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McKinsey, Boston Consulting Group und Co.

Die Top 10 Unternehmensberatungen in Deutschland

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
McKinsey und die Boston Consulting Group (BCG) gelten als stärkste Wettbewerber unter den Unternehmensberatern in Deutschland. Die Umsätze wuchsen 2018 um zwölf Prozent.
  • Mit einem Umsatz von 600 Millionen Euro und 2.400 Mitarbeitern ist Roland Berger der deutsche Platzhirsch
  • Auf die Frage, in welche Projekte ihre Kunden 2019 investieren, nennen alle Berater Digitalisierung und Internet of Things (IoT)
  • "Die Digitalisierung ist so umfassend, dass wir nicht alle Kompetenzen im eigenen Unternehmen vorhalten können, daher brauchen wir ein gutes Partnerökosystem", erklären 83 Prozent der Befragten

Unternehmensberatungen auf dem deutschen Markt rüsten sich für die Digitalisierung. Sie müssen digitale Prozesse end-to-end denken und umsetzen, schreiben die Consultants von Lünendonk & Hossenfelder in einer aktuellen Marktstudie. Darin werden mehr als 65 Unternehmen analysiert.

Die Consultants von Lünendonk & Hossenfelder listen die deutschen Managementberatungen nach Umsatz und Mitarbeiterzahl auf.
Die Consultants von Lünendonk & Hossenfelder listen die deutschen Managementberatungen nach Umsatz und Mitarbeiterzahl auf.
Foto: Lünendonk & Hossenfelder

Die ConsultantsConsultants unterscheiden dabei zwischen deutschen Managementberatungen und internationalen Beratungen, die auf dem deutschen Markt aktiv sind. Die Deutschen ordnet Lünendonk nach Umsatz , die Internationalen in alphabetischer Reihenfolge. Die Listen sind also nur bedingt vergleichbar. Alles zu Consultant News auf CIO.de

Zunächst zu den deutschen Unternehmensberatern: Mit einem Umsatz von 600 Millionen Euro und 2.400 Mitarbeitern ist Roland Berger der Platzhirsch und fast doppelt so stark wie der Zweitplatzierte Simon-Kucher & Partners (309 Millionen Euro Umsatz, 1.137 Mitarbeiter). Rang drei besetzt Detecon International (216 Millionen Euro Umsatz, 1.365 Mitarbeiter).

Das weitere Feld liegt vergleichsweise dicht beieinander. Die Horváth AG hält mit 209 Millionen Euro Umsatz und 843 Mitarbeitern den vierten Platz, gefolgt von Q Perior (195 Millionen Euro Umsatz, 637 Mitarbeiter) und Zeb.rolfes.schierenbeck.associates (193 Millionen Euro Umsatz, 911 Mitarbeiter) sowie der Porsche Consulting Gruppe (173 Millionen Euro Umsatz, 580 Mitarbeiter). Abgeschlossen werden die Top Ten durch die KPS AG (172 Millionen Euro Umsatz, 591 Mitarbeiter), die D-fine GmbH (145 Millionen Euro Umsatz, 862 Mitarbeiter) und die Goetzpartners Group (119 Millionen Euro Umsatz, 361 Mitarbeiter). Lünendonk hat die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen teilweise geschätzt und bezieht sich auf 2018.

Der Gesamtmarkt beläuft sich auf knapp 34 Milliarden Euro

Hinzu kommen auf der zweiten Lünendonk-Liste 18 international tätige Beraterfirmen, die auch in Deutschland arbeiten. Zusammengerechnet erwirtschaften alle Player in der Bundesrepublik gut neun Milliarden Euro. Das entspricht einem Marktanteil von 27 Prozent. Bei diesen Angaben bezieht sich Lünendonk auf den Branchenverband BDU, der das Gesamtmarktvolumen auf knapp 34 Milliarden Euro beziffert.

