Strategien


EIU-Prognosen bis 2020

IT schafft das mittlere Management ab

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Analyse- und Collaboration-Tools schleifen Hierarchien, schreibt Economist Intelligence Unit (EIU). Thesen zur Veränderung durch die IT bis 2020.
Laut Lynda Gratton, Professorin für Management Practice an der London Business School, verliert das mittlere Management erhenblich an Bedeutung. Schuld ist die IT.
Laut Lynda Gratton, Professorin für Management Practice an der London Business School, verliert das mittlere Management erhenblich an Bedeutung. Schuld ist die IT.
Foto: Lukas Kroulik/Lynda Gratton

In den kommenden sieben bis acht Jahren sind es nicht so sehr neue Technologien, die Arbeits- und Konsumwelt verändern. Vielmehr ändert sich der Umgang mit jetzt bereits verfügbaren Technologien. Eine Folge davon wird sein, dass Unternehmen mit flacheren Hierarchien arbeiten und Entscheidungen dezentraler treffen. Das heißt auch: Das mittlere Management verliert an Bedeutung.

Diese These vertritt zumindest Lynda Gratton, Professorin für Management Practice an der London Business School. Sie kommt in der Studie "Agent of change - The future of technology disruption in business" zu Wort. Herausgeber ist die Economist Intelligence Unit, Sponsor das Unternehmen Ricoh. Gratton spitzt ihre These bereits als "the end of the middle manager" zu.

IT wird der Great General Manager

Laut Gratton hat die Informationstechnologie bereits selbst eine Rolle als "Great General Manager" übernommen. Analyse- und Collaboration-Tools ermöglichen Unternehmen, auch Mitarbeitern in der Peripherie Entscheidungsbefugnisse zu übertragen. Das sei Teil einer allgemeinen Entwicklung zu flacheren Hierarchien und dezentralen Unternehmensstrukturen. Dieser Trend beruht allerdings nicht nur auf technologischen Möglichkeiten, sondern hängt auch mit den Ansprüchen jüngerer Mitarbeiter-Generationen zusammen.

Grattons These stößt bei 63 Prozent der von der EIU befragten 567 Führungskräfte auf Zustimmung. Allerdings fühlen sich diese nicht unbedingt wohl mit der Prognose: Sie sehen Probleme mit ComplianceCompliance auf sich zukommen und haben Angst vor Kontrollverlust. Alles zu Compliance auf CIO.de

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