Trend zu Biometrie ist nicht mehr umkehrbar

Fingerabdruck: IT-Sicherheit mit Tücken

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Außerdem kommt es vor, dass nichtberechtigte Benutzer fälschlicherweise als korrekt identifiziert werden. In Zahlen ausgedrückt liegt die Falschakzeptanzrate "in günstigen Fällen" bei 1: 100.000. Und in zwei Prozent der beobachteten Fälle werden die berechtigten User zurückgewiesen, meist allerdings nur beim ersten Versuch. So rät MicrosoftMicrosoft zum Beispiel vom Online-Banking mittels digitalisiertem Fingerabdruck ab, weil die sensiblen Daten nicht ausreichend geschützt seien. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Mit dem E-Pass kommt auch die Normierung, sagen Experten.
Mit dem E-Pass kommt auch die Normierung, sagen Experten.
Foto: BMI

Dennoch: Der Trend zu biometrischen Verfahren gilt als nicht mehr umkehrbar. Unternehmen, die sich auf diese Weise schützen wollen, müssen derzeit nach den Worten der Analysten mit "prinzipiell hohen" Beschaffungs- und Einrichtungskosten kalkulieren. Dabei liegen allerdings die Ausgaben für die biometrischen Komponenten selbst meist nur bei fünf bis zehn Prozent. Weit höher schlagen die Kosten für neu anzuschaffende Technik, etwa für Leitungen mit Verschlüsselung, und den personellen Aufwand zu Buche. Mäuse mit Fingerabdruck-Scanner sind nach Angaben der Analysten einzeln für 40 Euro zu haben. Die Differenz für ein Notebook mit beziehungsweise ohne einen solchen Scanner liegt zwischen 20 und 100 Euro.

Vorteil: Den Finger lässt man nicht zuhause liegen

Wer sich für die Verfahren entscheidet, muss die Themen Sicherheit und Risiko angemessen kommunizieren. In der Praxis haben manche Mitarbeiter Probleme mit der Hygiene. Denn weil Sensoren bei feuchten Fingern weniger Fehler machen, leckt mancher Angestellte seinen Finger beim Eintritt in die Firma ab.

Die Autoren der Studie nennen jedoch auch einen ganz praktischen Vorteil: Im Gegensatz zur Smart Card kann der Finger schlicht nicht vergessen werden.

Die Normierung von biometrischen Systemen steckt nach Darstellung der Analysten noch in den Kinderschuhen, dürfte aber mit der angekündigten Einführung des E-Passes in Fahrt kommen. Ab März 2007 sollen deutsche Reisepässe zusätzlich zum digitalen Foto, das auf einem Chip gespeichert ist, zwei Fingerabdrücke enthalten.

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