Studie Forschungszentrum Jülich

Führungskräfte entscheiden anders

Bettina Dobe ist Journalistin in München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media- sowie Gesundheitsthemen spezialisiert. 
Manager entscheiden sich schneller und haben so den Kopf frei für Wichtigeres.
Manager entscheiden sich schneller und haben so den Kopf frei für Wichtigeres.
Foto: MEV Verlag

Im MRT konnten die Wissenschaftler sehen, welche Gehirnareale im Entscheidungsprozess aktiv waren. Bei Managern zeigte vor allem der sogenannte Nucleus caudatus Aktivität (ein Kerngebiet im Endhirn). Nach neuen Erkenntnissen ist er zum Teil dafür verantwortlich, dass ankommende Reize und Informationen kategorisiert werden und die Reaktionen fast schon automatisiert ablaufen.

Informationen schnell kategorisieren

Wer Informationen schnell kategorisiert, trifft schneller Entscheidungen. Er verlässt sich auf Regeln. Bei Managern ist der Nucleus caudatus aktiver, das war auf den Bildern im Kernspin erkennbar: Dadurch entscheiden sie sich schneller. Dies trat bei den Managern aber nur dann zu Tage, wenn sie sich mit von ihnen bevorzugten Kategorien beschäftigten.

"Die Führungskräfte trafen nicht notwendigerweise schneller Entscheidungen", heißt es in der Studie. Aber sie waren dann schneller, wenn es um vertraute Kategorien ging. Das weist daraufhin, dass Entscheidungsträger sich auf andere Strukturen verlassen.

Normale Menschen wägen stärker ab

Im Gehirn der normalen Angestellten liefen andere Prozesse ab: Bei ihnen waren mehrere Bereiche aktiv. Das weist laut Studie daraufhin, dass Nicht-Manager für derartige Entscheidungen länger brauchen. Bei ihnen sind Areale aktive, die in früheren Studien mit einem Abwägen des Für und Wider in Verbindung gebracht wurden. Der Entscheidungsprozess läuft in Schritten ab, schließlich können sie sich nicht auf Regeln und vertraute Kategorien verlassen. Die Gehirnaktivität von Managern und Nicht-Managern unterscheiden sich also.

Ob dies angeboren oder antrainiert ist, ein Mensch also als Entscheidungsträger geboren wurde oder nicht, konnte die Studie nicht beantworten. Und die Wissenschaftler weisen auch daraufhin, dass sich die Studie nur mit dem Äquivalent von kleinen, alltäglichen Entscheidungen beschäftigte. Aber damit sich Manager auf große und komplexe Aufgaben konzentrieren können, wo sie durchaus analysieren und abwägen müssen, ist es vorteilhaft, kleinere Entscheidungen ohne große Gedanken treffen zu können. "Manager könnten also auch besonders gut darin sein zu priorisieren", heißt es in der Studie. Wer seine Ressourcen gut aufteilt, arbeitet effizienter.

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