IT Excellence Benchmark


IT Excellence Benchmark

Hipp hat die zufriedensten Anwender

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.

Produziert werden die Gemälde fortlaufend; auch hier erweist sich Claus Hipp als umtriebiger Hans dampf: Gerne malt der Firmenchef während des Arbeitstages. Dazu spielt er Oboe und unterrichtet als Honorarprofessor nichtgegenständliche Malerei an der Staatlichen Kunstakademie im georgischen Tiflis. Für den kaukasischen Staat ist Hipp zudem Honorarkonsul und steht der Deutschen Wirtschaftsvereinigung Georgien vor. Keine Frage: Der Firmenchef und Philanthrop steht, wie er in der Werbung sagt, "mit seinem Namen" für viele Dinge, von denen nur einige mit seinem erfolgreichen Unternehmen zu tun haben.

Hipp + ITEB - Eine halbe Note besser als der Durchschnitt

Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (unzufrieden), n = 9032 Quelle: ITEB 2011

Der Babynahrungsmittelhersteller aus dem oberbayerischen Pfaffenhofen hat bereits zum zweiten Mal am IT Excellence Benchmark teilgenommen. Nach einem zweiten Platz 2009 konnte Hipp in diesem Jahr die insgesamt besten Zufriedenheitswerte einfahren. Im Vergleich zu 2009 hat das Unternehmen die Gesamtnote von einer guten 2,17 auf eine bessere 2,11 gesteigert. Zum Vergleich: Mitarbeiter bewerten die Leistung ihrer Unternehmens-IT im Durchschnitt mit 2,66 auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht). Das selbst gesteckte Ziel einer Durchschnittsnote von 2,0 hat IT-Leiter Lorenz Müller damit knapp verfehlt. "Um beim zweiten Mal auch nur die gleiche Note zu bekommen, muss man sich deutlich verbessern", entschuldigt sich der Hipp-CIO.

Die Verbesserungen in der Bewertung führt Müller vor allem darauf zurück, dass man die Ergebnisse der Befragung direkt zum Anlass genommen hat, die Arbeit der IT-Abteilung und die IT-Ausstattung der Belegschaft zu verbessern. So gab es etwa Kritik an zu kleinen Monitoren, die für die Arbeit mit SAP-Masken untauglich waren. Auch die Ausstattung mit Druckern sowie die Performance und Verfügbarkeit der Rechner wurden bemängelt. An allen Punkten haben Müller und sein Team gearbeitet, in allen Bereichen gab es folgerichtig auch bessere Noten.

Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (unzufrieden), n = 9032
Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (unzufrieden), n = 9032
Foto: ITEB

Die Bewertung der IT durch die eigenen Mitarbeiter

Seit 2007 stellen TU München und CIO-Magazin den Mitarbeiter die einfache Frage: Wie zufrieden sind Sie mit der Leistung Ihrer IT-Abteilung?

Aber nicht nur die Verbesserung der IT, der Schulungen und der Support-Leistungen sorgt für Zufriedenheit. "Da hat sich Hipp wirklich sehr gut entwickelt", sagt die Beraterin Uta Hahn von der Business Group Munich, die auch Mitveranstalterin des ITEB ist. Wichtig - auch, weil es mit Lernerfolgen für die IT verbunden war - ist die Kommunikation über die Arbeit. Dazu holte sich Hipp externe Unterstützung durch die Expertin. Hahn beriet das Unternehmen dabei, wie man zum einen gute Arbeit abliefert und zum anderen darüber redet, wenn Missstände sich nicht von einem auf den anderen Tag abstellen lassen - oder vielleicht sogar gar nicht. Seitdem nutzt Lorenz Müller interne Medien wie Mitarbeiterzeitung oder Intranet viel stärker als früher. Auch das trägt zur Zufriedenheit mit der IT bei Hipp bei.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Zufriedenheit der IT-Kunden bei Hipp steht ganz oben auf der Liste des CIOs. "Es ist für uns der elementare Punkt, die Leute zufriedenzustellen", fasst Lorenz Müller seine Ziele nicht nur für dieses Jahr zusammen. Luft nach oben gibt es noch, etwa bei der Bewertung des Helpdesks, der Hardwareausstattung oder beim Wertbeitrag der IT. "Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, trägt sie an der falschen Stelle", sagt Müller. Er muss es wissen, denn sein Vorname Lorenz stammt vom lateinischen Laurentius ab, was so viel bedeutet wie "der mit Lorbeer Bekränzte".

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