Software

Die schlimmsten Patchday-Pannen von Microsoft

Woody Leonhard ist Senior Contributing Editor bei der CW-Schwesterpublikation InfoWorld.
Unerwünschte Patchday-Folgen: Windows bringt ein Update und plötzlich funktioniert IE und Co. nicht mehr. Wir haben Ihnen die größten Patch-Pannen zusammengestellt.
Wir zeigen Ihnen die schlimmsten Pannen im Rahmen des Patchdays von Microsoft .
Wir zeigen Ihnen die schlimmsten Pannen im Rahmen des Patchdays von Microsoft .
Foto: Stokkete - shutterstock.com

Keine Frage: Der regelmäßige Patchday von MicrosoftMicrosoft ist wichtig. Er hat die Sicherheit der Microsoft-Produkte deutlich verbessert. Sie sollten deshalb Windows so eingestellt haben, dass die Updates automatisch installiert werden. Doch ab und zu ging zum Patchday auch mal etwas schief. Die größten Patchday-Pannen stellt dieser Artikel vor. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Bevor wir weiter zurück gehen, hier einige der etwas jüngeren Patchday-Pannen: Das Update-Rollup für VisualStudio 2010-Tools für Office-Laufzeit ließ Rechner einfrieren. Zum Patch-Day im Juni 2014 wiederum stellte Microsoft ein Update für Office 2013 bereit. Das bei etlichen Nutzern prompt dazu führte, dass sie Office 2013 nach der Installation des Updates nicht mehr verwenden konnten. Diese Beispiele zeigen: Nicht immer bringen Patches und Updates von Microsoft mehr Sicherheit. Ganz im Gegenteil: Diese groben Schnitzer machten den Microsoft-Patch, der jeweils am zweiten Dienstag eines Monats stattfindet, für Windows-Nutzer auf der ganzen Welt zur Hölle.

November 2001: Das UPnP-Patch-Debakel

Microsoft führte die automatische Windows-Update-Funktion als eine der großen Vorteile von Windows ME im September 2000 ein. Ein Jahr später wurden wir durch den Patch MS 01-059 , welcher das Windows Universal Plug 'n Play System vor einem Pufferüberlauf schützen sollte, ins Chaos gestürzt.

Microsoft patchte, repatchte und re-repatchte diesen Patch. Das FBI National Infrastructure Protection Centre folgte dieser Sicherheitslücke genau und warnte vor dem Sicherheitsrisiko. Nach einem Update, noch einem Update und einer Warnung, gab Microsoft schließlich bekannt, dass man das Problem behoben habe.

April 2004: Windows 2000 eingefroren

Im April 2004 gab Microsoft eine Menge Patches über sein Auto-Update heraus, von welchen eines (MS 04-014) eine große Anzahl von Windows-2000-Maschinen lahmlegte. Dieser Patch sollte eigentlich ein Problem an der JetJet Database Engine beheben. Top-500-Firmenprofil für JET

Der Datenbank-Bericht 841382 schildert das folgendermaßen:

Es könnte eines der folgenden Symptome auftreten:

• Ihr Computer scheint während des Starts nicht mehr zu antworten.

• Sie können Sie nicht bei Windows anmelden.

• Ihre CPU-Auslastung nähert sich den 100 Prozent.

April 2006: Das IE-Dilemma

Am schwarzen Dienstag im April 2006 brachte Microsoft MS 06-015 heraus, ein Patch für den Internet Explorer. Zum Wochenende erkannten die meisten Windows-Nutzer, die die Auto-Update-Funktion aktiviert hatten, das Unheil. Am Wochenende vor dem "Tax Day" mussten viele Windows-Nutzer feststellen, dass Sie Ihren Dokumenten- und Bilderordner nicht aufrufen konnten, keine Dateien öffnen oder speichern konnten, und "http://" im Internet Explorer eintippen mussten, um diesen vor dem Einfrieren zu bewahren.

Der Grund: Der Patch beschädigte PCs, die ein älteres HP-Scannerprogramm oder einen älteren Nvidia-Grafiktreiber nutzten.

Microsofts Übergangslösung (KB 918165) beinhaltete ein manuelles Verfahren zur Behebung, welches allerdings so anspruchsvoll war, dass nahezu niemand etwas damit anfangen konnte.

April 2006: Der Outlook-Express-Killer

Adressbuch lässt sich nicht öffnen oder Kontakte gehen ganz verloren.
Adressbuch lässt sich nicht öffnen oder Kontakte gehen ganz verloren.
Foto:

Ebenfalls an diesem schwarzen Dienstag veröffentlichte Microsoft MS 06-016, einen Patch für Outlook Express.

