COVID-19 aktuell

Coronavirus - was die ITK-Branche wissen muss

17.03.2020
Der US-Hersteller Abbott hat ein Verfahren entwickelt, das COVID-19-Tests in wenigen Minuten in jeder Arztpraxis erlaubt. Lesen Sie unseren täglichen Bericht über die Folgen des Coronavirus für die ITK-Industrie.

Montag, 30. März

Der amerikanische Medizintechnik-Hersteller Abbott hat bei der Entwicklung eines COVID-19-Schnelltests offenbar einen entscheidenden Durchbruch erzielt. Innerhalb von fünf bis 13 Minuten lasse sich mit einem handlichen Set feststellen, ob eine Probe mit Sars-CoV-2 infiziert sei. Der Test wurde von der Food and Drug Administration (FDA) im Rahmen eines Dringlichkeitsverfahrens zugelassen. Abbott will nun mit 50.000 Tests täglich starten und die Produktion schnell hochfahren.

"The Verge" berichtet, es müssten künftig keine Proben mehr in irgendwelche Labors geschickt werden. Der Arzt könne einen Abstrich aus Nase oder Rachen in seiner Praxis machen und diesen in einer kleinen Maschine ("ID NOW"), die nicht größer sei als ein handelsüblicher Toaster, überprüfen. Zuvor hatte die FDA bereits einen Test der Firma Cepheid zugelassen, der in Krankenhäusern zum Einsatz kommen und nach immerhin 45 Minuten Ergebnisse liefert.

Ein Studententeam des Massachusetts Institute of Techgnology (MIT) hat schon vor zehn Jahren ein einfaches, rudimentäres Beatmungsgerät unter dem Namen "MIT E-Vent" entwickelt, das nun als Open-Source-Blaupause zum Nachbau bereitsteht. Anders als die teuren Beatmungsgeräte in Krankenhäusern handelt es sich hier um einen manuell betriebenen Apparat, der ursprünglich für den Einsatz in abgelegenen Regionen und in Entwicklungsländern vorgesehen war. Das Gerät ist nur für den absoluten Notfall gedacht. Derzeit prüft die FDA den Einsatz. Die Studenten haben den alten Entwurf ein wenig modifiziert, um einen einfachen Nachbau und Betrieb zu gewährleisten.

IBMs Supercomputer Summit wird derzeit vom US Department of Energy zweckentfremdet. Der Numbercruncher soll chemische Komponenten identifizieren, die das Coronavirus stoppen könnten. Die Rechenpower wird konkret dazu genutzt, ein spezifisches Protein namens Spike anzugreifen, das an der Oberfläche des Viruspartikels sitzt und die Verbindung mit menschlichen Zellen ermöglicht. Der Bolide hat bereits Simulationen mit mehr als 8000 Komponenten durchgeführt, um ein Molekül zu finden, das Spike lahmlegt. Erste Ergebnisse zeigen, dass 77 Komponenten dazu imstande sein könnten. Das ist aber nur der Anfang, ausführliche klinische Studien müssten Aufschluss darüber geben, ob die jeweiligen Substanzen auch in eine verträglichen Art und Weise verabreicht werden können.

ifo erwartet Kurzarbeit-Welle

Der amerikanische Medizintechnik-Hersteller Abbott hat bei der Entwicklung eines COVID-19-Schnelltests offenbar einen entscheidenden Durchbruch erzielt. Innerhalb von fünf bis 13 Minuten lasse sich

Die Corona-Krise könnte jeden zehnten Mittelständler in die Insolvenz führten. Das sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Er bezog sich dabei auf eine noch nicht veröffentlichte Sonderauswertung einer Umfrage unter 15.000 Unternehmen. Im Reise- und Gastgewerbe seien bis zu 40 Prozent der Betriebe bedroht.

