Home-Office erhöht Druck auf mittleres Management

Die kleinen Chefs fühlen sich überfordert

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Die Anforderungen und auch der Druck auf das mittlere Management sind in Corona-Zeiten gewachsen, so eine aktuelle Umfrage. Kleiner Trost für die Chefs: die Mitarbeiter-Produktivität im Home-Office ist auch gestiegen.
Es scheint, dass es dem mittleren Management langsam reicht, remote zu führen, so das Ergebnis einer aktuellen Kienbaum-Umfrage.
Es scheint, dass es dem mittleren Management langsam reicht, remote zu führen, so das Ergebnis einer aktuellen Kienbaum-Umfrage.
Foto: Ground Picture - shutterstock.com

Die neuen Arbeitsformen Remote und Hybrid Work sind anstrengend, wie die Ergebnisse einer neuen Studie zu Remote Leadership des Kienbaum Institut @ ISM zeigen: Knapp zwei Drittel der befragten 240 Führungskräfte gaben an, dass das Führen aus der Ferne mit einer höheren Arbeitsbelastung einhergeht. Besonders das mittlere Kader fühlt sich stärker überarbeitet und erschöpft.

Dabei sehen sich die Teamleader sowohl von Seiten der Mitarbeitenden, als auch von Seiten des Top-Managements größerem Druck ausgesetzt. Dennoch führt aus Sicht der Führungskräfte kein Weg am neuen Arbeitsmodell vorbei. Denn trotz der höheren Arbeitsbelastung werden Hybrid und Remote Work längerfristig als effizient und positiv bewertet.

Mehr Überstunden im Home-Office

Die Performance und Produktivität ihrer Mitarbeitenden hat sich laut Einschätzung der Führungskräfte tendenziell gesteigert. Dies obwohl die klassischen Instrumente der Performance-Messung weniger häufig von den Vorgesetzten angewendet werden. Tatsächlich arbeiten die Mitarbeitenden im Home-OfficeHome-Office eigenständiger und genießen demnach, gezwungenermaßen, auch mehr Vertrauen durch ihre Chefinnen und Chefs. Alles zu Home Office auf CIO.de

Nach Aussage der befragten Führungskräfte arbeiten die Mitarbeitenden im Home-Office leicht motivierter, sind produktiver und leisten mehr Überstunden. Allerdings wirken die Mitarbeitenden auch erschöpfter, als vor Beginn der Pandemie. Nach Ansicht der Experten des Kienbaum Institut @ ISM ein deutliches Warnzeichen dafür, dass die Mitarbeitenden sich im Home-Office stärker übernehmen.

Firmenkultur leidet unter Remote Work

Als besondere Herausforderung im Alltag wird neben dem Gesundheitsmanagement von den Befragten der Bereich People Management wahrgenommen. Besonders die Bereiche Team Building, Unternehmenskultur und die Bindung der Mitarbeitenden leiden unter Remote Work. Laut Lukas Fastenroth, Akademischer Leiter Consulting im Kienbaum Institut @ ISM, lohnt es sich demnach für Unternehmen, die Unternehmensbindung der Mitarbeitenden zu fördern.

"FührungskräfteFührungskräfte sind maßgeblich dafür verantwortlich, soziale Konnektivität und damit Bindung zu erzeugen. Das bedeutet, sie müssen von den Unternehmen, in Form von unternehmensweiten Reglungen zu hybrider Arbeitsgestaltung, Trainings und Coachings, dabei unterstützt werden, ihren Führungsstil an die hybride Arbeitswelt anzupassen", so der der Akademie-Leiter. Alles zu Führung auf CIO.de

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