Profis in MINT-Berufen

Lieber Software-Entwickler als Blockchain-Developer

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Berufstätige in den Sparten Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) arbeiten am Liebsten als Software-Entwickler, Architekten und Information-Technology-Spezialisten.
  • MINT-Profis legen vor allem auf eine gute Work-Life-Balance wert
  • Werden Berufstätige aller Sparten zusammengenommen, sehen sich 88 Prozent nicht auf Jobsuche – dennoch würden 42 Prozent ein besseres Angebot annehmen
  • Jeder vierte Freelancer würde keinesfalls eine Festanstellung wollen
Insgesamt 42 Prozent der Befragten würden bei einem besseren Angebot zugreifen - gleichzeitig erklären 88 Prozent, derzeit keinen neuen Job zu suchen.
Insgesamt 42 Prozent der Befragten würden bei einem besseren Angebot zugreifen - gleichzeitig erklären 88 Prozent, derzeit keinen neuen Job zu suchen.
Foto: SThree

Mit der Digitalisierung entstehen neue Berufsbilder wie Datenwissenschaftler oder Blockchain DeveloperDeveloper. Dennoch wollen Profis der MINT-Sparte (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) am liebsten als Software-Entwickler, Architekten und Information Technology-Spezialisten arbeiten. Das zeigt eine gemeinsame Erhebung des Karrierenetzwerks LinkedIn und der Personalberatung SThree. Basis sind Angaben von rund 1.300 Freiberuflern und Festangestellten in Deutschland. Alles zu Developer auf CIO.de

Die Autoren der Umfrage zählen bei dieser Auswertung medizinische Berufe zur MINT-Sparte dazu. Nach den drei genannten Berufen setzen sich die Top Ten der beliebtesten Positionen so fort: Projekt-Ingenieur, IT-Berater, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Entwicklungsingenieur, Systemingenieur und Krankenpfleger/-schwester sowie Arzt.

Insgesamt sind knapp sechs von zehn MINT-Profis (58 Prozent) sicher, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Am wichtigsten sind ihnen gute Work-Life-Balance (59 Prozent), attraktive Benefits (56 Prozent) und herausfordernde Aufgaben (54 Prozent). Mehr als jeder Zweite arbeitet in den Bereichen IT und Ingenieurwesen. Nur acht Prozent sind für die Finanzindustrie tätig, obwohl diese Branche solche Spezialisten dringend sucht.

Coach soll bei Gehaltsverhandlungen unterstützen

Soviel zu den Befragten der MINT-Sparte. Berufsübergreifend zeigen die Zahlen Folgendes:

Kriterien für die Bezahlung: Zwei von drei Befragten (66 Prozent) erklären, dass Leistung und Erfolg über das Gehalt entscheiden sollten. Für weitere 30 Prozent sollte auch die Berufserfahrung eine Rolle spielen, für 27 Prozent außerdem die Verantwortung. In der Realität sieht es aber anders aus, so die Befragten weiter: die wichtigsten Kriterien sind die Tarifeinstufung (36 Prozent), die Berufserfahrung (29 Prozent) und die Position (25 Prozent).

Außerdem sagen 71 Prozent der Studienteilnehmer, dass es für die gleiche Leistung nicht automatisch das gleiche Gehalt gibt: wer "besser verhandelt", bekommt auch mehr. Insgesamt 56 Prozent glauben, mit einem Experten an der Seite - beispielsweise einem Coach - mehr Geld aushandeln zu können.

Jeweils jeder vierte Freiberufler erklärt, auch für viel Geld nicht in die Festanstellung zu gehen - bei den Festangestellten zeigt sich das gleiche Bild.
Jeweils jeder vierte Freiberufler erklärt, auch für viel Geld nicht in die Festanstellung zu gehen - bei den Festangestellten zeigt sich das gleiche Bild.
Foto: SThree

Jobsuche: Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) geben an, derzeit keinen neuen Job zu suchen. Dennoch würden 42 Prozent zugreifen, wenn sie ein "besseres Angebot" erhalten. "Besser" ist ein Angebot aus Sicht der Befragten vor allem dann, wenn das Gehalt höher liegt (55 Prozent), wenn die Aufgaben zufriedenstellender sind (24 Prozent) und die Work-Life-Balance besser ausfällt (21 Prozent).

Freiberuflichkeit: Jeder vierte FreiberuflerFreiberufler (25 Prozent) würde keine Festanstellung akzeptieren, "egal, wie hoch der Gehaltssprung wäre". Umgekehrt würde sich ebenfalls jeder vierte Festangestellte nicht selbstständig machen, egal, wie hoch das Einkommen wäre. Dagegen würden 18 Prozent der jetzt abhängig Beschäftigten in die Freiberuflichkeit wechseln, wenn sie dort mindestens 30 Prozent mehr Geld erwirtschaften könnten. Alles zu Freiberufler auf CIO.de

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