Getty Museum lädt ein, kreativ zu werden

Wie wär's mit etwas Kreativität? In den USA hat das J. Paul Getty Museum in Los Angeles die Menschen eingeladen, kreativ zu werden. Sie wurden aufgefordert, ihr Lieblingskunstwerk mit nur drei Handgriffen nachzubilden und das Ergebnis als Foto hochzuladen. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

Freitag, 27. März

COVID-19 verlangt auch von den Vertretern der Share Economy Opfer.
COVID-19 verlangt auch von den Vertretern der Share Economy Opfer.
Foto: Andrii Vodolazhskyi - shutterstock.com

). Die weltweit meisten Corona-Infizierten gibt es nun in den USA. Die Johns Hopkins Universität zählt aktuell 86.012 Erkrankte in den Staaten, 1301 Menschen starben. Am schlimmsten ist die Lage in New York, wo inzwischen rund 38.000 Einwohner unter dem COVID-19-Virus leiden. US-Präsident Donald Trump verfolgt nun die Strategie, einzelne Regionen in unterschiedliche Risikoklassen zu unterteilen, wo dann individuell entschieden werden kann, ob Quarantäne verordnet oder die Einschränkungen wieder gelockert werden sollen. In Deutschland sind momentan 49.344 Menschen vom Virus betroffen (304 Tote, Stand 27.3., 16.51 Uhr).

Die Sharing Economy leidet

Nach Lime und Bird/Circ stellt nun auch der E-Tretroller-Anbieter VOI seine Dienste vorübergehend ein. Die E-Scooter werden kaum noch genutzt, nachdem die Menschen auf Geschäftsreisen, Kneipenbesuche oder Ausflüge aller Art (zwangsläufig) verzichten. Unterdessen brechen auch Carsharing-Anbietern wie ShareNow oder Flinkster die Geschäfte weg. Alle Anbieter von Mobiltätsangeboten versichern derzeit, dass sie ihre Flotten nach strengsten Hygienekriterien reinigen.

Trotz der Krise bemühen sich die Fahrdienst-Unternehmen Uber und Lyft um Zuversicht, was in den vergangenen Tagen bei den Aktionären gut ankam. Uber-CEO Dara Khosrowshahi betonte die gute Liquidität des Unternehmens und die starke Positionierung im Markt. Er räumte aber ein, dass viele Fahrer eine schlimme Zeit durchmachten, weshalb man nun eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für Fahrer ankündige. Die Buchungen in stark betroffenen Märkten wie Seattle seien im Vergleich zum Vorjahr um 60 bis 70 Prozent zurückgegangen.

Uber profitiert derzeit vom Lieferservice Uber Eats, da sich viele Menschen ihre Lebensmittel nach Hause liefern lassen. Über ein solches Angebot verfügt der Rivale Lyft nicht, soll sich aber angeblich damit beschäftigen. Unter einem massiven Umsatzeinbruch leidet auch Airbnb, der weltgrößte Vermittler von Privatunterkünften. Nichtsdestotrotz kündigte CEO Brian Chesky in einem Twitter-Post an, er wolle 100.000 Unterkünfte für Helfer in der Corona-Krise zur Verfügung stellen. Gesundheitsdienstleister und Ersthelfern müssten nahe bei ihren Patienten sein, dabei aber einen sicheren Abstand zu ihren Familien halten. Mit kostenlos bereitgestelltem Wohnraum wolle Airbnb dabei helfen.

Die Schul-Cloud des HPI ist für alle da

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek öffnet die vom Bund geförderte Schul-Cloud und empfiehlt den Ländern, Gelder aus dem DigitalPakt Schule abzurufen.
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek öffnet die vom Bund geförderte Schul-Cloud und empfiehlt den Ländern, Gelder aus dem DigitalPakt Schule abzurufen.
Foto: BMBF / Laurence Chaperon

). Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) steht nun allen Schulen offen, die in ihrem Bundesland noch kein eigenes Cloud-Angebot nutzen können. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagte, es müssten alle Ressourcen mobilisiert werden, damit der Unterricht in diesen schwierigen Zeiten zumindest teilweise stattfinden könne. Die Schul-Cloud wurde vom Bund ins Leben gerufen und vom , er wolle 100.000 Unterkünfte für Helfer in der Corona-Krise zur Verfügung stellen. Gesundheitsdienstleister und Ersthelfern müssten nahe bei ihren Patienten sein, dabei aber einen sicheren Abstand zu ihren Familien halten. Mit kostenlos bereitgestelltem Wohnraum wolle Airbnb dabei helfen. umgesetzt. Der Ministerin zufolge hat sie sich als digitale Lerninfrastruktur gut etabliert. Sie wird bereits von vielen Gymnasien genutzt, die einen Schwerpunkt auf die sogenannten MINT-Fächer legen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Als künftige Landeslösung wird die Schul-Cloud schon in den Ländern Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen ausprobiert, jetzt kommt Sachsen-Anhalt noch hinzu. Die Schülerinnen und Schüler können dort gemeinsam Unterrichtsmaterial bearbeiten, Lehrkräfte können naturwissenschaftliche Experimente einstellen sowie auf Bildungsmaterialien zugreifen, die von den Lernenden dann beliebig oft abgerufen werden können.

Karlicek betont, die Zuständigkeit der Länder für die Schulen und damit auch für digitale Lehrinhalte solle "selbstredend" nicht in Frage gestellt werden. Es geht um Soforthilfen für Schulen "in einer nie dagewesenen und bislang kaum vorstellbaren Notlage". Deshalb sei das Angebot auch auf die Dauer der Krise beschränkt. Der Bund wolle sein Möglichstes tun, um die Lehrerinnen und Lehrer in der aktuellen Herausforderung zu unterstützen und ebenso den Schülerinnen und Schülern zu helfen. Auch könne die Cloud nur eine Ergänzung zum Präsenzunterricht sein. Karlicek forderte die Bundesländer zudem auf, Mittel aus dem DigitalPakt Schule abzurufen.

Apple verwöhnt Mac-Anwender

Apple verhilft seinen Kunden zu Ablenkung in schweren Zeiten: Sie können die Videoschnitt-Software "Final Cut Pro X" und die Software für Audioproduktion "Logic Pro X" 90 Tage lang kostenlos anwenden. Für die beiden Anwendungen ist ein Mac-Rechner erforderlich. Final Cut Pro X braucht mindestens das Betriebssystem macOS Mojave, Version 10.14.6, sowie rund 4 GB an freiem Speicherplatz. Logic Pro X läuft auch noch unter dem macOS High Sierra, Version 10.13.6, und benötigt 6 GB Speicher.

Donnerstag, 26. März

Warum nicht mal im neuen Streaming-Kanal von Disney stöbern? Das Angebot ist derzeit noch kostenlos und wird mit einer reduzierten Datenrate gestreamt.
Warum nicht mal im neuen Streaming-Kanal von Disney stöbern? Das Angebot ist derzeit noch kostenlos und wird mit einer reduzierten Datenrate gestreamt.
Foto: Photo Hall - shutterstock.com

). In Deutschland erhöht sich die Zahl der COVID-19-Infektionen derzeit in größeren Sprüngen. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge haben sich mittlerweile mehr als 36.500 Menschen angesteckt, was eine Steigerung um knapp 5000 Fälle innerhalb von 24 Stunden bedeutet. Laut RKI sind bisher hierzulande rund 200 Menschen an dem Virus gestorben. Die Johns Hopkins University, die etwas anders zählt, kommt auf 37.323 Infektionen und 206 Todesfälle in Deutschland.

