IT-Strategietage 2019

KraussMaffei Group CIO: Jetzt wird der Investitionsstau aufgelöst



Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Malte Manke, CIO der KraussMaffei Group, inzwischen ein deutsch-chinesischer Mischkonzern, sprach auf den Hamburger IT-Strategietagen über seine Liebe zu China.
KraussMaffei Group CIO Malte Manke.
KraussMaffei Group CIO Malte Manke.
Foto: Foto Vogt

Die KraussMaffei GroupKraussMaffei Group mit Sitz in München ist ein traditionsreiches Industrie-UnternehmenIndustrie-Unternehmen im Maschinenbau. Das Unternehmen selbst ist bereits 180 Jahre alt und beschäftigt heute über 5.000 Menschen weltweit. Seit April 2016 ist die KraussMaffei Group im Besitz eines Konsortiums bestehend aus der chinesischen Staatsfirma ChemChina sowie dem Investor Guaxin. Top-500-Firmenprofil für KraussMaffei Group GmbH Top-Firmen der Branche Industrie

KraussMaffei hat eine schwierige Vergangenheit hinter sich. Alle drei bis vier Jahre kam ein neues privates Equity-Haus. Trotzdem, so sagt Manke, seien viele Mitarbeiter seit zwanzig Jahren dabei. Manke: "15 Jahre Private Equity, da war wenig Spaß dabei. Jetzt wird der Investitionsstau aufgelöst. 2019 haben wir das größtes IT-BudgetIT-Budget ever, plus 30 Prozent an Mitarbeitern in München." Alles zu IT-Budget auf CIO.de

Im Konzernverbund für Kunststoffprodukte

Manke: "Es gab viele bewegte Jahre, wir kommen aus einem Gemischtwaren-Konzern, der wurde 2001 aufgelöst, die Lokomotiven- und Panzer-Sparte verkauft." Heute fertigt das Unternehmen Maschinen, die Kunststoffprodukte auswerfen. Maschinen mit denen man Yoghurtbecher, Gummireifen oder Rohre herstellen kann. "2016 übernahm das Staatsunternehmen ChemChina KraussMaffei, zwar kaum bekannt, aber dazu gehört beispielsweise auch Pirelli."

Malte Manke im Festsaal der Hamburger IT-Strategietage 2019.
Malte Manke im Festsaal der Hamburger IT-Strategietage 2019.
Foto: Foto Vogt

Manke hat ein besonderes Verhältnis zum Land, dem das Unternehmen gehört. Der Wirtschaftsingenieur ist international ausgerichtet: Er ist Schwabe, mit einer Spanierin verheiratet. Er sagt mit Überzeugung: "Ich liebe China!" Und er sieht viele Parallelen zu Spanien. "Essen, Kultur, Witze, Familiäres, Um Shanghai herum, kann man essen wie in Spanien."

Manke zeigt Bilder: "Das ist ein Land der Gegensätze mit uralter Kultur, 5.000 Jahre alt." Zum Thema Umweltverschmutzung sagt er: "Anfang letzten Jahres liefen wir durch Shanghai, an einer Kreuzung sind wir stehen geblieben und haben Elektroroller gezählt. 70 Prozent der Motorräder und Mopeds sind dort elektrisch."

100-Jahres-Plan

Chinesen denken sehr langfristig, sagt Manke. Es gibt einen 100-Jahresplan. Das Land sei sehr familiär geprägt. Das gelte auch für Unternehmen. Allerdings gebe es auch 200 Millionen Wanderarbeiter auf Landflucht. ChemCina organisiere für seine "Familie" in Deutschland jährlich ein großes Sommer-Event.

Die wahren Kosten billiger Toner-Kartuschen

Das Verhältnis zu China sei ein Geben und Nehmen. "Die Muttergesellschaft gibt Werke aus ihrem Portfolio in unseren Betrieb. Wir haben mehrere ProjekteProjekte in China. Wir führen dort eine E-Service-Plattform ein. Bei der E-Commerce-Architektur bedienen wir uns der Architektur aus der ChemChina-Gruppe, auch der Alibaba-Cloud." Alles zu Projekte auf CIO.de

WeChat und AliPay hätten die Chinesen in ihre Ideologie eingebaut. Es gebe dort so gut wie keine Geldscheine mehr. Sie hätten es aber nicht geschafft, diese Strategie auf westliche Prozesse zu übertragen. Manke staunt: "Man denkt, die machen alles sehr schnell und ohne Konzept. Das hat aber alles Hand und Fuß."

China komme als Weltmacht rüber und Amerika als das Land, das es zu bekämpfen gilt. Stichworte: Die neue Seidenstraße, die starke Afrika-Strategie, um dort Infrastruktur aufzubauen und Partner zu gewinnen.

Es gibt aber auch für Manke Seltsames. Das sind die chinesischen Meetings. "Die finden so statt: Einer liest etwas vor, alle hören zu, dann liest der nächste etwas vor. Es wird nichts entschieden, und am Schluss gehen alle auseinander." Das Überraschende dabei sei aber : "Nachher funktioniert es trotzdem."

Mankes Fazit: "Tolle Menschen und Landschaften. Ich liebe das Land. China hat eine einheitliche Linie. Das bräuchten wir vielleicht auch mehr bei uns in Europa."

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