Strategien


Open Innovation

Lassen Sie Kunden in der Produktentwicklung mitmachen

04.12.2014
Von Julian Bahrs

Zwei Prinzipien für derartige Produktentwicklungsansätze lassen sich an diesen beiden Best Practices erkennen: Die Produktentwicklung - orginär eigentlich ein wichtiger Tätigkeitsbereich eines Unternehmens - wird in Teilen an die Nutzer ausgelagert. Darüber hinaus kann die entwickelte Idee auch von anderen Kunden gesehen und bewertet werden. Dadurch lässt sich schon bei der Entwicklung der Idee absehen, wie das spätere Produkt voraussichtlich am Markt von den Verbrauchern aufgenommen wird.

Bei der Ideengenerierung über die Crowd wird unterschieden zwischen einem geschlossenen ("Closed") Produktentwicklungskonzept und der sogenannten Open Innovation, bei der der Prozess für weitere Akteure geöffnet ist. Je nach dem Ziel, das sich ein Anbieter steckt, lässt sich die Open Innovation auch gezielt auf eine bestimmte Nutzergruppe einschränken.

Auch wenn beispielsweise Tchibo und Manhattan ihre ProjekteProjekte theoretisch für jeden interessierten Teilnehmer offen halten, locken sie in der Praxis doch vor allem sehr engagierte Personen an, die auch tatsächlich hochwertige Inhalte einbringen und Ideen sachlich und ehrlich bewerten. Die Kundenbindung steht hier im Fokus: Aus vormals passiven Konsumenten sollen aktive, motivierte Ideengeber werden, die sich sowohl für das Unternehmen als auch für seine Produkte und Markenstrategie begeistern können. Alles zu Projekte auf CIO.de

Kreativ oder Krise?

Weitsicht ist jedoch geboten: Bei manchen Ideenwettbewerben der Vergangenheit, die vornehmlich zur Fan-Aktivierung gedacht waren, schossen die Teilnehmer weit über das eigentliche Ziel hinaus. Als etwa die Fans der Facebook-Seite von Henkel in einem Wettbewerb kreative Designideen für das Spülmittel Pril einreichen sollten, sahen sie sich teilweise zu kuriosen Vorschlägen angespornt. Bekannt geworden ist etwa eine Flasche mit der Aufschrift "Schmeckt lecker nach Hähnchen". Als der Hersteller Henkel mit Zensur reagierte und das Voting-Verfahren nur noch für die vom Konzern bevorzugten Designs freigab, kam es zu Protesten in den sozialen Netzwerken.

Die Marketing-Strategen von Ritter Sport hingegen nahmen ähnlich kreative Beiträge mit Humor. Als vor einiger Zeit neue Schokoladenkreationen gesucht wurden, gingen auch Vorschläge wie "Toast Hawaii", "Döner Kebab" und "Blutwurst" ein. Diese wurden konsequent und souverän im eigenen Blog vorgestellt, wodurch der Schokoladenhersteller an Sympathie gewann.

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