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Eintracht-Fans zahlen mit virtueller Karte

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Anhänger von Eintracht Frankfurt können mit einer virtuellen Debit Card bezahlen, die die Deutsche Bank auch weiteren Kunden anbieten will.
Der Fußballverein Eintracht Frankfurt ist der erste Kunde der "Emotional Wallet", die die Deutschen Bank entwickelt hat.
Der Fußballverein Eintracht Frankfurt ist der erste Kunde der "Emotional Wallet", die die Deutschen Bank entwickelt hat.
Foto: Deutsche Bank

Unter dem Namen "Emotional Wallet" hat die Deutsche BankDeutsche Bank eine digitale BezahllösungBezahllösung für Fans des Fußballvereins Eintracht Frankfurt entwickelt. Nach Darstellung des Geldinstituts kombiniert die Emotional Wallet Funktionen von Debit Card, Credit Card und Co-Branded-Card. Damit stellt das Angebot laut der Bank, die bereits seit 2017 an einem solchen Produkt arbeitet und 2019 eine Ausschreibung des Fußballclubs gewonnen hatte, ein Novum dar. Die Eintracht-Fans umgehen mit der digitalen Bezahllösung Warteschlangen und können beispielsweise Fan-Artikel bargeldlos per App kaufen. Mit dem Projekt nahm die BankBank am Wettbewerb "Digital Leader Award" 2021 teil. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Bank Alles zu Finance IT auf CIO.de Top-Firmen der Branche Banken

Fans können die virtuelle "Mainpay"-Karte innerhalb der Eintracht-App "Mainaqila" beantragen. Anders als bei Konkurrenzprodukten kann der Endanwender die Bezahllösung mit jedem bestehenden Bankkonto als Abbuchungskonto verknüpfen. Er braucht also weder seine bisherige Bankverbindung zu wechseln noch eine neue Bankverbindung einzugehen. Binnen 15 Minuten sind Dateneingabe, Legitimierung und Angabe des Verbuchungskontos für das Beantragen erledigt, so die Deutsche Bank. Die virtuelle Zahlkarte steht in der Apple oder Google Wallet für Online- oder Terminal-Bezahlungen mit Mastercard-Akzeptanz bereit, und zwar weltweit.

Mögliche Use Cases für Automotive, Handel und Reisen

Der Bundesliga-Verein entwickelt über die App Mainaqila als Plattformlösung neue Geschäftsmodelle. Das Geldinstitut will die Emotional Wallet, die Teil von Mainaqila wird, als sogenanntes Whitelabel-Produkt nun auch weiteren Partnern im Business-to-Business-to-Customer-Segment anbieten. Erste Ideen kreisen um die Branchen Automotive, Handel und Reise. Das Argument der Bank: Firmenkunden könnten die digitale Bezahllösung in ihre eigenen Apps integrieren, die sie Endverbrauchern anbieten, und beispielsweise Loyalitätsprogramme oder Marktplätze aufbauen.

"Mit dieser Lösung erweitern wir unser Portfolio an klassischen Bankdienstleistungen wie zum Beispiel Kartenzahlungen um eine softwarebasierte B2B2C-Lösung, die das Kunden-Onboarding sowie die Herausgabe einer digitalen Zahlkarte unter Einhaltung regulatorischer Erfordernisse ermöglicht", sagt Eike Niethus, Deutsche Bank Technology, Data und Innovation. Das Ganze funktioniere wie ein Bezahlsystem "As A Service".

Die Bank folgte bei der Entwicklung des Emotional Wallet einem hybriden Ansatz: das SDK-Team (Software Development Kit) arbeitete agil, die technologische Seite (Kartenprozessor) nach dem Wasserfall-Modell. Vier sogenannte Squads mit den Themen Onboarding, Mobile Payment, Payment und Support bekamen jeweils einen eigenen Product Owner, während das Team aus Vertretern unterschiedlichster Fachbereiche bestand. Ein Chief Product Owner verantwortete das Produkt gegenüber dem Senior Management.

Live-Tests belegen Akzeptanz

Nach gut einem halben Jahr lieferte die Deutsche Bank ein erstes Produkt an Eintracht Frankfurt und bezog deren Änderungswünsche ein. Live-Tests vor Ort im Deutsche Bank-Park zeigten, dass die Fußballfans die Bezahllösung verstehen und anwenden können. Die Mainaqila-App mit der Mainpay-Bezahllösung ist für iOS und Android verfügbar. "Insbesondere die Regulatorik und die Know-Your-Customer-Prozesse führen zu einem Spagat zwischen Nutzen für den Kunden und gesetzlich vorgegebenen Anforderungen, zum Beispiel hinsichtlich der Gestaltung der rechtlichen Teile im Onboarding-Prozess", sagt Niethus. Und zieht das Fazit: "Wir haben erkannt, dass die Kundenakzeptanz und eine herausragende Usability maßgebliche Faktoren für ein erfolgreiches Produkt sind."

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