Strategien


EDI, ISDN-Abschaltung und die Digitalisierung bei Hans Hepp

IT-Hilfe für Erste-Hilfe-Kästen

27.02.2017
Von Günter Unterholzner
Günter Unterholzner ist freier Journalist in München.
Im Zuge der steigenden Anforderungen durch die Digitalisierung hat Hans Hepp, ein Hersteller von Kfz-Verbandkästen und -taschen seine bestehende EDI-Lösung ersetzt, um eine höhere Effizienz, Flexibilität, Zuverlässigkeit und Transparenz zu erreichen. Dabei führte er mehrere EDI-Web-Portale auf einer einzigen Plattform zusammen.
Bei der Produktion des sterilen Bindenmaterials herrscht bei Hans Hepp Reinraumatmosphäre.
Bei der Produktion des sterilen Bindenmaterials herrscht bei Hans Hepp Reinraumatmosphäre.
Foto: TRAIMAK - shutterstock.com

Die Firma Hans Hepp GmbH & Co.KG blickt mittlerweile auf eine über 80-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Im April 1936 in Hamburg vom Namensgeber gegründet, gilt der mittelständische Betrieb als Vorreiter auf dem Gebiet der Erste-Hilfe-Ausstattung. Heute ist das Unternehmen einer der führenden Lieferanten für die nationale und internationale Automobilindustrie und die Hepp-Verbandtaschen sind auf fünf Kontinenten in Fahrzeugen zu finden.

Neue Anforderungen

Aufgrund der zunehmenden DigitalisierungDigitalisierung von Prozessen und Anwendungen stand das Unternehmen vor neuen Herausforderungen. So führte etwa VW das Global Transport Label (GTL) ein. Dieses ersetzt das bislang genutzte VDA4902 Barcode Label als Warenanhänger zur Kennzeichnung der zu liefernden Produkte. Zum zweiten kündigte die Deutsche Telekom an, alle ISDN-Anschlüsse bis 2018 abzuschalten und durch All-IP zu ersetzen. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Viele Autofahrer kennen die Hans-Hepp-Produkte, ohne es zu wissen. Der Hamburger Mittelständler ist Zulieferer von Verbandtaschen und -kästen für viele namhafte Autohersteller.
Viele Autofahrer kennen die Hans-Hepp-Produkte, ohne es zu wissen. Der Hamburger Mittelständler ist Zulieferer von Verbandtaschen und -kästen für viele namhafte Autohersteller.
Foto: Hill

Hans Hepp benötigte deshalb eine neue EDI-Lösung, um mit dem Hersteller eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Prozesskette abbilden zu können. Dies nahm das Unternehmen zum Anlass, auch die Verbindungen mit den anderen Herstellern zu modernisieren, um die Umstellung in einem Zug effizient umzusetzen.

Besonders wichtig war dem Mittelständler die verschiedenen EDI-Web-Portale diverser OEMs auf einer einzigen Plattform zusammenzuführen, um das Management zu vereinheitlichen und effizienter zu gestalten. Weiterhin wurde innerhalb des Projektes die Umstellung vom Odette File Transfer Protocol (OFTP1) auf OFTP2 vollzogen. OFTP 1 kennt noch keine eigenen Verschlüsselungsvorschriften und wurde für den Einsatz mit ISDN konzipiert. Bei der Version 2 hier gehört die Verwendung von TLS (beziehungsweise SSL) zum Standard, weshalb oft auch ein Einsatz via Internet erfolgt.

Reibungslose Umstellung

Die Migration der bestehenden Verbindungen mit den Handelspartnern zu Dinet, dem Value Added Network (VAN) von Data Interchange, erfolgte dabei reibungslos im laufenden Betrieb. Mit Dinet können Unternehmen geschäftskritische Dokumente mit tausenden Handelspartnern weltweit austauschen. Falls erforderlich, bietet Dinet mit seiner Web-Oberfläche eine umfassende Überwachungs-, Nachverfolgungs- und Auswertungsfunktion für jeden einzelnen Datentransfer an. Diese Lösung wird von einem Team aus Spezialisten verwaltet und überwacht.

Mit der EDI-Umstellung konnte Hans Heppseine Kosten um mehr als 30 Prozent reduzieren.
Mit der EDI-Umstellung konnte Hans Heppseine Kosten um mehr als 30 Prozent reduzieren.
Foto: Hill

Die Prozessumstellungen bei Hans Hepp hatten nur minimale Änderungen zur Folge. Die Handelspartner selbst mussten an ihren Kommunikationsprozessen keine Änderungen durchführen. Die Nutzung des bewährten und geprüften Ansatzes führte dazu, dass keine Arbeitsprozesse oder Datenübertragungen unterbrochen wurden und die Migration in einem kleinen Team innerhalb des anvisierten Zeitraums von fünf Monaten abgeschlossen werden konnte.

Zahlreiche Vorteile

Die Einführung von Darwin, eine Einzellösung zur Auftragsabwicklung von Data Interchange, gewährleistete die Migration verschiedener EDI-Webportale zu einem einheitlichen Portal für Aufträge, Prognosen, Versand-Avis und Rechnungen. Darwin ermöglicht dabei das Drucken verschiedener Transport-Labels, wodurch Hans Hepp eine standardisierte Oberfläche erhielt und so den Management-Aufwand deutlich reduzieren konnte.

"Mit der Migration auf Dinet und Darwin von Data Interchange", so Christian Beckmann, General Manager bei Hans Hepp, "konnten wir die EDI-Kommunikation mit unseren Kunden zuverlässiger, transparenter und effizienter gestalten." Ferner konnte das Unternehmen seine Kosten um mehr als 30 Prozent reduzieren. Und noch einen Punkt hebt Beckmann hervor: "Das war das einzige IT-Projekt, das wir jemals on Time und on Budget abschließen konnten."

Damit ermöglicht die Digitalisierung dem deutschen Traditionsunternehmen Hans Hepp, auch weiterhin die großen deutschen Automobilhersteller problemlos und effizient mit Verbandtaschen und -kästen zu beliefern.

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