Bosch entwickelt Schnelltest

Mit dem Schnelltest "Vivalytic" will die Bosch Healthcare Solutions GmbH eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in weniger als zweieinhalb Stunden erkennen. Außerdem könne der Test direkt am Ort der klinischen Behandlung durchgeführt werden, teilt das Unternehmen mit. Momentan müssen Patienten bei Tests mit Wartezeiten von ein bis zwei Tagen rechnen, deshalb wäre der voraussichtlich ab April verfügbare "vollautomatisierte, molekulardiagnostische Test" ein großer Fortschritt. Der Schnelltest ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Bosch-Gesundheitssparte mit dem nordirischen Medizintechnik-Unternehmen Randox Laboratories Ltd. In Labortests mit SARS-CoV2 lieferte der Test Ergebnisse mit einer Genauigkeit von über 95 Prozent. Außerdem erfüllt er die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Viele günstige Fortbildungsangebote

Wer die Chance nutzen und sich fortbilden möchte, hat jetzt gute Chancen, kostenlose Angebote zu finden. Beispielsweise bietet der ITK-Branchenverband Bitkom vielfältige Schulungs- und Trainingsangebote an - sogar Empfehlungen für Unternehmen, die mit der Corona-Krise fertig werden müssen. Auch SAP offeriert spannende Lernangebote, kostenlos und bei weitem nicht nur zu SAP-Themen. In die Microsoft-Welt lässt sich hier eintauchen, und wer generell nach kostenlosen, weltweiten Online-Angeboten (Moocs) sucht, wird hier fündig.

Mittwoch, 25. Märzumsonst schauen.

" Arztpraxen und Krankenhäuser entlasten. Mediziner können es nach Angaben der Anbieter für eine Ersteinschätzung aus der Ferne einsetzen, damit sei eine erste Diagnose über Handy-Kameras möglich. So könnten Ärzte besser entscheiden, ob ein Test oder eine Behandlung notwendig seien. Patienten bekommen vom Arzt einen Link aufs Handy (SMS) und bauen so einen Videostream auf. Corevas stellt das System angesichts der prekären Lage kostenlos bereit. Die Unternehmen stehen mit ihrem Angebot allerdings nicht alleine, beispielsweise bieten auch

Vodafone und das Startup Corevas wollen mit dem Video-Chat-System "EmergencyEye" Arztpraxen und Krankenhäuser entlasten. Mediziner können es nach Angaben der Anbieter für eine Ersteinschätzung aus der Ferne einsetzen, damit sei eine erste Diagnose über Handy-Kameras möglich. So könnten Ärzte besser entscheiden, ob ein Test oder eine Behandlung notwendig seien. Patienten bekommen vom Arzt einen Link aufs Handy (SMS) und bauen so einen Videostream auf. Corevas stellt das System angesichts der prekären Lage kostenlos bereit. Die Unternehmen stehen mit ihrem Angebot allerdings nicht alleine, beispielsweise bieten auch Compugroup, Tomedo und andere Videosprechstunden.

Digitale Signatur als Schnäppchen

Auch der Softwarehersteller d.velop will seinen Kunden in der Not helfen. Damit Unternehmen den Geschäftsbetrieb auch mit vielen Mitarbeitern im Home-Office aufrechterhalten können, erhalten sie "d.velop sign", eine App für die rechtsgültige digitale Signatur, für acht Wochen kostenlos - allerdings begrenzt für bis zu 500 Signaturen. Das Paket "Free for 8 weeks" findet sich im d.velop store. Damit sind Unternehmen in der Lage, Verträge, Rechnungen und andere Dokumente aus dem Home-Office heraus rechtswirksam zu unterzeichnen. Das Softwarehaus aus Gescher verspricht sich von diesem Angebot sicher auch, dem Marktführer für digitale Signaturen, Docusign, etwas entgegenzusetzen.

Anträge auf Kurzarbeit werden explodieren

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erwartet einen Run auf das Kurzarbeitergeld.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erwartet einen Run auf das Kurzarbeitergeld.
Foto: photocosmos1 - shutterstock.com

). In Deutschland wollen derzeit 77.000 Betriebe Kurzarbeit anmelden. Das sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil der Funke Mediengruppe. Damit sei das Ende der Fahnenstange allerdings noch längst nicht erreicht, so Heil, alle Bundesländer und nahezu alle Branchen seien betroffen. Der Minister empfahl den Unternehmen, wo immer möglich das Kurzarbeitergeld aufzustocken, damit die Beschäftigten in etwa ihren normalen Lohn weiterbeziehen könnten.

