ZEW-Outsourcing-Studie

IT ausgelagert - trotzdem mehr Mitarbeiter

27.04.2011
Von Nicolas Zeitler

Bei genauerem Hinsehen stimmt die Feststellung von Ohnemus allerdings nur für einen Teil der untersuchten Firmen: für die aus dem Dienstleistungssektor. Ohnemus teilte die Stichprobe und fand den Effekt bei den Industrieunternehmen nicht signifikant ausgeprägt.

Bei Exporteuren wächst Belegschaft durch IT-Outsourcing stark

Eine Erklärung sieht er darin, dass IT für beide Gruppen eine andere Bedeutung hat. Im Dienstleistungssektor arbeiteten fast alle Mitarbeiter mit IT, in der IndustrieIndustrie weniger. Ohnemus belegt das mit einer Zahl, wonach der Anteil der am Computer arbeitenden Angestellten in Dienstleistungsfirmen um durchschnittlich 24 Prozentpunkte höher ist als in der Industrie. Folglich falle auch der positive Effekt von IT-Outsourcing für die Unternehmen geringer aus - samt seiner Folgen auf die Mitarbeiterzahl. Top-Firmen der Branche Industrie

Ohnemus fand auch eine Reihe kleinerer Nebeneffekte. So wächst die Belegschaft in Unternehmen mit IT-Outsourcing stärker, wenn sie ihre Produkte oder Dienstleistungen auch ins Ausland verkaufen. Dagegen stellte er bei der Auswertung einschließlich Qualifikations- und PC-Variablen leicht negative Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl fest, wenn in den Firmen selbständige Teams zu Werke gingen - also bei eher dezentraler Führungsstruktur.

Beide Befunden überraschten den Studienautoren. Eine weitere Auffälligkeit widerlegte bisherige Arbeiten: Das Alter eines Unternehmens spielte keine Rolle darauf, wie stark die Belegschaft zunahm.

Langfristige Folgen von IT-Outsourcing unbekannt

Der ZEW-Forscher räumt ein, seine Untersuchung sage nichts über langfristige Effekte aus. Denn denkbar wäre, dass ein Unternehmen mittelfristig vom IT-Outsourcing profitiert, auf lange Sicht aber beispielsweise durch zu viel Outsourcing die Herrschaft über eigene Prozesse verliert, in Schieflage gerät und Angestellte entlassen muss.

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