Lünendonk und Hossenfelder ordnen die internationalen Managementberatungen, die in Deutschland aktiv sind, alphabetisch an.
Lünendonk und Hossenfelder ordnen die internationalen Managementberatungen, die in Deutschland aktiv sind, alphabetisch an.
Foto: Lünendonk & Hossenfelder

Im Schnitt verbuchten die Befragten 2018 ein Umsatzplus von zwölf Prozent. Für die kommenden Jahre bis 2021 erwarten sie jeweils ein Wachstum von gut zehn Prozent. Einbußen verzeichneten 2018 lediglich Detecon (minus zwei Prozent) und zeb.rolfes.schierenbeck.associates (minus drei Prozent). Überdurchschnittlich stark legten Porsche Consulting mit knapp 25 und Simon-Kucher mit knapp 23 Prozent zu.

Lünendonk hat die Berater gefragt, wen sie für den stärksten Wettbewerber in Deutschland halten. Die Antworten sind eindeutig: jeweils 62 Prozent nennen die Boston Consulting Group (BCG) und McKinsey. Außerdem gelten Accenture mit 33 und Deloitte mit 29 Prozent der Nennungen als führend.

Auf die Frage, in welche Projekte ihre Kunden 2019 investieren, nennt jeder Einzelne zwei Stichworte: Digitalisierung und Internet of ThingsInternet of Things (IoT). Fast ebenso viele (95 Prozent) nennen auch Big DataBig Data/AnalyticsAnalytics und Effizienzsteigerung. Dementsprechend erklären 86 Prozent der Unternehmensberater, dass digitale Plattformen ihr Geschäft beflügeln. Alles zu Analytics auf CIO.de Alles zu Big Data auf CIO.de Alles zu Internet of Things auf CIO.de

Know-how in IT-Strategie, nicht Umsetzung

Die Befragten wissen, dass sie darauf personell und fachlich reagieren müssen. "Beratungen, die in der Lage sind, Strategie-, Kreativ- und analytisches Know-how aus einer Hand anzubieten, haben zukünftig einen Wettbewerbsvorteil", erklären 85 Prozent. 80 Prozent fügen an, dass mehr Kompetenz im Bereich IT-Strategie unabdingbar sei. Zum Verständnis: hier geht es explizit um IT-Strategie, nicht Implementierung.

In ihrem Arbeitsalltag schlägt sich diese Entwicklung insofern nieder, als die Kunden neue Qualifikationen und Kompetenzen der Berater verlangen. Das gilt in erster Linie (58 Prozent der Nennungen) für Big Data, Data Analytics und Data Science. 42 Prozent beobachten einen steigenden Bedarf an "informationstechnischem Verständnis" und 26 Prozent an agilem ProjektmanagementProjektmanagement wie etwa SCRUMSCRUM und Kanban. Alles zu Projektmanagement auf CIO.de Alles zu Scrum auf CIO.de

Doch die Unternehmensberatungen spüren gleichzeitig einen Mangel an Fachkräften. 90 Prozent betrachten diesen als Wachstumshemmnis Nummer Eins.

Die Aussichten in Automobil und Banken trüben sich ein

Fazit: die Berater werden die neuen Kundenanforderungen nicht allein erfüllen können. "Die Digitalisierung ist so umfassend, dass wir nicht alle Kompetenzen im eigenen Unternehmen vorhalten können, daher brauchen wir ein gutes Partnerökosystem", erklären 83 Prozent der Befragten. Ein solcher Zusammenschluss sei nötig, um integrierte Beratung und Umsetzung end-to-end anbieten zu können, ergänzen 81 Prozent.

Lünendonk fügt an, dass sich die Aussichten in wichtigen Branchen wie Automobil und Banken derzeit eintrübten. Doch der Transformationsbedarf wegen der Digitalisierung sei so groß, dass die Beratungen weiterhin mit hoher Nachfrage rechnen könnten.

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