Mit Tablet und Smartphone in den Urlaub

Kostenfalle Datenroaming im Ausland

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt.
Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 

Tipps und spezielle Tarife

Vielsurfer sollten zudem überlegen, ob sie die anfallende Datenmenge noch weiter reduzieren können. Ein Ansatz hierzu ist etwa die Nutzung des Browsers Opera Mini, der unter anderem für iPhoneiPhone und AndroidAndroid erhältlich ist. Sein Hersteller verspricht je nach Web-Seite eine Einsparung von bis zu 90 Prozent. Erreicht wird dies dadurch, dass nicht direkt auf eine Web-Seite zugegriffen wird, sondern über einen Proxy-Server des Herstellers. Dort werden die Seiten für die Darstellung auf den mobilen Endgeräten optimiert und dabei gleichzeitig die zu übertragende Datenmenge reduziert. Alles zu Android auf CIO.de Alles zu iPhone auf CIO.de

Hochauflösende Bilder und bewegte Animationen: Wer darauf verzichtet, kann so seine Roamingkosten senken.
Hochauflösende Bilder und bewegte Animationen: Wer darauf verzichtet, kann so seine Roamingkosten senken.
Foto: Deutsche Telekom

Reisende, die unterwegs ein Notebook nutzen, sollten sich fragen, ob sie beim mobilen Surfen wirklich hochauflösende Bilder oder bewegte Animationen benötigen. Wird darauf verzichtet, so lässt sich das übertragene Datenvolumen drastisch verkleinern und so Geld sparen. Entsprechende ToolsTools offerieren eigentlich alle großen Netzbetreiber auf ihren Web-Seiten. So bietet etwa Vodafone einen "Performance Manager", der auch in der "Dashboard-Software" für Datenkarten und -sticks integriert ist. Das Pendant bei O2 heißt beispielsweise "Connection Manager". Alles zu Tools auf CIO.de

Für vielreisende Business-Kunden offerieren beispielsweise Vodafone oder O2 Telefonica zudem noch Tarife, bei denen bereits ein Datenvolumen für die Datennutzung im EU-Ausland sowie die LTE-Nutzung in Deutschland inkludiert ist. Bei O2 ist ein solches Paket für monatlich um die 30-40 Euro als Tarif O2 Blue All-in L Professional erhältlich. Neben einem Datenvolumen von 2 GByte für die Nutzung in Deutschland enthält es 100 MByte für die Verwendung im EU-Ausland. Deutlich teurer ist dagegen das Vodafone-Angebot Red Business L Europe mit 99,95 Euro, Dafür erhält der Benutzer hierzulande ein Datenvolumen von 10 GByte und im EU-Ausland 1 GByte. Während bei O2 lediglich 90 Telefonminuten im Ausland inbegriffen sind, erhält der Vodafone-Kunde eine Telefon-Flatrate. Letztlich ist von Fall zu Fall mit spitzem Bleistift nachzurechnen, ob sich diese Tarife wirklich lohnen, oder ob man nicht mit einem der Reisepakete günstiger fährt. Speziell das Vodafone-Angebot dürfte sich nur für Vielreisende mit vielen Auslandsaufenthalten rechnen. Generell ist es empfehlenswert, sich vor der Reise über entsprechende Optionen zu informieren, zum Beispiel bei der Telekom mit Travel&Surf. Die Preise ändern sich häufig sehr schnell. Bei der Recherche helfen Internetseiten wie teltarif.de oder handytarife.de.

Damit erschöpft sich denn auch das Sparpotenzial beim Datenroaming, wenn der Anwender für Auslandsreisen keine weiteren Vertragsbeziehungen mit anderen Mobilfunkanbietern eingehen will. 2014 eröffnet sich für Reisende nämlich eine neue Option. Ab dann sollen nach dem Willen der EU Mobilfunknutzer die Möglichkeit erhalten, zusätzlich zu ihrem heimischen Vertrag einen Roamingvertrag mit einem anderen, etwa ausländischem Anbieter abschließen zu können. Auf einer Auslandreise würde sich das Smartphone dann in das jeweilige Netz des Roamingpartners einbuchen. Der Anwender könnte so die teuren Roamingtarife des heimischen Providers umgehen.

Wer nicht warten will, bis es passende Tarife gibt, kann bereits heute mit einigen einfachen Kniffen im Ausland andere Anbieter nutzen und so das teure Roaming umgehen. Naheliegend ist dabei etwa die Nutzung von öffentlichen WLAN-Hotspots. Im Gegensatz zu Deutschland ist die WLAN-Nutzung in den meisten ausländischen Hotels mittlerweile kostenlos und selbst das Surfen in einem kostenpflichtigen Hotspot ist meist günstiger als das Datenroaming. Eine andere Option ist die Nutzung von ausländischen Mobilfunk-SIM-Karten des jeweiligen Reiselandes. Wer hier Sprachschwierigkeiten bei der Freischaltung befürchtet, kann entsprechende Karten bereits in Deutschland ordern. Für Anwender, die im Ausland mit mehreren Endgeräten online gehen wollen könnte, ein anderer neuer Service von Interesse sein: so genannte Miet-Router oder Miet-Hotspots. Dabei handelt es sich um kleine Mobilfunk-fähige WLAN-Router, die von den Anbietern gleich mit den SIM-Karten für das jeweilige Reiseland vermietet werden.

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