Erst fühlen, dann denken

Körpersprache verrät Emotionen

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT. Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.

Offen oder verschlossen, wahr oder falsch?

Grundlegende körpersprachliche Elemente sind das Öffnen und das Schließen. Eine entgegengestreckte, offene Hand bietet an, verschränkte Arme dagegen wehren eher ab. Ein offener Gesichtsausdruck signalisiert: "Ich bin offen für deine Ideen und Gedanken." Zusammengekniffene Augen machen Skepsis deutlich. Die Kombination dieser Signale zeigt dem bewusst Wahrnehmenden recht deutlich an, ob sein Gegenüber die Wahrheit erzählt, mit seiner Meinung hinter dem Berg hält oder sogar lügt. Einfach zu erkennen? Nein, auf keinen Fall. Aber mit Fachwissen und gutem Training durchaus erlernbar.

Spannende Einsatzmöglichkeiten

Für Professionals in Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch für kommunikationsstarke Privatpersonen bildet die Entschlüsselung der Körpersprache ganz hervorragende Möglichkeiten, die Kommunikations- bzw. die Verhandlungskompetenz zu erweitern. Gesprächspartner können besser verstanden und die eigenen Botschaften klarer, wirkungsvoller mitgeteilt werden. Ob in politischen Begegnungen oder in Gesprächen zwischen Unternehmern und Betriebsräten, ob in Verkaufssituationen oder in Auseinandersetzungen mit Menschen, mit denen wir Wichtiges zu klären haben - wir sind als Menschen darauf angewiesen, eine gut funktionierende Kommunikation zu erreichen.

Wir wollen wissen, ob unsere Gesprächspartner tatsächlich meinen, was sie sagen. Wir wollen wissen, woran wir sind und klarer fühlen, wie wir selbst zu den Dingen stehen, die erörtert werden. Eine gute Nachricht: Vor allem das Lesen und Verstehen körpersprachlicher Informationen lässt sich in recht kurzer Zeit erlernen und trainieren.

In ganz besonderen Situationen und bei wichtigen Verhandlungen werden heute immer öfter Körpersprache-Coaches hinzugezogen, zum Beispiel als Kommunikationsbegleiter in Wirtschaft und Politik. Sie übernehmen die Aufgabe, parallel zur verbalen Auseinandersetzung, mit einer Analyse der körpersprachlichen Signale der Verhandlungspartner mehr Klarheit zu erhalten: Wer spricht über Reales, wer konstruiert sich etwas zusammen, wer hat noch Zweifel, wer kann sich bereits anfreunden mit den erreichten Gesprächsergebnissen?

Der Autor Karl Heinz Lorenz ist Diplom Betriebswirt (DH), Managementtrainer, Berater, Hochschuldozent, Inhaber von Lorenz-Seminare Personality- & Competence-Training, Weidenthal, und Autor des Buches "Typisch Kunde!", erschienen im Lorenz Verlag Elmstein, www.lorenz-verlag.de

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