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Wegen Chip und PIN

Kartenbetrüger verlegen sich auf Online-Systeme

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Einführung von Chip- und PIN-Systemen hat bewirkt, dass Kartenbetrüger auf Online-Bezahlsysteme ausweichen. Sie wollen das Vorlegen einer Karte vermeiden.

Die gute Nachricht zuerst: Seit Einführung von Chip und PIN ging der Betrug mit gefälschten Karten um satte 60 Prozent zurück. Das behauptet zumindest das Münchener Unternehmen Fico, ein Anbieter von Analytik und Lösungen für das Decision Management.

Das heißt nun aber nicht, dass Kartenbetrüger aufgeben. Sie verlagern ihre Aktivitäten zum Beispiel auf Online-Bezahlsysteme - Ziel ist, das Vorlegen von Karten zu vermeiden.

Fico stützt diese Aussage auf die Auswertung von Kartendaten über einen Zeitraum von zwei Jahren. Basis sind 55 Millionen aktive europäische Kreditkarten aus dem Falcon Fraud Konsortium.

Im Rahmen dessen hat Fico auch untersucht, welche Akzeptanzstellen es Betrügern besonders leicht machen. Hierbei liegen Hotels, Motels und Urlaubsressorts vorn. Es folgen Reisebüros und -veranstalter (ohne Flugbuchungen) vor Geldautomaten und Supermärkten.

Nach Aussage von Martin Warwick, Fraud Chief EMEA bei Fico, hätten die Betrüger noch vor drei Jahren mehrheitlich Karten benutzt. Nun beobachte man in Europa "einen enormen Wandel".

Deutschland beliebtes Ziel bei Kriminellen

Wie Warwick sagt, arbeiten Kriminelle heute verstärkt grenzübergreifend - Deutschland sei dabei ein beliebtes Ziel. Hier seien Systeme zu Betrugserkennung und -prävention noch "weniger etabliert", warnt er.

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