Aufwand nicht abzuschätzen

E-Bilanz: Firmen schlecht informiert

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.

Laut Bundesfinanzministerium nehmen die Finanzbehörden die Jahresabschlüsse für das Wirtschaftsjahr 2012 nur noch in elektronischer Form an. Es gibt jedoch eine Übergangs- und Nichtbeanstandungsregelung (§ 5b EStG). Dadurch sind Unternehmen erst für das Wirtschaftsjahr 2013 verpflichtet, die amtlich vorgeschriebenen elektronischen Datensätze an die Finanzbehörden zu schicken.

E-Bilanz per Knopfdruck dauert noch

Die Umstellung auf das elektronische Verfahren zur Übermittlung von Bilanzdaten kostet Firmen nicht nur viel Geld, sondern auch wertvolle Zeit. 30 Arbeitstage und mehr müssen eingeplant werden.
Die Umstellung auf das elektronische Verfahren zur Übermittlung von Bilanzdaten kostet Firmen nicht nur viel Geld, sondern auch wertvolle Zeit. 30 Arbeitstage und mehr müssen eingeplant werden.
Foto: BDO

Das alles sorgt bei den Unternehmen mehr für Verwirrung als für Klarheit. So haben die Finanzbehörden immer noch nicht das angekündigte finale Schreiben mit den wesentlichen Inhalten zur Umsetzung der E-Bilanz veröffentlicht. 85 Prozent der befragten Firmen stufen dieses Dokument als wichtig oder gar sehr wichtig für die weitere Planung ein, denn sie erwarten wesentliche Informationen für die Umstellungsvorbereitungen.

Deshalb wird es noch eine Weile dauern, bis Firmen ihre Bilanzen per Knopfdruck an die Finanzverwaltung schicken können. Bisher tappen die meisten Betrieb auch bei der Frage im Dunkeln, wie viel Zeit sie benötigen, um die E-Bilanz umzusetzen und wie hoch die Kosten dafür sein werden.

Kosten in Millionenhöhe

Sieben Prozent der Studienteilnehmer gehen davon aus, dass die Umstellung mehr als eine Million Euro kosten wird. 22 Prozent schätzen den finanziellen Aufwand auf bis zu 670.000 Euro ein, rund zehn Prozent auf 155.000 Euro. Die Hälfte der Befragten traute sich überhaupt keine Kostenabschätzung zu.

Zum Zeitaufwand wollten knapp 42 Prozent der befragten Unternehmen keinerlei Angaben machen. Von den Betrieben, die sich hierzu äußerten, gehen rund 23 Prozent davon aus, dass die Umstellung mindestens 20 Arbeitstage, wenn nicht sogar 30 Tage und mehr dauern wird.

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