So wird Ihr System besser

Geheimes Windows-Wissen für Profis

09.11.2010
Von  und Andreas Kroschel
Mehr über Hermann Apfelböck erfahren Sie unter http://apfelböck.de.

Ordnerstruktur von XP/Vista

Die Abbildung zeigt die fundamentalen Ordner eines XP/Vista-Systems (ähnlich auch unter Windows 2000). Die für den Bootvorgang notwendigen Daten im Root-Verzeichnis müssen nicht auf dem selben Laufwerk liegen wie das Windows-System. Unterschiede zwischen Vista und den Vorgänger-Versionen zeigen sich in erster Linie am geänderten Bootvorgang, ferner wurde „Dokumente und Einstellungen“ in „Users“ und der Papierkorb-Ordner „Recycler“ in „$Recycle.Bin“ umgetauft.

Die Organisation in den drei Hauptordnern „Windows“, „Programme“ und Benutzerkonten ist im Wesentlichen identisch. Die Rechtestruktur auf NTFS-Datenträger (siehe auch Punkt 7 und 9) schützt die Benutzerdaten unter „Dokumente und Einstellungen“ (oder „Users“) vor dem gegenseitigen Zugriff. Benutzerkonten mit Admin-Rechten können sich aber jederzeit durch Besitzübernahme und Rechteänderung Zugriff auf alle anderen, auch auf andere Admin-Konten verschaffen. Eingeschränkte Benutzer (Vista: „Standardbenutzer“) haben andererseits weder die Möglichkeit, Ordner und Dateien anderer Konten zu lesen oder zu ändern, noch Schreiberlaubnis unter „Programme“ und „Windows“. Damit sind nur Installationen außerhalb des Standardordners „Programme“ möglich, ferner optische Anpassungen der Windows-GUI. Ein Sonderfall ist noch das Konto „Gast“ (sofern aktiviert), das keine Anmeldung erfordert, aber ausschließlich im eigenen Gast-Ordner Schreibrechte besitzt.

Wachsende Virtualisierung

Jede Windows-Version wird ein Stück komfortabler, dabei aber auch komplexer. Dass unter NTFS verborgene Ressourcen nur noch mit Spezialtools (NFI.EXE), symbolische Links unter Vista nur auf Kommandozeile sichtbar werden, wird dem normalen Anwender kaum je auffallen. Namespace-Objekte wie die Systemsteuerung gehören längst zum GUI-Alltag, und in die Registry umgelenkte INI-Konfigurationsdateien helfen unter der Haube bei Alt-Programmen. Vista hat nicht nur die indirekte Lokalisierung durch MUI-Pakete (Multilingual User Interface) zu Ende gedacht; es treibt erheblichen Aufwand bei der VirtualisierungVirtualisierung (Virtual Store) von Datei- und Registry-Zugriffen, um Installation und Betrieb von Anwendungen im eingeschränkten Benutzerkontext zu gewährleisten. Im Vergleich dazu sind die prominenteren „virtuellen Ordner“ der Dateisuche technisch eher marginal und einfach. Alles zu Virtualisierung auf CIO.de

Dateisysteme unter Windows

Das bei der Formatierung einer Festplatte gewählte Dateisystem hat entscheidenden Einfluß auf Bedienung, Sicherheit und DatenschutzDatenschutz. Nur NTFS (5) bietet den NT-Systemen 2000/XP/Vista die angemessene Grundlage für die eingebaute Rechteverwaltung, für Benutzerquoten und Mountoptionen. Vista lässt sich konsequenter Weise nur noch auf NTFS installieren, Windows 2000 und XP beschränken die Formatierung mit FAT32 künstlich auf 32 GB, um bei größeren Platten NTFS zu erzwingen. Das einfache FAT32 böte zwar ausreichende Kapazität, aber nicht den Funktionsumfang von NTFS, der im Wesentlichen dem der Unix-Dateisysteme Ext2/3/4 und ReiserFS entspricht. Gerade wegen der fehlenden Rechte bleibt aber FAT32 auf transportablen Festplatten oft erste, weil unkomplizierte Wahl. Alles zu Datenschutz auf CIO.de

Das auf Flash-Speichermedien immer noch verbreitete FAT16 oder VFAT soll demnächst durch exFAT abgelöst werden. Verlässliche Informationen über exFAT sind derzeit noch rar. Den großen Paradigmenwechsel von den hierarchischen Dateisystemen auf das Datenbank-basierte WinFS („Yukon“) scheint Microsoft vorerst beerdigt zu haben.

Dateisysteme unter Windows

FAT16

VFAT

FAT32

exFAT

NTFS(5)

Windows

alle

alle ab 95

alle ausser NT4

CE 6.0, Vista SP1

2000, XP, Vista

max. Dateien im Rootordner

512

512

kein Limit

kein Limit

kein Limit

max. Dateien pro Ordner

1000

1000

kein Limit

kein Limit

kein Limit

max. Volumegröße

2 GB

2 GB

32 GB (eigtl. 8 TB)

2 TB

256 TB

max. Dateianzahl/Volume

65524

65524

268435456

?

4294967295

max. Clusterzahl

65524

65524

268435456

?

4294967296

max. Dateigröße

2 GB

2 GB

4 GB

4 GB

16 TB

max. Clustergröße

32 KB

32 KB

32 KB

32 MB

64 KB

max. Namenslänge

8+3

255

255

255

255

Dateirechte

nein

nein

nein

ja

ja

Streams

nein

nein

nein

nein

ja

Komprimierung

nein

nein

nein

nein

ja

Verschlüsselung

nein

nein

nein

nein

ja

Quotas

nein

nein

nein

nein

ja

Sparse Files

nein

nein

nein

nein

ja

Distributed Link Tracking

nein

nein

nein

nein

ja

Mount Points

nein

nein

nein

nein

ja

Hardlinks + Symlinks

nein

nein

nein

nein

ja

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