Strategien


SAP S/4HANA im Anmarsch

Die Digitalisierungsstrategie von Brose

Die Basis für die Digitalisierung beim Automobilzulieferer Brose ist gelegt. Gruppenweit gibt es ein zentrales SAP-System und einheitliche Prozesse. Schon seit Langem leben IT und Fachbereiche einen intensiven Mitarbeiteraustausch. IT ist zum Kernthema des Business geworden. Heute laufen mehr als 80 Digitalisierungsprojekte.
  • Rund 30 Prozent der Mitarbeiter aus der IT-Abteilung kommen aus den Fachbereichen
  • Für die weltweit 60 Standorte gibt es zentrales SAP-System mit zentralen Prozessen. Die Basisarbeiten für die Digitalisierung sind abgeschlossen.
  • Weltweite Prozessänderungen können jetzt fast auf Knopfdruck durchgeführt werden.
  • Im Digitalisierungsboard wird nach klaren Regeln und Kriterien über Digitalprojekte entschieden.
Christian Ley, CIO bei Brose: "Wir müssen raus aus der Situation, dass wir über verschiedene Buzzwords mit gefährlichem Halbwissen diskutieren."
Christian Ley, CIO bei Brose: "Wir müssen raus aus der Situation, dass wir über verschiedene Buzzwords mit gefährlichem Halbwissen diskutieren."

Die Frachtlogistik war für CIO Christian LeyChristian Ley ein Anreiz zu zeigen, was die IT alles leisten kann. Gebietsspediteure und externe Dienstleister hatten Lieferungen unter Kontrolle, so dass der AutomobilzuliefererAutomobilzulieferer mit Hauptsitz in Coburg wenig Einfluss auf die Steuerung hatte. Durchgängige Prozesse gab es nicht. Profil von Christian Ley im CIO-Netzwerk Top-Firmen der Branche Automobil

Das änderte sich dann im Lauf dieses Jahres, nachdem die IT ein neues Transport-Management-System entwickelte und im Konzern implementierte. Weil das Fracht-Management nun einmal eng mit den Geschäftsprozessen zusammenhängt, hat es eine kritische Bedeutung für das Business. Also musste das Projekt schnell, aber mit größter Sorgfalt zum Abschluss gebracht werden.

Dass die Entwicklung und Einführung binnen elf Monaten gelang, lag an Mut, Engagement und besten Voraussetzungen. Denn die notwendigen Basisarbeiten der IT waren abgeschlossen, das ERP-System vereinheitlicht, eine HANA-Plattform verfügbar und die Prozesskompetenz in der IT ausgeprägt. "Bei diesem Projekt haben wir gemerkt, wie wichtig es ist, dass unser ERP-System an allen Standorten gleich funktioniert und mit den gleichen Stammdaten arbeitet", sagt der CIO.

Für eine extrem schnelle Umsetzung war es für Ley zudem entscheidend, konsequent auf agileagile Methoden wie ScrumScrum und Design ThinkingDesign Thinking zu setzen. Dass ein junger IT-Projektleiter dieses wichtigen Vorhabens schon nach kurzer Zeit im Unternehmen eine große Verantwortung und viel Gestaltungsfreiraum bekam, ist bei BroseBrose keine Seltenheit. Top-500-Firmenprofil für Brose Alles zu Agile auf CIO.de Alles zu Design Thinking auf CIO.de Alles zu Scrum auf CIO.de

Inzwischen managt Brose mit der Lösung rund 300 Lieferanten in Europa selbst. Ab Januar 2018 will das Unternehmen alle Standorte in der EU versorgen und rund 400 Lieferanten in Eigenregie steuern. Das Ergebnis: Die Kosten pro Frachtauftrag sinken, und Brose kann die Logistik auch in Zukunft komplett eigenständig optimieren.

Für SAP S/4HANA gut vorbereitet

Ende der 1990er Jahre hatte der Hersteller von mecha­tronischen Systemen für Türen, Sitze und Elektromotoren damit begonnen, SAP konzernweit einzuführen. Die ERP-Lösung ist das Trägerschiff des Unternehmens, darauf läuft fast alles: Produktionssteuerung, Vertrieb, Materialwirtschaft, Einkauf, Qualität, Änderungswesen, Rechnungswesen und HR. Rund 500 Prozesse deckt das System im Konzern ab.

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"An allen 60 Standorten weltweit gibt es nur ein SAP-System, wodurch wir wenige Schnittstellen haben und weltweit eine Fachsprache sprechen", sagt Ley. Technologisch ist das System zudem fit: Für die anstehende S/4HANA-Umstellung ließ Ley das System einem Benchmark unterziehen. Das System zeigte Bestnoten und wurde auf Platz eins von 300 Installationen eingestuft.

Aber auch Video- und Telefonsysteme sowie das Windows-Umfeld hat die IT zentralisiert. Gemeinsame Strukturen, Daten und Prozesse laufen innerhalb einer einheitlichen IT-Architektur. "Diese Vereinheitlichung der Systeme war eine Voraussetzung für die DigitalisierungDigitalisierung, die nun geschaffen ist", bilanziert Ley. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Jetzt habe Brose ganz neue Möglichkeiten, die Geschwindigkeit zu erhöhen und die Komplexität einzudämmen. Denn auf Basis der einheitlichen Grundlage lassen sich Systeme schneller integrieren. "Wir können eine Prozessänderung weltweit quasi auf Knopfdruck umsetzen", sagt Ley. Dass es funktioniert, habe zuletzt die Einführung des Transport-Management-Systems gezeigt.

SAP kann auch flexibel und agil sein

Doch widerspricht nicht solch ein mächtiges System dem Wunsch, schnell und flexibel agieren zu können? SAP-Systeme stehen ja nicht unbedingt im Ruf, besonders agil zu sein. Für CIO Ley ist das allenfalls ein theoretisches Problem. Es komme darauf an, das Template besonders gut zu durchdenken und zu bauen.

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