Arbeitsleben

Glück kann man trainieren

28.07.2014
Von Ferdinand Knauß
Wirtschaftswoche-Redakteur

Woche 6 und 7

Woche 6 - Glück:

  • jemanden mit einem kleinen Geschenk glücklich machen

  • in einem Dankbarkeitstagebuch drei Dinge aufschreiben, für die man dankbar ist

  • 10 Minuten Stille genießen

Woche 7 - Resümee:

  • die Glücksübungen ausmachen, die man am besten fand

  • anderen über die Lieblingsübungen erzählen

  • sich für das Glückstraining belohnen

An der Studie von Esch nahmen 147 Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens teil. 101 von Ihnen hielten bis zum abschließenden Test nach dem Training durch. Ein Teil von Ihnen hat als Kontrollgruppe zu Vergleichszwecken das Training zunächst nicht mitgemacht, es später dann aber nachgeholt.

Mit Online-Fragebögen erfragte Esch vor dem Training, direkt nach dem Training und noch einmal vier Wochen später: 1) wie glücklich sich die Teilnehmer fühlten, 2) wie zufrieden sie waren, 3) wie sie ihre Lebensqualität einschätzten, 4) ob sie StressStress wahrnahmen, 5) wie achtsam sie lebten, 6) ob sie bei ihrer täglichen Arbeit aufblühten, 7) wie erholt sie waren, 8) ob sich ihre Aufmerksamkeit grundlegend geändert hatte und 9) ob sich Stressmarker im Speichel (Kortisol und Alpha-Amylase) änderten. Alles zu Stress auf CIO.de

Wirksam für die Seele, nicht für den Körper

Die psychische Wirksamkeit des Glückstrainings zeigte sich direkt nach dem Training und auch noch vier Wochen später. Die Trainierten zeigten sich in ihren Antworten glücklicher, zufriedener, weniger gestresst, erholter, achtsamer und aufgeblühter als zuvor. Bei der Kontrollgruppe blieben diese statistisch bedeutsamen Wirkungen aus.

Aber: In den Speichelproben schlug sich der Effekt kaum nieder. Nur direkt nach dem Ende des Glücks-Trainings zeigten sich etwas geringere Stressmarker-Werte kurz nach dem Aufwachen zwischen Trainings- und Kontrollgruppe. Auch grundlegende Aufmerksamkeitsfunktionen, die mit Stress in Verbindung gebracht werden, wie Reaktionszeiten oder willentliche Kontrolle, änderten sich durch das Training nicht.

Was genau hat zu diesen psychischen Trainingseffekten geführt? Esch und seine Kollegen können darüber, wie sie selbst zugeben, nur spekulieren, da das Hirschhausensche Trainingsprogramm ein Sammelsurium aus körperlichen, lebenspraktischen und mentalen Übungen ist. Die Autoren vermuten aber, dass die Übungen des "achtsamen Wahrnehmens" den Teilnehmern helfen, Abstand von der Arbeit zu nehmen und diese dadurch zumindest den Eindruck von weniger Stress haben.

Entscheidend für die Verbesserung des Glücksgefühls, der Zufriedenheit, der empfundenen Lebensqualität sei vermutlich, dass die Teilnehmer ihren gesamten Alltag mit all den kleinen Dingen des Lebens mehr zu schätzen lernten.

(Quelle: Wirtschaftswoche)

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