Du bist, was du fährst

Die Dienstwagen der IT-Manager 2015

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 20 Jahren. Langweilig? Nein, sie entdeckt immer neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und im eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisiert.
Deutsch, groß, teuer. Betrachtet man die Parade der beliebtesten Firmenwagen in der IT, stimmt der Spruch auch in diesem Jahr.
BMW 5er Touring: Groß und deutsch muss der Dienstwagen sein.
BMW 5er Touring: Groß und deutsch muss der Dienstwagen sein.
Foto: Rene Schmöl

Flache Hierarchien propagieren viele IT-Unternehment, schließlich will man begehrte IT-Fachkräfte mit modernen Unternehmensstrukturen locken. Doch diese stoßen beim Thema DienstwagenDienstwagen immer noch schnell an Grenzen. Hier gilt nach wie vor die Regel: Wer einen Geschäftswagen bekommt, hat es geschafft - oder arbeitet im Außendienst. Je größer das Auto, desto größer sind Macht und Einfluss im Unternehmen. Alles zu Dienstwagen auf CIO.de

Auf was die Bosse abfahren

In ihrem jährlichen Gehaltsvergleich erfasst die Unternehmensberatung Interconsult auch die beliebtesten Firmenwagen in der Hightech-Industrie: Die Auswertung der gut 10.000 Positionen in 129 Unternehmen ergab, dass den Bossen bei der Wahl ihres Firmenwagens zwei Dinge wichtig sind: Groß und deutsch muss er sein. Demnach fahren die Geschäftsführer der IT- und Elektronikhersteller am liebsten vor mit der E-Klasse von Mercedes, einem 5er BMWBMW, und einem AudiAudi A6 vor. Luxuslimousinen wie Audi A8 oder die Mercedes S-Klasse sind nur eine Randerscheinung. Die Gesamtvertriebsleiter sind am häufigsten mit einem 5er BMW, einem Mercedes der C-Klasse oder einem 3er BMW unterwegs. Top-500-Firmenprofil für Audi Top-500-Firmenprofil für BMW

Bei Vertrieblern ohne Leitungsfunktion sind dagegen der 5er BMW und die E-Klasse von Mercedes kaum beziehungsweise gar nicht zu finden. Sie fahren Audi A4 oder VWVW Passat. Beide Fahrzeugmodelle gehören auch zu den Top 3 der Firmenwagen der Regionalverkaufsleiter. Deren am häufig genutztes Auto ist aber der 3er BMW. Top-500-Firmenprofil für VW

Arbeitsplatz Auto

Während für Manager ein Dienstwagen Statussymbol ist, ist er für andere Berufsgruppen Arbeitsplatz. Serviceingenieure und Kundendienstleiter sind darum auch häufig mit Kombis unterwegs, die im oberen Management verpönt sind. Mehr als jeder Vierte von ihnen fährt einen VW Passat oder Golf-Kombi. Weniger beliebt ist dagegen der Ford-Modelle Mondeo und Focus: Nur vier Prozent der Field Application Ingenieure fahren den Mondeo, ähnlich niedrig liegt der Prozentsatz der Serviceingenieure, die sich für einen FordFord Focus entschieden haben. Top-500-Firmenprofil für Ford

Laut dem Gehaltsvergleich von Interconsult bieten Firmen auch verstärkt eine Alternative zum Dienstwagen an: Statt Auto erhalten die Mitarbeiter Geld, und zwar zwischen 7.212 und 12.222 Euro im Jahr - als Kompensation. Dienstfahrten werden dabei anhand der steuerlichen Regelung zusätzlich vergütet. Mit dem Modell können die Firmen sparen, und für so manchen Mitarbeiter zahlt sich die Cash-Variante mehr aus als ein Dienstwagen.

Was der Firmenwagen kostet

Die private Nutzung eines Firmenwagens hat der Mitarbeiter als geldwerten Vorteil durch den Arbeitgeber zusammen mit dem GehaltGehalt zu versteuern. Die Höhe des geldwerten Vorteils errechnet sich Alles zu Gehalt auf CIO.de

  • entweder anhand der anteiligen tatsächlichen Kosten, wobei die privaten Kosten beziehungsweise Fahrten in einem Fahrtenbuch nachzuweisen sind,

  • oder aus der Summe von ein Prozent des Listenpreises des Fahrzeuges und des pauschalen Nutzungswertes von 0,03 Prozent je Entfernungskilometer: Beispiel: Kostet das Fahrzeug 23.270 Euro und fährt man 30 Kilometer zur Arbeit, ist ein geldwerter Vorteil von monatlich 440,80 Euro zu versteuern.

Die erste Variante (mit Fahrtenbuch) kann sich vor allem dann lohnen, wenn es sich um einen sehr teuren Firmenwagen handelt und das Fahrzeug privat kaum genutzt wird. Darum rät der Bund der Steuerzahler dazu, ein Fahrtenbuch zu führen. Bei einem teuren Wagen könne man einige Hundert Euro im Jahr Steuern sparen.

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