Healthcare IT


IT-Manager wetten

Die digitale Klinik kommt

17.07.2017
Von Dr. Kurt Kruber
Dr. Kurt Kruber, Leiter MIT (Medizintechnik und IT) am Klinikum der Universität München, wettet, dass die ersten drei volldigitalisierten Kliniken in Deutschland bereits in fünf Jahren existieren.
Autor Dr. Kurt Kruber, Leiter MIT (Medizintechnik und IT) am Klinikum der Universität München
Autor Dr. Kurt Kruber, Leiter MIT (Medizintechnik und IT) am Klinikum der Universität München
Foto: Uniklinik Muenchen

Derzeit werden in den deutschen Kliniken und vor allem in den 33 Universitäts­kliniken unfassbar viele Daten von Pa­tienten erhoben. Gleichzeitig sorgen DatenschutzDatenschutz und umfassende Sicherheitsrichtlinien richtigerweise dafür, dass Daten nur in ausgewählten Bereichen übergreifend auswertbar zur Verfügung stehen. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Herausforderung Datenschutz

Warum betone ich "richtigerweise"? Die Persönlichkeitsrechte in Deutschland sind ein hohes zu schützendes Gut, und der Datenschutz gehört seit über 2000 Jahren dazu, unterliegen doch die Ärzte ihrer Schweigepflicht. Damit haben die Patienten das Recht an allen klinikerfassten und objektivierbaren Daten. Die 2016 beschlossene und voraussichtlich 2018 in Kraft tretende EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) wird den Nutzern künftig einfacheren Zugang zu ihren Daten geben, so dass weitere Transparenz geschaffen wird.

Jeder Patient soll damit den Datenfluss und die Datenverarbeitung erkennen können, außerdem kann er das Recht auf Vergessen in Anspruch nehmen. Im gesamten Gesundheitswesen wird damit zumindest theoretisch die Forschung erleichtert, sofern sich Bundes- und Landesregierungen nicht entscheiden, hier Einschränkungen vorzunehmen.

Heute steht den Kliniken und der Forschung oftmals noch keine ausreichende Datenbasis zur Verfügung, um beispielsweise seltene Erkrankungen zu erforschen oder umfassende Krankheitsbilder von Patienten zu erfassen. Hintergrund ist, dass die Betroffenen in verschiedenen Kliniken oder auch außerhalb eines Krankenhauses in Behandlung waren. Die elektronische Patientenakte dürfte diese Situation signifikant verbessern. Sie optimiert den mobilen Zugriff, die medizinische und administrative Zusammenarbeit, die Datensicherheit und, im Rahmen des Handlings der Management-Informations-Systeme, die Voraussetzungen für ausgefei­lte Big-Data-Analysen.

Aus Forschungssicht kann man unter anderem die sogenannten Medizininformatik-Initiativen in Verbindung mit (Doppel-)Pseudonymisierung sowie deren Anwendung aus landes- und bundesweiten Netzwerken, telemedizinischen Anwendungen und den damit verbundenen großen Datenmengen als Signale der DigitalisierungDigitalisierung wahrnehmen. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

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Foto: cio.de

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