Glassdoor-Studie

Karriereorientierte wollen zurück ins Büro

Hans Königes war bis Dezember 2023 Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Die Mehrheit der Mitarbeiter stellt einen Karriere-Stillstand seit dem Beginn der Pandemie fest. Und: Vor allem Jüngere zieht es wieder ins Büro, wie eine aktuelle Glassdoor-Umfrage zeigt.
Immerhin 62 Prozent der Büromitarbeiter fürchten um ihre beruflichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, wenn sie weiterhin nur noch von zu Hause arbeiten.
Immerhin 62 Prozent der Büromitarbeiter fürchten um ihre beruflichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, wenn sie weiterhin nur noch von zu Hause arbeiten.
Foto: GLASSDOOR

Mehr als drei Viertel der Mitarbeiter fühlt sich wohl damit, zurück ins Büro zu kommen. Nur jeder Fünfte möchte aktuell nicht zurückkehren. Die Einstellungen von Männern und Frauen hinsichtlich der Rückkehr ins Büro sind hierbei sehr ähnlich. Ein deutlicher Unterschied ist hingegen zwischen zwei Altersgruppen zu erkennen: Bei den 18- bis 24- Jährigen und damit der jüngsten Gruppe der Befragten freuen sich 44 Prozent auf die Arbeit im Büro, die 45- bis 54-Jährigen sehen mit nur 19 Prozent ihrer Rückkehr deutlich weniger enthusiastisch entgegen.

Immerhin 62 Prozent der Befragten haben die Befürchtung, dass das Arbeiten von zu Hause einen negativen Effekt auf ihre Fortbildungs-, Aufstiegs- oder Gehaltsmöglichkeiten hat. Insbesondere unter der jüngsten Gruppe der 18- bis 24-Jährigen machen sich 38 Prozent darüber Gedanken, ob das Home-Office negative Auswirkungen auf das Lernen und ihre Entwicklung hat. Männer (31 Prozent) haben eher Bedenken als Frauen (24 Prozent), dass sich die Arbeit im Home-Office negativ auf ihre Beförderungsmöglichkeiten auswirkt.

Fakt ist: Auch nach anderthalb Jahren im Home-Office haben sich noch nicht alle an die neue Situation gewöhnt: Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) sagt, dass ihre KarriereKarriere seit dem Aufkommen der Pandemie stagniert oder sich verschlechtert hat. Fast ebenso viele Befragte kommen allerdings gut mit der neuen Lage klar: Knapp die Hälfte (45 Prozent) gibt an, dass sich ihre Karriere seit dem Aufkommen der Pandemie verbessert hat. Alles zu Karriere auf CIO.de

Ins Büro wegen Kollegen

Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich seit der Pandemie weniger mit den Kollegen verbunden: Frauen finden mit 20 Prozent eher als Männer (15 Prozent), dass die sozialen Kontakte ein Grund für sie sind, wieder im Büro anwesend sein zu wollen. Bei der Frage, ob sich das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen während der Pandemie verändert hat, gab etwa ein Viertel der Befragten an, sich seit der Pandemie weniger mit ihren Vorgesetzten (26 Prozent) und mit dem Unternehmen (22 Prozent) verbunden zu fühlen. Jede fünfte Person meint, dass sie seit der Pandemie weniger in der Lage ist, ihre Arbeit effektiv zu erledigen.

Nach 18 Monaten Arbeiten von zu Hause aus sind Technik-Probleme noch immer ein Problempunkt für viele: Die technische Ausstattung und ein geeigneter Schreibtisch stellen für jeden Vierten (24 Prozent) einen Grund dar, ins Büro zurückzukehren. Bei der Frage nach den Bedenken der befragten Mitarbeiter haben 29 Prozent angegeben, dass sie um ihre Work-Life-Balance fürchten, wenn sie wieder ins Büro zurückkehren.

Außerdem macht sich ein Drittel der Befragten Sorgen bezüglich des wieder anfallenden Arbeitswegs und 27 Prozent, weil sie sich für das Büro wieder zurecht machen müssen. Auch hinsichtlich des richtigen Verhaltens im Büro machen sich Mitarbeiter Gedanken: 13 Prozent fragen sich, ob sie den Kollegen zur Begrüßung die Hand schütteln, lieber die Faust geben oder andere Alternativen nutzen sollen.

"Die Studienergebnisse zeigen, dass sich die Beschäftigten in Deutschland auch nach 18 Monaten Pandemie noch nicht an das Arbeiten von zu Hause gewöhnt haben", sagt Jill Cotton, Careers Trends Analyst bei Glassdoor. "Es wird aber auch deutlich, wie wichtig es künftig ist, dass jeder so arbeiten kann, wie es für sie oder ihn am besten passt - sei es zu Hause, wieder vor Ort im Büro oder in einem hybriden Modell."

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