Die Deutsche Bank hat gestern angekündigt, ihr Filiallnetz während der Pandemie von 500 auf 290 zu verkleinern. Die Selbstbedienungsbereiche sollen offenbleiben. Die HypoVereinsbank schließt ebenfalls knapp ein Drittel ihrer Filialen und ruft die Kunden auf, über Telefon und Video-Call zu kommunizieren. Sparkassen, Commerzbank und Postbank halten ihre Filialen erst einmal offen, allerdings auf Sparflamme. Bankkunden wird aus Hygienegründen empfohlen, mit EC- oder Kreditkarte zu zahlen.

Trump empfiehlt back to work - schon zu Ostern

"Ostern ist ein schöner Zeitpunkt" - US-Präsident Donald Trump hofft, die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie schon in gut zwei Wochen wieder lockern zu können. Damit sorgte er in Fachkreisen mindestens für Verwunderung. Es sei gefährlicher, eine "massive Rezession oder Depression" zuzulassen als eine "Grippe", so die Logik des ersten Mannes der USA, auch die Sterberate fiele im Falle eines Wirtschaftseinbruchs höher aus. Momentan beklagen die Amerikaner laut Johns Hopkins University 801 Tote bei 55.225 Infizierten (Stand 25.3., 8.30 Uhr), nur in China und Italien sieht die Lage noch schlimmer aus. UN-Experten glauben, dass die Staaten nach Europa das neue Epizentrum der Pandemie werden könnten.

Nach mehrtägigen Verhandlungen hat der US-Kongress nun ein zwei Billionen Dollar schweres Konjunkturpaket auf den Weg gebracht. Vorgesehen sind Einmalzahlungen von 1200 Dollar an die meisten Amerikaner, eine Ausweitung des Arbeitslosengeldes und ein Programm zur Unterstützung von Kleinbetrieben (367 Milliarden Dollar). Auch den Krankenhäusern soll finanziell geholfen werden. Noch unklar ist, wie die Amerikaner mit großen Konzernen in Schieflage umgehen wollen, allen voran den Fluggesellschaften. Hier waren großzügige, subventionierte Kredite diskutiert worden.

Dienstag, 24. März

Die in den Verbänden ANGA, Bitkom, BREKO, BUGLAS und VATM organisierten Telekommunikationsnetzbetreiber fordern einen freien Zugang zu den Telekommunikationsanlagen für ihre Techniker. In einer gemeinsamen Erklärung bitten die Interessenvertretungen Bund und Länder, dass ihre Servicetechniker ungehindert zu den Anlagen für Sprach- und Datenkommunikation sowie für Fernseh- und Radioübertragung gelangen können. Die notwendigen Schutzmaßnahmen würden dabei "selbstverständlich" eingehalten.

Verbände warnen: Nichts läuft in Deutschland, wenn die Anlagen für Sprach- und Datenkommunikation nicht gewartet werden können.
Verbände warnen: Nichts läuft in Deutschland, wenn die Anlagen für Sprach- und Datenkommunikation nicht gewartet werden können.
Foto: sdecoret - shutterstock.com

). Die Präsidenten Thomas Braun (ANGA), Achim Berg (Bitkom), Norbert Westfal (BREKO), Theo Weirich (BUGLAS) und Martin Witt (VATM) schreiben: "Die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Verwaltung, die Tätigkeit von Sicherheitsbehörden, die Verhinderung von Versorgungsengpässen, die wirtschaftliche Tätigkeit der Industrie und vieler Unternehmen, ebenso wie das mobile Arbeiten und die private Kommunikation hängen von einem einwandfreien Funktionieren der Telekommunikationsnetze ab. Unsere Unternehmen und ihre Dienstleister benötigen eine einfache und bundesweit einheitliche Sondergenehmigung, die ihnen auch im Fall noch weiterreichender Einschränkungen gestattet, für die Sicherstellung des Netzbetriebs zu sorgen."

