High Potentials

IT-Nachwuchs will weg aus Deutschland

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Zum Vergleich: 89 Prozent der Mediziner wollen sich selbstständig machen. Bei Ingenieuren sind es 69 Prozent und bei Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen sowie Geistes- und Sozialwissenschaftlern je 68 Prozent.

Alle wollen Spaß, IT-ler wollen Herausforderungen

Weitere Besonderheiten zeigen sich bei der Frage nach den Treibern für die Arbeitgeberwahl. Während die anderen Studenten vor allem Spaß an der Arbeit haben wollen, setzt die Fraktion Informatik/Physik/Mathe den Punkt "Herausfordernde Aufgaben" auf Platz Eins. Spaß wird nur Vize-Meister.

Allerdings: Dankenswerterweise fügen die Studienautoren eine Reihe Zitate an, in denen der Nachwuchs seine Definition von "Spaß" darlegt. Diese reichen von "Wenn ich morgens mit einem Lächeln im Gesicht zur Arbeit gehe" über "Nicht immer dieselben Handgriffe machen" bis zu "Dass ich mich mit meinen Aufgaben identifiziere, in der Entwicklung mitdenke, gefordert werde und meine Leistungen anerkannt werden".

Wichtig ist jungen Informatikern, Physikern und Mathematikern auch, dass das Unternehmen international ausgerichtet ist (was zu ihren Abwanderungswünschen passt). Zudem achten sie auf Arbeitsmarktchancen und wollen sich für die Produkte des Arbeitgebers begeistern können. Gehaltssteigerungen sind ihnen dagegen angeblich kaum wichtig.

Ein weiteres Thema der Studie: Der Nachwuchs aller Branchen informiert sich vorrangig auf den Webseiten der Unternehmen über potenzielle Arbeitgeber. Auf einer Skala von Eins für "nie" und sechs für "häufig" erreichen die Sites den Wert 5,1. Außerdem suchen die Studenten über Karriere-Portale (4,5) nach Stellen. Erst danach nennen sie Empfehlungen von Freunden und Familie sowie eigene Praktika (jeweils 4,2).

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