Vizepräsident Valdis Dombrovskis

EU will Regulierung von Kryptowährungen auf Prüfstand stellen

27.02.2018
Die EU-Kommission will prüfen, ob Kryptowährungen auf EU-Ebene schärfer reguliert werden müssen. Das erklärte Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Montag in Brüssel nach einem Gespräch mit Aufsichtsbehörden, Zentralbanken und Marktteilnehmern. Dafür sollen Chancen und Risiken sowie die bisherigen Regeln auf den Prüfstand. Ein Zeitplan wurde nicht genannt.
Die EU-Kommission will über die Chancen und Gefahren von Kryptowährungen diskutieren.
Die EU-Kommission will über die Chancen und Gefahren von Kryptowährungen diskutieren.
Foto: EU-Kommission

Dombrovskis sagte, Spekulation mit Kryptowährungen sei für Verbraucher und Investoren ein erhebliches Risiko. Sie könnten unter Umständen ihr gesamtes investiertes Geld verlieren. Über die Risiken müsse regelmäßig und deutlich aufgeklärt werden. Die wichtigste Kryptowährung Bitcoin war in den vergangenen Wochen extremen Kursschwankungen unterworfen.

Er rief die EU-Mitgliedsstaaten auch dazu auf, die im Dezember novellierte Geldwäsche-Richtlinie der EU rasch umzusetzen. Diese beziehe auch Tauschbörsen für virtuelle Währungen und sogenannte Wallet Provider ein, also elektronische Geldbörsen.

Blockchain-Technologie nicht ausbremsen

Dombrovskis betonte aber auch die Chancen der hinter Kryptowährungen stehenden Blockchain-Technologie für die Finanzmärkte. "Europa muss diese Innovation annehmen", sagte er. Europa habe nur einen kleinen Anteil am globalen Handel mit Kryptowährungen. Darum müsse man mit den G20-Staaten und mit internationalen Normgebern zusammenarbeiten.

Die EU-Kommission erwartet Diskussionen um Kryptowährungen beim Gipfel der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt Ende November in Buenos Airos. Es hänge viel von den Diskussionen auf globaler Ebene ab, sagte Dombrovskis. (dpa/rs)

Zur Startseite