Europa muss dem Mittelstand helfen

Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) hat gemeinsam mit 44 weiteren nationalen Organisationen und dem Dachverband European DIGITAL SME Alliance eine stärkere Berücksichtigung des europäischen Mittelstands im EU-Budget 2021 bis 2027 gefordert. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) leiden den Ausführungen zufolge sowieso schon unter Fachkräftemangel und zu geringen Forschungsetats, jetzt komme noch die Corona-Krise dazu.

Kernforderung ist, dass die Mittelständler die Hälfte des EU-Budgets für digitale Innovationen erhalten müssten. Dieses Budget umfasst Programme wie Horizon Europe, Digital Europe, Connecting Europe Facility und weitere Förderinstrumente. Aktuell erhielten die KMU nur rund 20 Prozent dieser Fördermittel, während große Unternehmen, Universitäten und andere Forschungseinrichtungen 80 Prozent unter sich aufteilten. BITMi-Präsident Oliver Grün glaubt, dass die europäische Genesung nach der Pandemie stark an einem gesunden Mittelstand hängt, weshalb hier eine breite Unterstützung Sinn gebe.

Hilfen ab nächster Woche

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte heute im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF, die Bundesmittel für notleidende Unternehmen und Selbstständige sollen von Mitte nächster Woche an ausgezahlt werden. Dann sollten alle Bundesländer geklärt haben, welche Behörden das Geld auszahlen, so der Minister, der ein unbürokratisches, "wo immer möglich auch elektronisches" Vorgehen ankündigte.

In Deutschland denken die großen Supermarktketten über einen geordneten Einlass nach, um das Ansteckungsrisiko für ihre Kunden zu senken. Nordrhein-Westfalen hat dazu sogar einen Erlass herausgebracht, nachdem sich nicht mehr als ein Kunde auf einer Fläche von zehn Quadratmetern befinden darf. Insgesamt ist die Situation aber überall entspannt.

Bundestag will "Epidemiefall" ausrufen

Die ARD berichtet mit Bezug auf Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, dass der Bundestag morgen den Epidemiefall ausrufen werde. Die Regelung solle auf ein Jahr begrenzt sein. Der "Gesetzentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" räumt dem Bund für einen befristeten Zeitraum zusätzliche Kompetenzen ein, um schnelle Entscheidungen herbeiführen zu können.

Das Bundesgesundheitsministerium wird demnach ermächtigt, Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung zu treffen und die Gesundheitsversorgung in die Hand zu nehmen. Unter anderem werden damit Melde- und Untersuchungspflichten geregelt und Maßnahmen zur Sicherstellung der Grundversorgung mit Arzneimitteln, Schutzausrüstung und Labordiagnostik verhängt. Der Bund kann dann auch die Vorschriften in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen flexibler handhaben. Für Deutschland zählt das John-Hopkins-Institut derzeit 30.150 Infizierte und 130 Todesfälle in Deutschland (Stand 24.3., 14:37 Uhr).

Trump ändert die Tonlage

US-Präsident Donald Trump spricht nicht mehr vom "chinesischen Virus", sondern von der "unsichtbaren Plage", nachdem er massive Kritik von asiatisch-stämmigen Mitbürgern einstecken musste. Generell sind die Amerikaner mit dem Krisenmanagement ihres Präsidenten nicht zufrieden. Es fehlt überall nicht nur an Tests, sondern auch an Masken, Schutzkleidung und Beatmungsgeräten.

Gestern Abend hat der US-Präsident das Kriegsgesetz "Defense Production Act" erstmals angewandt, um Hamsterkäufe zu unterbinden. Jetzt steht das Horten von Arzneimitteln unter Strafe, um Wucherpreise für Desinfektionsmittel, Gesichtsmasken und andere lebenswichtige Produkte zu verhindern. In den Bundesstaaten wird indes verlangt, dass die Regierung die Industrie verpflichten soll, kriegsentscheidende Güter herzustellen.

