Projekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Die digitale Kompetenz von Mitarbeitern entwickeln

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Neue Arbeitsweisen und das Einrichten von Experimentierräumen, um die Digitalisierung aktiv zu gestalten sind ehrgeizige Ziele des Projekts des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), das bis November 2020 läuft.

Das BMAS und die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) verfolgen das Ziel "innovative Projekte für eine zukunftsgerechte Gestaltung der ArbeitsweltArbeitswelt in einer vernetzten, digitalen und flexiblen Welt" zu fördern, wie es André Große-Jäger vom Arbeitsministerium formuliert. Weiter heißt es in einem Papier des Ministeriums zu den Projekten, dass Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gemeinsam "kreative Ideen entwickeln und ausprobieren" sollen, um die Potenziale des technologischen Wandels zu nutzen. Alles zu Personalführung auf CIO.de

Ein Schwerpunkt des BMAS-Vorhaben ist die "Entwicklung und Pilotierung KI-basierter Kompetenzassistenzsysteme (KAS) für die Arbeitswelt von morgen", so Große-Jäger. Es solle also darum gehen, "Kompetenzen zu entwickeln und diese richtig zu nutzen". Die ersten Projektpartner sind das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Unternehmen SAP, TÜV Rheinland und B.Braun sowie das Karlsruher Startup Campusjäger.

Die Entwicklung und Pilotierung zukünftiger KI-basierter Kompetenzassistenzsysteme (KAS) ist ein Schwerpunkt des BMAS-Vorhabens, meint Andre Große-Jäger vom Arbeitsministerium.
Die Entwicklung und Pilotierung zukünftiger KI-basierter Kompetenzassistenzsysteme (KAS) ist ein Schwerpunkt des BMAS-Vorhabens, meint Andre Große-Jäger vom Arbeitsministerium.
Foto: BAMS

Einer der Initiatoren des Projektes, der Karlsruher Professor Alexander Mädche, ist davon überzeugt, dass die fortschreitende Digitalisierung neue Ansätze für die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter benötigt. Arbeitgeber seien gefordert, eben diesen Know-how-Erwerb zu fördern. Voraussetzung sei allerdings, dass "moderne Bildungsformate und dazugehörige Informationssysteme" Firmen bei diesen Herausforderungen unterstützten - eben zum Beispiel Kompetenz-Assistenzsysteme auf KI-Basis.

Laut Mädche nehmen diese KI-basierten Systeme "die Umgebung wahr, sammeln und interpretieren Daten, verarbeiten und erzeugen Wissen und adaptieren ihr Verhalten". Für ihn ist das klassische Kompetenzmanagement passend, wonach eine Organisation top-down plant, klassische Formen der Weiterbildung anbietet und eine definierte Menge von Kompetenzen bei den Mitarbeitern etablieren will. Sein KAS-Modell dagegen werde situativ den Mitarbeitern bereitgestellt, passe sich an die "individuellen Kompetenzbedürfnisse" an und ist eingebettet in den täglichen Arbeitsablauf.

In einem ersten Teilprojekt arbeitet das KIT mit dem Startup Campusjäger zusammen, in dem es um die Evaluierung personaler Kompetenzen geht. Professor Mädche hat ein KI-unterstütztes System entwickelt, das Phasen hoher Konzentration in Echtzeit bei Mitarbeitern erkennt, mit dem Ziel diesen sogenannten Flow-Zustand festzustellen und darauf aufbauen personale Kompetenzen (beispielsweise Empathie oder Lese- und Lernkompetenz) aufzubauen.

Im zweiten Teilprojekt arbeiten der TÜV Rheinland und die B.Braun-Tochter Aesculap zusammen. Hier geht es um die Erstellung von Qualifizierungsmaßnahmen sowie das Bereitstellen von Lerninhalten mit dem Ziel, den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden. Schließlich möchten SAP und B.Braun im dritten Teilprojekt mit Hilfe von Kompetenzassistenz-Systemen die Kompetenzen der Mitarbeiter evaluieren, um so Empfehlungen für passgenaue Lerninhalte zu entwickeln.

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