Diese Fehler sollten Bewerber vermeiden

Die gefährlichsten Karrierefallen

Alexandra Mesmer war bis Juli 2021 Redakteurin von Computerwoche und CIO-Magazin.

Die E-Mail-Flut reißt ein, was Briefschreiber über Jahrhunderte aufgebaut haben: die einfachsten Regeln der Höflichkeit. Gruß-, adress- und völlig formlos, so kommen Geschäftsmails daher. Die Anrede - wozu? Die Großschreibung: gespart! Die Rechtschreibung: Kraut und Rüben! Was ein ausformulierter Bewerbungsbrief geworden wäre, behelligt den Empfänger als E-Mail-Sendung im Embryonenstadium des Entwurfs. Und jeder Vorgang, der nicht mindestens zwei Jahre Zeit hat, wird mit einem Ausrufezeichen für hohe Priorität versehen.

Vergessen Sie nie: E-Mails vermitteln Botschaften unübertroffen schnell - auch die Botschaft, dass der Absender keine Manieren hat! Unhöflichkeit bleibt Unhöflichkeit, Fehler bleibt Fehler; ganz egal, ob der Text von einem Boten auf dem Pferd oder einem Draht unter dem Atlantik zugestellt wird. Und wie steht es damit, kleine Schludrigkeiten durch Smilies zu entschuldigen? Keine gute Idee, denn die so genannten Emoticons haben in Geschäftsmails nichts verloren (außer, der Mailpartner verwendet sie seinerseits).

Ständige Erreichbarkeit ist ein Zeichen für hohes Engagement

"Wenn der Chef mich anruft, stehe ich dreißig Sekunden später bei ihm auf der Matte. Er weiß, wie engagiert ich bin."

Gut, Sie sind schnell zur Stelle. Aber daraus lassen sich auch andere Schlüsse ziehen. Zum Beispiel der, dass Sie nicht viel zu tun haben, womöglich den ganzen Tag auf Kommandos des Chefs warten. So wie ein Hund aufs Pfeifen seines Herrchens.

"Ich bitte Sie! Soll ich meinen Chef etwa warten lassen?"

Kann es nicht sein, dass Sie mal in einem wichtigen Meeting sitzen? Oder auf Geschäftsreise sind? Oder einen dringenden Vorgang bearbeiten? Oder einen wichtigen Kunden sprechen? Leistungsträger sind oft beschäftigt. Bei diesen Gelegenheiten erkennt der Chef, was ihm sonst leicht entgeht: wie wichtig Sie für die Firma sind.

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