In den USA verbreitet sich die Corona-Pandemie derzeit in großer Geschwindigkeit, besonders New York ist schwer betroffen. US-weit werden derzeit 46.481 Infektionen gezählt, 593 Menschen haben nicht überlebt. In Europa grassiert die Seuche in Italien (63.927 Infizierte, 6077 Tote) und nun vor allem auch in Spanien, wo 39.673 Menschen krank und 2.696 gestorben sind.

Montag, 23. März

Darf 14 Tage nicht aus dem Haus: Angela Merkel steht unter Quarantäne, weil sie von einem infizierten Arzt behandelt wurde.
Darf 14 Tage nicht aus dem Haus: Angela Merkel steht unter Quarantäne, weil sie von einem infizierten Arzt behandelt wurde.
Foto: Alexandros Michailidis - shutterstock.com

). Heute entscheidet das Bundeskabinett im Kanzleramt über ein Hilfspaket für die deutsche Wirtschaft, das noch in dieser Woche alle parlamentarischen Hürden nehmen soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich per Videokonferenz zuschalten. Sie befindet sich seit gestern in häuslicher Quarantäne, nachdem ein Arzt, der ihr eine Pneumokokken-Impfung verabreicht hatte, anschließend positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Am kommenden Mittwoch soll der Bundestag die Maßnahmen verabschieden, am Freitag dann der Bundesrat seinen Segen geben.

Schnelle Hilfe für Selbständige

Mit einem Notpaket in Höhe von 40 Milliarden Euro will die Bundesregierung zunächst Kleinbetrieben und Selbstständigen für drei Monate mit Beträgen zwischen 9000 und 15.000 Euro unter die Arme greifen. Das berichten verschiedene Medien, darunter Spiegel und Zeit. Versprochen wurde ein schnelles, unbürokratisches Vorgehen. Die Betroffenen müssen nur glaubhaft versichern, dass sie durch die Corona-Krise einen Liquiditätsengpass haben.

Mehrere 100 Milliarden Euro sollen außerdem in einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) fließen. Der Bund erklärt sich bereit, staatliche Garantien für Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu insgesamt 400 Milliarden Euro zu übernehmen. Über die staatliche Förderbank KfW soll außerdem ein unbegrenztes Kreditförderprogramm bereitgestellt werden.

Für große Konzerne sind im Notfall sogar temporäre Verstaatlichungen vorgesehen. Für die Lufthansa beispielsweise würde der Bund dann milliardenschwere Garantien geben und auch Schuldtitel übernehmen. Wenn die Krise vorbei ist, sollen solche Unternehmen wieder privatisiert werden. Ihnen soll zudem ein Aufschub bei den Steuerzahlungen gewährt werden.

Informationen über wirtschaftliche Folgen des Coronavirus und Soforthilfen:

Um all das zu finanzieren, muss die Bundesregierung so viele Schulden aufnehmen wie noch nie. Allein für 2020 rechnet das Finanzministerium mit Kosten für Hilfsprogramme von rund 123 Milliarden Euro. Gleichzeitig dürften weniger Steuern hereinkommen, vermutlich wird das Minus bei 33 Milliarden Euro liegen. Finanzminister Olaf Scholz geht deshalb von einer Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro aus - 100 Milliarden Euro mehr als die Schuldenbremse im Grundgesetz erlaubt. Diese soll deshalb über eine Notfallregel vorübergehend außer Kraft gesetzt werden.

Kurzarbeit als Rettungsanker

Wie in der Finanzkrise können Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, wenn die Aufträge ausgehen sollten. Dann übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des Lohns, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent. Die Unternehmen bekommen Sozialbeiträge erstattet. Derzeit geht der Bund von gut zehn Milliarden Euro an Kosten für Kurzarbeitergeld aus.

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