Strategien


Firmen-Management im Vergleich

Familienunternehmen sind Flops

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Zwei Ergebnisse haben die Forscher überrascht. Punkt Eins: In einem Vergleich der Firmenmodelle schneiden Familienunternehmen in Punkto Management fast am schlechtesten ab, drunter sind nur noch öffentlich-rechtliche Firmen. "Wir versuchen noch, dieses Phänomen zu verstehen", schreiben Bloom und Van Reenen.

Punkt Zwei: Politische und gesetzliche Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern scheinen keine besonders große Rolle zu spielen. So zeigt ein Vergleich einheimischer Firmen mit multinationalen Konzernen, dass die internationalen Unternehmen auf jedem Markt deutlich besser abschneiden.

Den schlechtesten Wert erreichen international agierende Firmen in China. Dort kommen sie aber immerhin noch auf eine glatte Drei. Chinesische Unternehmen, die dagegen nur auf dem Heimatmarkt tätig sind, erreichen bloß eine 2,6. Besonders stark ist die Diskrepanz in Griechenland: Multinationale Konzerne erhalten einen Wert von 3,3, während griechische Unternehmen bei 2,4 liegen.

Trotz der ausgefuchsten 18-Punkte-Analyse: Geht es um konkrete Tipps, halten sich die Wissenschaftler bedeckt. Immerhin geben sie den Unternehmen zwei Dinge mit auf den Weg: Bildung ist einer der Dreh- und Angelpunkte für den Unternehmenserfolg, und das bezieht sich nicht nur auf Top-Entscheider, sondern auf die gesamte Belegschaft. Zum Zweiten setzt gutes Management Kommunikation und Information voraus. Eine immer komplexere Arbeitswelt muss der Belegschaft erklärt werden, sonst ziehen die Leute nicht mit.

Analyst der Deutschen Bank zeigt sich skeptisch

Thomas Meyer, Analyst bei Deutsche Bank Research, begrüßt es, dass die Qualität des Managements stärker in den Fokus rückt. An Blooms und Van Reenens Studie hat er dennoch seine Zweifel. "Der hohe Wert für US-Firmen weckt den Verdacht, dass die Autoren vor allem das goutieren, was an US-amerikanischen Business Schools gelehrt wird", sagt Meyer.

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