IT-Profis verdienen mehr

Großer Gehaltsvergleich für IT-Fachkräfte 2015

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.

Der Abstand liegt an dem noch niedrigen Durchschnittsalter der Master-Inhaber. Mit dem ebenfalls noch jungen Bachelor-Abschluss bringen es Experten auf durchschnittlich 50.025 Euro. Absolventen von Berufsakademien oder Fachschulen mit staatlich anerkanntem Abschluss verdienen knapp 56.640 Euro im Jahr. Wer eine Lehre absolviert hat, muss sich mit 48.100 Euro im Jahr zufriedengeben. Wichtiger Hinweis: Bei den Zahlen handelt es sich nicht um Einstiegsgehälter, sondern um Einkommen, die im Schnitt mit dem jeweiligen Abschluss zu erreichen sind.

Berufserfahrung wirkt sich positiv im Portemonnaie aus: Spezialisten mit drei bis sechs Jahren Berufspraxis kommen auf rund 47.100 Euro jährlich, mit einer Berufserfahrung von sieben bis zehn Jahren liegen die Gehälter im Schnitt bei 53.280 Euro. Wer mehr als zehn Jahre im Geschäft ist, hat im Mittel 60.540 Euro auf dem Lohnzettel. An das Gehaltsniveau ihrer Chefs kommen IT-Fachkräfte trotz aller Berufserfahrung nicht heran: IT-Leiter mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung beispielsweise haben noch einmal rund 75.000 Euro jährlich mehr im Portemonnaie. Damit vergrößert sich die Schere zwischen Fach- und Führungskräften.

Konzern zahlen am besten

Nach wie vor beeinflusst die Unternehmensgröße stark die Höhe des Gehalts. Je größer das Unternehmen, umso höher die Vergütung. Um diesen Unterschied zu verdeutlichen, hat Compensation Partner die Gehälter aller IT-Fachkräfte eines Unternehmens in einen Topf geworfen und den Durchschnitt ermittelt.

In einem mittelständischen Betrieb mit bis zu 100 Mitarbeitern nimmt der Computerfachmann rund 47.400 Euro im Jahr nach Hause, wechselt er dann zu einem größeren Mittelständler mit bis zu 1000 Beschäftigten, sind es gleich 7000 Euro mehr. Bevorzugt er einen Konzern, kommen noch einmal rund 15.000 Euro drauf, also etwa 70.000. Im Vorjahr machte dieser Unterschied nur 10.000 Euro aus. Um weitere 40.000 bis 60.000 Euro kann das Gehalt steigen, wenn der IT-Experte eine Führungsfunktion mit Personalverantwortung übernimmt.

Große Gehaltsunterschiede lassen sich zwischen den Regionen feststellen. Während Arbeitgeber in Metropolen wie Frankfurt am Main und München rund 20 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt bezahlen, müssen sich IT-Mitarbeiter in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein mit zehn bis 15 Prozent unter dem Durchschnitt bescheiden. Noch stärker - aber auch das ist keine neue Erkenntnis - ist das Gefälle zwischen Ost und West.

So liegt das Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern fast 30 Prozent und selbst die Hightech-Region Dresden noch rund 20 Prozent unter dem Durchschnitt. Damit vergrößert sich die Schere zwischen Ost und West, vor zwei Jahren lagen die ostdeutschen Regionen nämlich nur um zehn bis 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Es scheint also noch etwas zu dauern, bis zusammenwächst, was zusammengehört.

Auch die regionalen Unterschiede spielen bei den IT-Gehältern nach wie vor eine große Rolle. So besteht weiterhin ein Ost-West-Gefälle - in München erhält man zum Beispiel fast 45 Prozent mehr Lohn als in Mecklenburg-Vorpommern.
Auch die regionalen Unterschiede spielen bei den IT-Gehältern nach wie vor eine große Rolle. So besteht weiterhin ein Ost-West-Gefälle - in München erhält man zum Beispiel fast 45 Prozent mehr Lohn als in Mecklenburg-Vorpommern.
Foto: Oleksiy Mark - shutterstock.com
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