Editorial aus CIO-Magazin 11/12 2017

Digitalisierung hat drei Aspekte

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins.
Die neue November/Dezember-Ausgabe des CIO-Magazins ist erschienen. Welche Schwerpunkt-Themen Sie im aktuellen Heft finden, lesen Sie hier.

Die Wahl ist gelaufen. Alle Parteien haben hier und da das D-Wort benutzt. Bis heute weiß keiner so richtig, was gemeint war. Macht aber nix, das vereinfacht die Koalitionsgespräche. Grüne und FDP könnten jetzt mal gemeinsam darüber nachdenken, wie sich das Land digitalisieren muss - abseits der alten Konfliktlinie links-rechts, an der sich CDU und SPD so gerne abarbeiten. Hier kommen drei Vorschläge aus der Wirtschaft, wie D die Welt besser macht:

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Das neue CIO-Magazin November/Dezember 2017.
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Foto: cio.de

1. Digitalisierung ist der Weg von Mechanik zur Mechatronik. Auf diese Formel dampft Martin HölzMartin Hölz, CIO bei ThyssenkruppThyssenkrupp, das D-Gerede ein. Maschinen werden schlauer und schneller. Durch Embedded-Software entstehen neue Geschäftsfelder, mit denen sich Thyssenkrupp von Wettbewerbern differenziert. Embedded Software entwickelt der Konzern schon seit Jahren, sie steckt in Aufzügen oder Fahrzeugen. Thyssenkrupp hat unter anderem damit seine Pleite abgewendet. Top-500-Firmenprofil für ThyssenKrupp Profil von Martin Hölz im CIO-Netzwerk

2. "Digitalisierung macht Prozesse bes­ser", sagt Markus Warg, IT-Vorstand der Signal-IdunaSignal-Iduna. Wer schon mal einen Schadensfall "analog" abgewickelt hat, weiß, wovon Warg spricht. VersicherungenVersicherungen stehen kurioserweise nie im Rampenlicht, wenn es um D geht. Das wird Warg ändern, indem er bei den nächsten Hamburger IT-Strategietagen im Februar 2018 spricht. Top-500-Firmenprofil für Signal Iduna Gruppe Top-Firmen der Branche Versicherungen

3. "Digitalisierung rückt uns näher an den Kunden", sagt Manfred ImmitzerManfred Immitzer, CIO und CDO der PorschePorsche Holding in Salzburg. Europas größter AutohändlerAutohändler beobachtet seit Jahren, wie sich der Automarkt von einem Händler- zu einem Endkundengeschäft wandelt. D spielt dabei die größte Rolle. Wer versucht, mit Standard-IT die Kundenbeziehung zu verbessern, habe keine guten Karten, sagt Immitzer. Top-500-Firmenprofil für Porsche Profil von Manfred Immitzer im CIO-Netzwerk Top-Firmen der Branche Automobil

Warum ist es gut, wenn auch die Politik das Thema D dreiteilt? Nun, bei den Punkten 2 + 3 ist parteiübergreifend unstrittig, dass wir in der öffentlichen Verwaltung auch Prozesse verschlanken und Kunden besser binden müssen. Bei Punkt 1 wird es schwieriger: Maschinen sind bald so schlau, dass sie einen Teil der menschlichen Arbeit ersetzen werden. Dazu muss uns etwas einfallen, bevor Nationalisten das Thema für sich ausschlachten.

Viel Spaß beim Lesen und Grübeln!

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