IT-Strategietage 2017

Linde entwickelt die digitale Gasflasche

Der Industriegaseproduzent Linde hat Sensoren und Chips an das Ventil von Gasflaschen geflanscht. Mit Analytics sollen nun neue Business-Cases gefunden werden.
Armin Kress, Senior Enterprise Architect und Member of Global IS Management Office bei der Linde Group, sprach auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Armin Kress, Senior Enterprise Architect und Member of Global IS Management Office bei der Linde Group, sprach auf den Hamburger IT-Strategietagen.
Foto: Foto Vogt

LindeLinde arbeitet zurzeit daran, Gasflaschen zu digitalisieren. Bereits im Jahr 2014 hatte die Linde Group ein neues Ventil für Gasflaschen entwickelt. Um dieses neue Ventil legten die Techniker nun einen "Blue Collar", wie Armin Kress, Senior Enterprise Architect und Member of Global IS Management Office bei der Linde Group, auf den Hamburger IT-Strategietagen berichtete. Anhand dieses blauen Kragens in Verbindung mit dem neuen Ventil schilderte er ein pragmatisches Beispiel für DigitalisierungDigitalisierung. Top-500-Firmenprofil für Linde AG Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

In dem blauen Kragen stecken unter anderem ein Druckmess-Sensor, ein Temperaturfühler sowie ein Mobilfunkchip und eine Displayanzeige für die DatenDaten. Außerdem sitzt eine fest eingegossene Batterie mit einer Laufzeit von acht bis zehn Jahren an der Flasche, was dem Wartungszyklus einer Gasflasche entspricht. Top-Firmen der Branche Industrie

Der Datenaustausch zwischen Flasche und Linde läuft über eine neu geschaffene Cloud-Infrastruktur. Außerdem wurde dafür gesorgt, dass eine Stammdatensynchronisation mit dem SAP-Backend erfolgt.

Über die bislang reine Leseschnittstelle erfährt Linde nun von einigen wenigen Testkunden, um welche Gasflasche es sich handelt, wie ihr Füllstand ist und wo sie steht. Zunächst einmal bekommen die Kunden alle Daten angezeigt. Im nächsten Schritt will Linde nun neue Business-Cases finden, wie man die Daten noch anderweitig nutzen kann.

Die smarte und vernetzte Linde-Gasflasche

So könnten Kunden in Zukunft beispielsweise über den "Blue Collar" neue Gasflaschen bestellen; oder Linde könnte mit Analytics herausfinden, wann der Kunde wieder eine neue Flasche braucht. Die Flaschen könnten dann automatisch, quasi predictive, geliefert werden. Bei einer automatischen Lieferung würde sich auch die Abrechnung ändern, zum Beispiel in Richtung Flatrate.

Ein Vorteil für Linde könnte darin liegen, die Logistik besser zu planen, also LKW-Touren für die Auslieferung von Gasflaschen zu optimieren und so die Lieferkosten zu reduzieren.

All das sind noch Ideen, die gerade durchgespielt werden, das Ganze ist noch im Experimentalstadium. Dennoch verfing die Idee, wie die Frage eines Zuhörers zeigte. Er wollte wissen, wann er seinen Gasgrill zu Hause digitalisieren könne.