Expertenanalyse

ERP-Systeme zu langsam für das Business?

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.

Das ERP-Problem

Die meisten ERP-Systeme sind von ihrer Historie her viel zu statisch und zu starr. Service-orientierte Architekturen (SOA) haben dies noch nicht hinreichend gelöst. Anpassungen im Zuge einer Business Transformation fallen den Firmen nach wie vor schwer. "ERP muss zum Technologie- und Innovationshebel werden und darf kein Hinderungsgrund für erforderliche Business Transformationen mehr sein", mahnt Heinen.

Professor Arnold Picot: "ERP-Systeme können nur begrenzt unternehmensübergreifend arbeiten."
Professor Arnold Picot: "ERP-Systeme können nur begrenzt unternehmensübergreifend arbeiten."

Viele ERP-Systeme wurzelten entwicklungsgeschichtlich in der industriellen Welt, erläutert Arnold Picot, Professor und Leiter des Instituts für Information, Organisation und Management an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für andere Bereiche wie Wissens-Management und Dienstleistungen, die für die Wertschöpfung immer wichtiger würden, seien diese Applikationen nur bedingt tauglich. Heute gehe es vor allem darum, Information und Kommunikation innerhalb der Unternehmen, aber auch mit Kunden und Partnern richtig zu steuern. Diese Prozesse seien üblicherweise nicht in den Referenzarchitekturen der ERP-Anbieter hinterlegt. "ERP-Systeme können nur begrenzt unternehmensübergreifend arbeiten", so Picots Fazit. Dabei stellten gerade die Vernetzung mit Kunden und Partnern sowie der damit zusammenhängende Datenaustausch eine der größten IT-Herausforderungen dar, der sich Unternehmen heute stellen müssten.

Doch das sei dem Management oft gar nicht bewusst, warnt FIR-Experte Schoth. "Viele Firmenlenker nehmen gar nicht wahr, wie wichtig ERPERP für ihr Unternehmen ist." Letztlich steuere das ERP-System aber sämtliche grundlegenden Prozesse. Je nachdem, wie effizient die Software die Abläufe unterstützt, funktionieren sie besser oder schlechter. Viele Manager wissen das nicht. Sie sehen laut Schoth ERP als Tool, das einfach funktioniert und genau das macht, was sie wollen. Alles zu ERP auf CIO.de

"Das kann die IT jedoch nicht erfüllen", stellt Schoth klar. IT glänze in der Regel nicht gerade als Innovationstreiber in den Unternehmen. Das liege jedoch nicht am fehlenden Eifer der IT-Abteilungen. Schuld daran sei meist die Komplexität der Systeme. "Es ist nicht trivial, diese miteinander zu verbinden, zu integrieren und zu verändern." Schließlich kostet dieser Aufwand auch Geld - und das war gerade im vergangenen Jahr bei den Finanzchefs kaum locker zu machen.

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