Consultant-News


Roland Berger, Detecon und Co.

Die Top 15 Unternehmensberatungen in Deutschland

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Im Jahr 2020 büßten die größten deutschen Management-Berater im Schnitt sechs Prozent Umsatz ein. Das ist der erste Rückgang seit zehn Jahren. Als Ursache gilt die Pandemie.
  • Unangefochtener Spitzenreiter ist Roland Berger (590 Millionen Euro Umsatz)
  • Die Consultants wollen künftig mehr Know-how beim Thema IT-Strategie vorweisen

"Die Covid-19-Pandemie hat nicht nur im Geschäftsjahr 2020 Spuren hinterlassen, sondern deren Auswirkungen werden das Consulting Business auch in den kommenden Jahren prägen." So kommentiert Jörg Hossenfelder vom Marktforscher Lünendonk & Hossenfelder die Entwicklung bei Roland Berger und Co. Das Unternehmen listet die größten deutschen Management-Berater nach Umsatz und Mitarbeiterzahl auf. Aktuell mussten diese einen Umsatzrückgang von durchschnittlich sechs Prozent hinnehmen. Vorangegangen waren zehn Jahre Wachstum.

Im Ranking der größten deutschen Unternehmensberatungen hat Roland Berger klar die Nase vorn.
Im Ranking der größten deutschen Unternehmensberatungen hat Roland Berger klar die Nase vorn.
Foto: Lünendonk & Hossenfelder

In Zahlen stellt sich das dar wie folgt: Spitzenreiter ist mit einem Erlös von 590 Millionen Euro Roland Berger. Im Vorjahr hatten die Münchner noch 642 Millionen umgesetzt. Mit deutlichem Abstand nimmt Simon-Kucher & Partners den zweiten Platz ein: Der Berater aus Bonn erwirtschaftete knapp 362 Millionen Euro und konnte damit gegen den Trend wachsen: im Vorjahr waren es 358 Euro. Ein positives Ergebnis verzeichnet auch der Drittplatzierte: Q Perior aus München erlöste 225 Millionen Euro Umsatz nach 214 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019.

Anders die Horvath AG. Nach 211 Millionen Euro Umsatz kommen die Stuttgarter jetzt auf 196 Millionen, was Rang vier entspricht. Auf Platz fünf befindet sich Detecon International. Auch die Kölner sind unter die Marke von 200 Millionen Euro gerutscht. Hatten sie 2019 noch 201 Millionen umgesetzt, sind es jetzt knapp 194 Millionen. Größer ist der Verlust von Porsche Consulting: Nach 203 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr erlösten die Berater aus Bietigheim-Bissingen nun 184 Millionen Euro und liegen damit auf Rang sechs. Ein Plus wiederum verzeichnet der Siebtplatzierte Zeb.rolfes.schierenbeck. Nach 174 Millionen Euro verbuchen die Münsteraner jetzt 177 Millionen.

Erhebliche Größenunterschiede zwischen den Top 15

Im unteren Feld der Top Ten liegt D-fine mit 170 Millionen Euro auf Rang acht. Damit entziehen sich auch die Consultants aus Frankfurt am Main dem negativen Trend, denn 2019 erwirtschafteten sie 158 Millionen Euro. Es folgt die KPS AG aus Unterföhring. Deren aktueller Umsatz von 166 Millionen Euro konnte nicht an das Vorjahr - 180 Millionen - anknüpfen. Goetzpartners schließt die Top Ten ab. Die Münchner erlösten 125 Millionen Euro und schnitten damit stärker ab als 2019 mit 119 Millionen Euro.

Lünendonk und Hossenfelder führen in ihrer Liste fünf weitere Beraterfirmen auf, von denen jedoch keine die Hundertmillionen-Marke erreicht. Es handelt sich um 4flow aus Berlin (70 Millionen/78 Millionen Euro Umsatz), H&z aus München (62 Millionen/85 Millionen Euro Umsatz), Staufen aus Köngen (51 Millionen/69 Millionen Euro Umsatz) sowie Cassini Consulting aus Düsseldorf (knapp 49 Millionen/41 Millionen Euro Umsatz) und Ingenics aus Ulm (43 Millionen/63 Millionen Euro Umsatz).

Im Gesamtblick zeigen sich die Größenunterschiede der Top 15. Platzhirsch Roland Berger führte das Feld auch in der Vorjahresliste an und verzeichnet mit 590 Millionen einen fast vierzehnfach höheren Umsatz als Ingenics mit 43 Millionen. Die Nummer Eins beschäftigt 2.400 Mitarbeiter, diese Zahl ist seit 2019 stabil geblieben. Als letzter der Top 15 baute Ingenics von 515 auf 463 Mitarbeiter ab.

Internatonales Ranking

Neben den deutschen Unternehmensberatungen sieht sich Lünendonk und Hossenfelder auch deren internationale Kollegen an. Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die ihren Hauptsitz sowie die Mehrheit des Grund- und Stammkapitals nicht in Deutschland haben. Sie erzielen in der Bundesrepublik aber "signifikante Umsätze" mit Managementberatungsleistungen, erklären die Marktforscher.

Lünendonk listet die internationalen Beraterfirmen, die in Deutschland tätig sind, nach internationalen Umsätzen auf.
Lünendonk listet die internationalen Beraterfirmen, die in Deutschland tätig sind, nach internationalen Umsätzen auf.
Foto: Lünendonk & Hossenfelder

Die Liste gruppiert diese Beraterfirmen nach deren internationalen Umsätzen und ist mit der Auflistung der deutschen Consultants daher nur bedingt vergleichbar. Die internationalen Umsätze sind in Milliarden Euro ausgewiesen. Demnach stehen Accenture, Deloitte (jeweils rund 21 Milliarden Euro) und PriceWaterhouseCoopers (knapp dreizehn Milliarden Euro) an der Spitze der Top Ten vor EY (ebenfalls knapp dreizehn Milliarden), KPMG (gut zehn Milliarden Euro), McKinsey (neun Milliarden Euro) und Willis Towers Watson (acht Milliarden Euro) im Mittelfeld.

Den Abschluss der zehn Größten bilden die Boston Consulting Group (knapp acht Milliarden Euro), IBM (sieben Milliarden Euro) und Mercer (vier Milliarden Euro). Insgesamt legten die führenden internationalen Beratungskonzerne im Geschäftsjahr 2020 leicht zu. Konkret sprechen die Marktforscher von knapp zwei Prozent Plus. Zum Vergleich: im Vorjahr lag die Steigerung bei acht Prozent.

Nach Beobachtung der Analysten attestieren sich die Unternehmensberatungen selbst Handlungsbedarf. "Die von Lünendonk befragten ConsultantsConsultants sind mehrheitlich der Meinung, dass sie künftig mehr Know-how beim Thema IT-Strategie vorweisen müssen", erklärt Hossenfelder. Er führt aus: "Damit ist nicht die IT-Implementierung gemeint, sondern der übergreifende strategische Ansatz. Darüber hinaus setzen die Beratungen weiter auf die Erweiterung des Leistungsspektrums um Services wie Kreativ-Leistungen sowie Business Analytics." Alles zu Consultant News auf CIO.de

Zur Startseite