Public IT


Jugendliche via Push-Nachricht erreichen

Digitale Post von der Gemeinde – warum eigentlich nicht?

Beate Wöhe leitet als Director Experts Network das IDG Experten-Netzwerk für alle Online-Portale der IDG Business Media GmbH. Sie hat diese Position nach über zehnjähriger Tätigkeit als Redakteurin und leitende Redakteurin des IDG-Titels ChannelPartner im Juli 2014 übernommen. Ihr obliegt die Betreuung der Experten sowie der weitere Ausbau der Community.
Baden-Württemberg will seine jüngsten Bürger in kommunale Entscheidungen einbeziehen. Doch wie erreicht und interessiert man den Nachwuchs? Na klar, mit einer App auf dem Smart­phone.
Matthias Dorn - Geschäftsführer, squadhouse media: Die wichtigsten Impulse für uns kamen von den Städten und Gemeinden selbst. Diese versorgten uns mit Feedback und Impulsen konzeptioneller Art, um die App möglichst perfekt zu entwickeln.
Matthias Dorn - Geschäftsführer, squadhouse media: Die wichtigsten Impulse für uns kamen von den Städten und Gemeinden selbst. Diese versorgten uns mit Feedback und Impulsen konzeptioneller Art, um die App möglichst perfekt zu entwickeln.
Foto: squadhouse media

Paragraf 41a der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg (Stand Dezember 2015) hat es in sich. Demnach müssen die GemeindenGemeinden Verfahren entwickeln, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich an Planungen und Vorhaben zu beteiligen, wenn die ihre Interessen berühren. Alles zu Public IT auf CIO.de

Squadhouse media, eigentlich eine auf Software spezialisierte Werbeagentur, wurde auf diese Verordnung aufmerksam und erkannte das Dilemma, in dem etliche Kommunen stecken: Die Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen ist für eine Stadtverwaltung alles andere als einfach. Die Lösung lag für squadhouse media auf der Hand: Eine App musste her, die Spaß macht und junge Menschen anspricht.

Wer Jugendliche erreichen will, schickt ihnen am besten eine Message auf das Smartphone.
Wer Jugendliche erreichen will, schickt ihnen am besten eine Message auf das Smartphone.
Foto: oneinchpunch - shutterstock.com

Die Städte und Gemeinden zeigten in den vielen nachfolgenden Telefonaten zumindest ein grundsätzliches Interesse. Das genügte der Agentur. Drei der vier Mitarbeiter machten sich von August 2017 bis Februar 2018 an die Programmierung der App. Agil zu entwickeln war für das Unternehmen ohnehin nichts Neues.

Begleitet wurde das Projekt von einer zwölfköpfigen Testgruppe mit Kindern und Jugendlichen im Alter von elf bis 25 Jahren. Im März 2018 ging die App "YOVO" (YOur VOice) dann an den Start. Sie soll Kinder und Jugendliche dort abholen, wo sie zu finden sind - auf ihren IoS- und Android-Smartphones.

Abstimmungen und Umfragen
Abstimmungen und Umfragen
Foto: squadhouse media

Den Kern der App bildet eine Umfragefunktion, über die die Zielgruppe zu einem definierten Thema im Multiple-Choice-Verfahren abstimmen kann. Die so generierten Ergebnisse können dann von der Kommune für die Entscheidungsfindung herangezogen werden. Zusätzlich bietet YOVO den Behörden die Möglichkeit, per Push-Nachricht Informationen zu Veranstaltungen, Neuigkeiten oder auch Warnmeldungen zu versenden. Um nicht Gefahr zu laufen, dass ihre Nachrichten im Spam-Ordner zu landen, hat die Kommune die Möglichkeit, jede Nachricht nur an eine ausgewählte Zielgruppe zu senden.

Die Auswahl kann nach folgenden Kriterien erfolgen:

• Alter,

• Stadtteil,

• Geschlecht.

Ergebnisse von Umfragen
Ergebnisse von Umfragen
Foto: squadhouse media

Diese Daten werden neben einem Benutzernamen und einer E-Mail-Adresse bei der Registrierung abgefragt. Alle Informationen werden laut squadhouse media verschlüsselt gespeichert, so dass auch der Betreiber keinen Zugriff darauf hat.

Direkte Anfragen von Jugendlichen an die Stadt.
Direkte Anfragen von Jugendlichen an die Stadt.
Foto: squadhouse media

Die entscheidende Frage ist aber: Wie erfahren die jungen Bürger eigentlich von der Existenz der YOVO-App? Darauf hat Matthias Dorn, Geschäftsführer bei squadhouse media, eine Antwort: "Die Gemeinden sollten das über ihre bestehenden Kanäle wie Jugendarbeit, Jugendreferat, Schulen, die regionale Presse oder im Jugendtreff kommunizieren."

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