen? Auch die Teilnehmer der IT-Strategietage konnten per App sagen, was sie von den aktuellen Trends halten (siehe Grafiken).

Künstliche Intelligenz (KI)

"KI, das machen wir", sagte Gerd NiehageGerd Niehage vom Medizintechnikhersteller B. BraunB. Braun aus Melsungen. "Der Gesundheitsmarkt steht unter Kostendruck. Auch wir müssen optimieren. Das ist ein Super-Case für Machine LearningMachine Learning und AnalyticsAnalytics." Das Unternehmen will Live-Daten von den Geräten analysieren, um die Behandlungsformen der Patienten zu verbessern. Top-500-Firmenprofil für B. Braun Melsungen AG Profil von Gerd Niehage im CIO-Netzwerk Alles zu Analytics auf CIO.de Alles zu Machine Learning auf CIO.de

Der MetroMetro CIO Timo Salzsieder hat Probleme mit dem Begriff Künstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz. "Machine Learning setzen wir aber schon flächendeckend ein. Wir sind da gut aufgestellt und denken über wahnsinnig viel nach", sagt er, ohne allzu viel zu verraten. Nur dies: "Nachts fahren RoboterRoboter durch unsere Stores und schauen, ob die Lager leer sind." Top-500-Firmenprofil für Metro Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de Alles zu Roboter auf CIO.de

Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz
Foto: cio.de

HenkelHenkel-CIO Joachim Jäckle sagt: "Wir haben das alles und nutzen KI im Sinne von Machine Learning an vielen Stellen, vor allem im Supply-Chain-Bereich und für Forecasts." Henkel teste aktuell Algorithmen mit dem Ziel der weiteren Automatisierung. Als Anomalie-Erkennung werde Machine Learning in der Steuerabteilung eingesetzt, um Probleme zu erkennen und zu kontrollieren, ob Regularien eingehalten werden. "Es verbessert die Qualität unserer Arbeit." Top-500-Firmenprofil für Henkel AG & Co. KGaA

Henkel-CIO Jäckle plant, die Prozesse im Unternehmen weiter zu automatisieren. "Das ist mehr als Fraud-Detection. Wir wollen Fehler erkennen, sehen ob Formulare nicht so ausgefüllt wurden, wie es sein muss", sagt Jäckle.

Robotic Process Automation (RPA)

Durch RPA könne man den Fachbereich aufräumen und Disziplin in die Organisation hineinbringen, ohne Geschwindigkeit herauszunehmen, sagt B. Braun Group CIO Niehage.

Robotic Process Automation
Robotic Process Automation
Foto: cio.de

Im Food-Bereich sei es wahnsinnig schwer mit RPA, sagt Metro-CIO Salzsieder, man sei dort sehr manuell unterwegs. Ab und zu setze man RPA als Bilderkennung im Checkout-Prozess ein, um Produkte automatisch zu identifizieren.

Die wahren Kosten billiger Toner-Kartuschen

Henkel hingegen nutze Automatisierungssoftware "sehr stark". "Wir haben mehrere Hundert Bots im Einsatz", so Jäckle. Es sei aber immer die Frage, wann man in RPA investiere und wann es mehr Sinn ergebe, weiter zu standardisieren. Denn das nötige Standardisierungslevel sei sehr hoch, "mehr als bei SAPSAP", sagt Jäckle. Henkel habe ein eigenes Framework dafür. Und auch wenn man ein Jahr Anlaufzeit brauchte, sei er mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Alles zu SAP auf CIO.de

Gibt es neue Partner, will Horst EllermannHorst Ellermann wissen. Bei Henkel "nutzen wir Partner, mit denen wir auch sonst arbeiten". Metro prüft die Partner-Frage auf jährlicher Basis, und Bei B. Braun kommen neue Partner durch die Fachbereiche hinzu. Profil von Horst Ellermann im CIO-Netzwerk

Augmented Reality (AR) und/oder Virtual Reality (VR)

Bei diesem Buzzword sind sich die CIOs einig: Für Augmented RealityAugmented Reality (AR) gibt es mehr Anwendungsfälle als für Virtual RealityVirtual Reality (VR). Jäckle sagt: "Wir können damit Dinge transparenter machen. Da wir auch technische Lösungen verkaufen, können wir zeigen, wie sie funktionieren. Einen Game Changer sehe ich aber noch nicht." Alles zu Augmented Reality auf CIO.de Alles zu Virtual Reality auf CIO.de

Virtual / Mixed / Augmented Reality
Virtual / Mixed / Augmented Reality
Foto: cio.de

Bei Metro laufen Tests über eine Kunden-App, mit der die Kunden Produkte abfotografieren können. Sie bekommen in der App Zusatzinformationen eingeblendet. Das stehe aber noch ganz am Anfang. In Asien sei VR aber schon jetzt ein sehr spannendes Thema.

Niehage meint: "In der Medizintechnik hat VR einen großen Impact. Wir fangen an, mit VR Implantate für den Rücken einzusetzen, da muss man sehr genau arbeiten." Vielleicht komme in 15 Jahren GoogleGoogle Glas zurück, dann arbeite der Nachwuchs nicht mehr mit der Tastatur - oder er steuere dann Software mittels Gedanken. Alles zu Google auf CIO.de

Quantencomputer

Quantencomputer
Quantencomputer
Foto: cio.de

Beim Thema Quantencomputer schlussendlich wurde die Dreierrunde wortkarg. "Wir haben dafür keinen Usecase, sagt CIO Niehage. "Hier geht es um Performance, die Technik A oder B ist uns schnuppe. Wenn es da ist, nehmen wir es gerne", gab sich Salzsieder von Metro pragmatisch. Und Jäckle von Henkel sagte nur: "Dem habe ich nichts hinzuzufügen."

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