Nach der Installation des Patches konnte man nicht mehr das Adressbuch öffnen; einige Benutzer berichteten, sie hätten alle ihre Kontakte verloren andere sagten, das sie weder Mails empfangen noch empfangen.

Wissensdatenbankartikel 917288 zeigt das Behebungsverfahren: Deinstallieren Sie den Patch, Kopieren Sie eine WAB Datei (oder Dateien - es ist kompliziert), löschen Sie unverzüglich die Originaldatei, starten Sie OE und importieren Sie die kopierte WAB-Datei.

April 2006: Windows Genuine Advantage

Ja, drei Fauxpas in einem Monat: Microsoft nutzt das automatische Update auch dafür, um die neue Windows Genuine Advantage-Funktion zu installieren. Diese Version von WGA installierte zudem eine Komponente namens WGA Notification, welche Microsoft Informationen über den betroffenen Computer sendete, ohne es dem Nutzer mitzuteilen oder diesen um Erlaubnis zu fragen. Prompt gab es hierzu Gerichtsverfahren. Manche lästerten, es hätte wohl besser Windows Genuine Spyware heißen sollen.

August 2006: Internet Explorer Patch sorgt für Pufferüberlauf-Lücke

MS 06-042 , das geballte Sicherheits-Update für den Internet Explorer, brachte den IE nicht nur zum Absturz, sondern riss auch noch eine neue Sicherheitslücke auf. Ende August gestand Microsoft einige der Probleme von Ein weiteres Sicherheitsupdate für den IE war ein. Um die Abstürze beim IE 6 zu beenden, gab es eine neue Version von MS 06-042. Im September musste Microsoft den Patch wieder neu auflegen, um die "Long URL Buffer Overflow"-Lücke zu beseitigen.

KB 918899 listet 15 unabhängig identifizierte Probleme bei diesem Patch auf, von Abstürzen über Einfrieren bis zu unerklärlichem Verhalten.

Dezember 2007: Der Internet Explorer stürzt bei Seiten mit vielen Grafiken ab

Seiten mit vielen Grafiken bringen den Internet Explorer zum Absturz.
Seiten mit vielen Grafiken bringen den Internet Explorer zum Absturz.

Ein weiteres Sicherheitsupdate für den IE war MS 07-069, das den IE so umfassend patchte, dass viele Windows-XP-SP2-Nutzer von Abstürzen auf Seiten mit vielen Grafiken berichteten. Wenn Sie die automatischen Updates aktiviert und das einfache Standard-WinXP-SP2 installiert hatten, konnte der Internet Explorer, nachdem der Patch installiert war, nicht mehr die Microsoftseite msn.com, aufrufen.

Wenn Sie dagegen den Patch für IE 7 installiert hatten, konnte es vorkommen, dass Ihre (Drittanbieter) Firewall den IE nicht erkannte. Das Resultat daraus war, dass Sie per IE nicht mehr ins Internet kamen. IE brachte hierzu die wenig hilfreiche Fehlermeldung "Webseite kann nicht angezeigt werden."

Es dauerte Wochen, aber Microsoft erkannte das Problem schließlich an und stellte ein Reparatur-Programm mit KB 946627 zum Download bereit.

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Kommentare zum Artikel

Hans-Jörg

Updates sind Heil und Unheil zugleich! Als Anbieter kann man eigentlich nur verlieren: Wenn alles gut geht, heisst es: Das muss ja so sein. Wenn mal was schief geht, dann ist der Entrüstungssturm da. Wie denn so was sein könne, dass müsse doch vermieden werden. Die ganz Vorlauten wollen sowas sogar bestrafen...

Die Windows Update Machinerie ist unglaublich komplex. Man muss sich nur mal ins Gedächtnis rufen, wieviele unterschiedliche Windows Versionen aktuell noch supportet werden (jeweils in 32 und 64 Bit, teilweise für unterschiedliche Befehlssätze), wieviele unterschiedliche Versionen von Office, Windows Essentials, One Drive - um nur mal drei MS Produkte zu nennen, von nicht MS Applikationen ganz abgesehen - auf Rechnern weltweit laufen und wieviele gigzillionen Hardware-Komponenten Computer befeuern - da geht vergleichsweise wenig schief. Bei MS arbeiten auch nur Menschen. (Und ein Vergleich zu Apple zieht nicht wirklich. Der Apple Konzern hat Hardware und Software unter seiner Fuchtel. Da reden wir um Größenordnungen geringerer Komplexität. Smart ist das schon!! Auf jedne Fall, aber es eignet sich halt nicht für einen Vergleich mit MS.)

Jeder der selbst mal Softwareentwicklung gemacht hat oder dabei war, weiss was das für eine Herausforderung ist!

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