Innovation

Freiraum für glückliche Zufälle

08.10.2013
Von Andreas Zeuch
promovierte in Erwachsenenbildung über das Training professioneller Intuition. Er arbeitet seit dem Jahr 2003 als freiberuflicher Berater, Trainer, Coach und Speaker mit dem Schwerpunkt unternehmerischer Entscheidungen und Managementinnovation. Weiteres zur Person auf www.a-zeuch.de sowie www.crowdintuition.de.

Zweitens brauchen wir Möglichkeitsräume als kulturelles Merkmal zwischen den Akteuren in unseren Unternehmen. Es muss selbstverständlich sein, gedanklich aus der „harten“ Wirklichkeit auszubrechen, um wenigstens für eine gewisse Zeit die individuellen Möglichkeitsräume zu betreten. Dort können wir dann die innovative Kraft träumerischer Leidenschaft freisetzen. Und es bedarf einer entsprechenden Einsicht, dass Zufälle und Fehler einen nicht planbaren Mehrwert für das Unternehmen bedeuten können. Nur wenn wir diese Haltung den Zufällen und Fehlern gegenüber einnehmen, können wir sie mit entsprechender Achtsamkeit auch für uns nutzen. Wir müssen uns Räume zwischen uns geben.

Letztlich müssen wir auf der strukturellen Ebene konsequent sein. Das heißt Zeit und Ressourcen in angemessenem Umfang zur Verfügung zu stellen. Wenn Sie das Konzept der Möglichkeitsräume ernst meinen, brauchen Ihre Mitarbeiter Freiraum in ihrer Arbeitszeit, in dem Sie Ihren Interessen und Leidenschaften nachgehen können. Eine Zeit, in der Ihre Mitarbeiter eigene Ideen entwickeln und Testprojekte auf- und umsetzen können. Logischerweise müssen Ihre Mitarbeiter ab einem gewissen Punkt auch Mitstreiter für Ihre Ideen gewinnen dürfen, die wiederum Ihre Möglichkeitsräume zur Verfügung stellen. Und es muss möglich sein, unbürokratisch an ein bestimmtes Maß an finanziellen Mitteln heranzukommen, um kleine Experimente und erste Entwicklungsversuche durchführen zu können ohne vorherige Rechtfertigungsorgien über ein halbes Dutzend Hierarchieebenen.

Glückliche Zufälle und Fehler erkennen

Wir brauchen die individuellen, kulturellen und strukturellen Möglichkeitsräume, um Fortschritt erst zu träumen, dann zu denken und schließlich experimentierend umsetzen zu können. Dieser Fortschritt ist eine Art unternehmerischer Evolution. In diesem Sinne brauchen wir ebenso Räume, um glückliche Zufälle sowie Fehler zu erkennen und nutzen zu können, so wie das bei der Gitarrensaite Elixier möglich war, oder bei den bekannten Post-It, die ihren gescheiterten Anfang als "Superkleber" nahmen und bis heute zu den erfolgreichsten fünf Büroprodukten in Amerika gehören. Die finanzielle Investition in Möglichkeitsräume macht sich bezahlt.

Andreas Zeuch promovierte in Erwachsenenbildung über das Training professioneller Intuition. Er arbeitet seit dem Jahr 2003 als freiberuflicher Berater, Trainer, Coach und Speaker mit dem Schwerpunkt unternehmerischer Entscheidungen und Managementinnovation.

Zur Startseite