IT-Gehälter 2013

Gehaltsrunde für IT-Profis fällt mager aus

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.

Theoretisch müsste der Münchner IT-Profi mit Freude in die ostdeutsche Provinz wechseln, denn mit seinem hohen bayerischen Gehaltsniveau wäre er dort König, zumal auch die Lebenshaltungskosten inklusive Mieten sehr niedrig sind. Leider sind die Jobs dort jedoch bekanntlich Mangelware. Umgekehrt sind die Headhunter oft genug frustriert, dass sie nur mit Mühe Kandidaten aus der Provinz in die bayerische Hauptstadt locken können – die exorbitant hohen Mieten stellen für viele ein Ausschlusskriterium dar, und die Gehaltserhöhungen fallen in der Regel bei Weitem nicht so hoch aus, dass sie das Leben in München wirklich attraktiv machen – zumindest für einige Berufsgruppen.

Top- und Flop-Branchen für IT-Profis

Eklatant sind die Einkommensunterschiede auch zwischen den Branchen. Man kann also nicht nur Pech mit der Region, sondern auch mit dem Industriezweig haben, in dem man landet – natürlich vorausgesetzt, dass man das Salär als wichtigen Maßstab anlegt. Ein IT-Projektleiter zum Beispiel, der im Maschinenbau mit 79.160 Euro im Jahr rechnen kann, muss sich im Einzelhandel mit 62.320 Euro bescheiden. Noch weniger erhalten IT-Projektleiter im Gesundheitswesen (58.420 Euro) sowie in Ingenieurbüros (53.360 Euro).

Der Handel, egal ob Versand- oder Einzelhandel, gehört zu den Branchen, die IT-Profis niedriger vergüten.
Der Handel, egal ob Versand- oder Einzelhandel, gehört zu den Branchen, die IT-Profis niedriger vergüten.
Foto: timstieffenhofer - Fotolia.com

Ähnliches gilt auch für andere IT-Berufe, etwa für Entwickler, Administratoren oder Berater. Wer also als Programmierer auf ein hohes Einkommen schielt, sollte sich, zumindest laut den Personalmarkt-Analysen, in der Pharmabranche bewerben, weil er hier mit einer Vergütung von fast 58.000 Euro jährlich rechnen kann. Etwas weniger, aber noch immer über 55.000 Euro, zahlen die Automobilbauer und die Finanzinstitute. Das Schlusslicht bilden hier der Versandhandel (45.000 Euro) und die Werbe- und PR-Branche (42.000 Euro).

Keine Frage: Berater haben schon immer gut verdient, müssen aber auch viel arbeiten. Umso genauer sollte man sich die Branche anschauen, zu der das Unternehmen gehört. In Topbranchen wie Elektrotechnik und ChemieChemie kommt ein IT-Berater auf 30.000 Euro mehr im Jahr als in der der Werbebranche (49.300 Euro) oder im Gesundheitswesen (51.700 Euro). Top-Firmen der Branche Chemie

Auch für Systemadministratoren macht es einen großen Unterschied, in welcher Branche sie arbeiten. Am wenigsten verdienen sie in Medienhäusern (33.000 Euro) und in Werbeagenturen (35.900 Euro). Etwas besser geht es ihnen – zumindest finanziell – in sozialen Einrichtungen, die 38.280 Euro im Jahr überweisen. Auch der Einzelhandel, der andere Berufsgruppen ebenfalls unterdurchschnittlich vergütet, begnügt sich damit, die Administratoren mit 37.830 Euro im Jahr zu entlohnen. Wesentlich mehr auf den Tisch – auch das keine Überraschung, aber dennoch gut zu wissen – legen die Finanzinstitute (50.330 Euro im Jahr) und die Pharma- und Chemiefirmen (rund 47.000 Euro).

Jeder dritte IT-Profi bekommt eine Prämie

36 Prozent aller IT-Fachkräfte haben eine Prämienregelung, unter den Führungskräften sind es mit 70 Prozent fast doppelt so viele. Der Prämienanteil beläuft sich den Experten zufolge auf rund 4000 Euro jährlich, bei den Häuptlingen ist es gleich dreimal so viel, nämlich 12.100 Euro im Jahr. Fast ein Viertel aller Fachkräfte und 41 Prozent der Manager erhalten Arbeitgeberleistungen zur betrieblichen Altersvorsorge. Dieser Anteil beläuft sich bei Ersteren auf 1800 Euro, bei den Chefs sind es 3160 Euro. Einen Firmenwagen fahren elf Prozent aller IT-Mitarbeiter, bei den Führungskräften verständlicherweise mehr – 43 Prozent. Der Neuwert des Wagens liegt für Fachkräfte durchschnittlich bei etwa 35.000 Euro, bei den Managern bei knapp über 45.200 Euro.

Überstunden gehören zum Alltag der IT-Mitarbeiter. Allerdings haben laut Personalmarkt-Erhebung nur 6,7 Prozent der Befragten einen monetären Ausgleich der geleisteten Überstunden im Arbeitsvertrag. Wer eine solche Regelung hat, kann sein Gehalt noch einmal um rund 2230 Euro pro Jahr steigern. Wesentlich häufiger ist Freizeitausgleich.

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