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DB Systel schaffte Führungskräfte ab

Die Entwicklung einer agilen Netzwerkorganisation

Andrea König ist PR-Beraterin bei Mann beißt Hund - Agentur für Kommunikation GmbH und freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
DB Systel stellt sich als dezentrale Netzwerkorganisation auf, die Selbstorganisation und Eigenverantwortung fördert und fordert. Die Folge: Führungskräfte benötigt das Unternehmen nicht mehr.
Christa Koenen, CIO der Deutschen Bahn AG und Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Systel GmbH: "Um auf die sich schnell ändernden Kundenbedarfe und Technologien besser und mit der nötigen Geschwindigkeit reagieren zu können, stellen wir uns als dezentrale Netzwerkorganisation auf, die Selbstorganisation und Eigenverantwortung fördert und fordert."
Christa Koenen, CIO der Deutschen Bahn AG und Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Systel GmbH: "Um auf die sich schnell ändernden Kundenbedarfe und Technologien besser und mit der nötigen Geschwindigkeit reagieren zu können, stellen wir uns als dezentrale Netzwerkorganisation auf, die Selbstorganisation und Eigenverantwortung fördert und fordert."
Foto: DB Systel

Die DB Systel GmbH ist der IT-Dienstleister der Deutschen BahnDeutschen Bahn und ihrer Gesellschaften. Der Fokus der DB Systel lag auf der Weiterentwicklung und dem Betrieb von etwa 650 IT-Anwendungen für den Konzern. Das Selbstverständnis, aber auch die Wahrnehmung der DB Systel im Konzern, war nach eigenen Angaben vor einigen Jahren noch die eines klassischen IT-Dienstleisters und IT-Providers. In den Jahren 2014 und 2015 wurde das Unternehmen nicht als Treiber für Innovation oder Enabler für die DigitalisierungDigitalisierung der Deutschen Bahn wahrgenommen. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bahn AG Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Diese Erkenntnis führte dazu, dass die DB Systel in ihrer damaligen Form weitreichende Veränderungen vornahm. Wie genau diese Veränderungen aussehen, zeigt die Bewerbung zum DIGITAL LEADER AWARD 2020. Unter der neuen Geschäftsführung initiierte das Unternehmen ein Strategieprogramm namens "Code Zukunft".

Das Programm stellte beispielsweise die Unternehmensaspekte Portfolio, Geschäftsmodelle, Operating Model, Kommunikation, Internationalisierung und Innovation auf den Prüfstand und führte zu maßgeblichen Veränderungen. Ein wesentliches Ziel der Veränderung war und ist es, die Haltung, Kultur und das Führungsverständnis in der DB Systel zu verändern.

Ebenso sollten die Kultur, Haltung und Handlungen der Mitarbeiter so verändert werden, dass sie Selbstorganisation und Eigenverantwortung leben. Dafür werden Hierarchien aufgelöst und jedem Mitarbeiter Aufgaben einer klassischen Führungskraft übertragen. 5.000 Mitarbeitern und Führungskräften wird im Zuge der Transformation ein neues Rollenmodell vermittelt. Um Geschwindigkeit und Flexibilität zu fördern, löst das Unternehmen zudem die klassische Bereichsstruktur auf und etabliert eine neue agile Netzwerkorganisation aus 550 agilen Teams.

Veränderungsprogramm Bottom-Up

Besonders an der Transformation von DB Systel ist die Art und Weise der Umsetzung des Strategieprogramms. Die elf definierten Handlungsfelder wurden für die gesamte Organisation geöffnet, mit dem Aufruf sich zu beteiligen und die Inhalte und Ergebnisse mitzugestalten. Zu Hochzeiten des Programms waren etwa 600 von damals 3.300 Mitarbeitern im Veränderungsprozess aktiv involviert. Damit setzte der DB-Systel-Weg auf Bottom-Up: Die Mitarbeiter merkten, dass sie bei der Ausrichtung der DB Systel mitentscheiden und etwas bewirken konnten.

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