Prestigeträchtiger Deal

Handelskonzern Metro zieht Finanzanwendungen in die Google-Cloud

10.10.2018
Metro ist nicht nur in Deutschland ein Handelsriese, sondern in 35 Ländern als Großhändler aktiv. Um die komplexe Infrastruktur des Finanzsystems zu bereinigen, zieht der IT-Bereich des Konzerns nun in die Cloud um. Für Google ist der Deal prestigeträchtig.

Der Handelskonzern Metro schwenkt im großen Stil auf eine technische Infrastruktur in der Cloud um. Metro-NOM, der IT-Bereich des deutschen Handelsriesen, betreibt sein zentrales Finanzsystem künftig auf der Cloud-Plattform von Google. "Wir konsolidieren damit 100 verschiedene Systeme in 35 Ländern", sagte Timo Salzsieder, CIO der Metro AG, auf der Konferenz "Next '18" in London.

Metro setzt auf die Google-Cloud.
Metro setzt auf die Google-Cloud.
Foto: Metro

Metro verknüpft die Plattform des US-Internetriesen mit einer Lösung von Europas größtem Software-Konzern SAP. Mit der Kombination der Google Cloud Plattform und SAP S/4HANA erziele Metro einen erheblichen technologischen Wettbewerbsvorteil, erklärte Salzsieder. Mit der Lösung können beispielsweise automatisiert und digital Kundenrechnungen zur Verfügung gestellt werden.

Im hart umkämpften Markt der Cloud-Anwendungen befindet sich Google in der ungewohnten Rolle eines Herausforderers, der versucht, den Vorsprung der Marktführer Amazon (AWS) und Microsoft (Azure) aufzuholen. Zu den Vorzeigekunden von Google gehört unter anderem der Luftfahrtkonzern Airbus.

Diane Greene, Chefin von Google Cloud, sagte in London, vor 20 Jahren sei Google von der Vision angetrieben worden, die Informationen der Welt möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Nun gehe es auch darum, möglichst viele Firmen in die Lage zu versetzen, umfassende Datendienste anzubieten. Um den Datenschutzansprüchen der EU zu genügen, habe man in den vergangenen Jahr fünf Rechenzentren-Regionen in Europa eröffnet, darunter eine in Frankfurt/Main.

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Google-Manager Sébastien Marotte verwies auf eine umfassende Reihe von Updates, die den Google-Kunden helfen sollen, auf die neuen Vorschriften der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu reagieren. Inzwischen seien die Google-Dienste vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert ("BSI C5"). (dpa/ad)

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