Strategien


Energieversorger Verbund

Masterplan für die Digitalisierung

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.
Mit einer konzernweiten Governance-Struktur stellte CIO Stefan Zierlinger die Weichen für den digitalen Wandel des österreichischen Energieversorgers. IT- und TK-Bereiche führte er zu einer schlagkräftigen Einheit zusammen.
Stefan Zierlinger, CIO der Verbund AG: "Es war wichtig, ein gemeinsames Ziel zu definieren, das allen klar ist".
Stefan Zierlinger, CIO der Verbund AG: "Es war wichtig, ein gemeinsames Ziel zu definieren, das allen klar ist".
Foto: Verbund AG

"Wir haben quasi währenddes Flugs das Flugzeug umgebaut." So beschreibt Stefan Zierlinger sein wichtigstes Projekt der vergangenen Jahre. Zum 1. Juli 2018 führte die Verbund AG die zentrale IT mit dem Bereich Telekommunikation zusammen. Zierlinger wurde Leiter der neuen ITK-Einheit und zugleich Konzern-CIO. Während des organisatorischen Umbaus mussten er und sein Team den sensiblen ITK-Betrieb aufrechterhalten und zugleich die Rolle der IT im digitalen Transformationsprozess neu definieren.

Der Verbund-Konzern mit seinen rund 3.000 Mitarbeitern ist Österreichs wichtigster EnergieversorgerEnergieversorger und europaweit einer der größten Erzeuger von Strom aus Wasserkraft. Weil der Konzern eine für das Land kritische Infrastruktur bereitstellt, kommt dem ITK-Bereich eine besondere Rolle zu, betont Zierlinger: "Das Zusammenspiel von IT und Telekom ist eine wesent­liche Herausforderung für die Stromversorgung in Österreich." Top-Firmen der Branche Energie u. Rohstoffe

Die Telekommunikation galt traditionell als besonders starker Bereich im Konzern. Sie betreibt beispielsweise ein eigenes Funknetz, ist zuständig für Richtfunksta­tionen, Telefonie und die komplette TK-Infrastruktur.

Für die Zusammenführung mit der IT sprachen nicht nur betriebswirtschaftliche Gründe. Einerseits wollte der Konzern mit einer KonsolidierungKonsolidierung bisher verteilter Ressourcen Kosten senken. Andererseits, so der CIO, wüchsen IT- und TK immer enger zusammen: "Den Mitarbeitern ist es am Ende egal, ob sie es mit einem TK- oder einem IT-Thema zu tun haben. Sie wollen, dass alles funktioniert und Probleme rasch gelöst werden." Künftig sollten TK und IT verstärkt die Perspektive der internen Kunden einnehmen, berichtet Zierlinger. Für die neu geschaffene Einheit gelte das Motto: "One Face to the Customer." Alles zu Konsolidierung auf CIO.de

Doch mit organisatorischen Maßnahmen war es nicht getan. Der CIO hatte es auch mit unterschiedlichen Mentalitäten zu tun: Hier die "Kabler" aus dem TK-Bereich, die auch mal draußen Funkmasten reparieren konnten, dort die ITler, die drinnen an modernen Rechnern sitzen. Zierlinger: "Da prallten zwei Welten aufeinander."

Change-Prozess im ITK-Bereich

Der notwendige Change-Prozess war eine Herausforderung, konzediert der gelernte Ingenieur. "Deshalb war es wichtig, ein gemeinsames Ziel zu definieren, das allen klar ist." Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er eine "Mission und Vision" für den ITK-Bereich, die als Grundlage für das weitere Vorgehen diente. Im Kern gehe es darum, "Kundenanforderungen durch unsere Kompetenz und unser Expertenwissen bestmöglich, nachhaltig und mit State-of-the-Art-Technologien umzusetzen."

Zur Startseite