Lizenzierung auf Basis virtueller Kerne

Microsoft ändert Lizenzmodell für Windows Server

Andy Patrizio arbeitet als freier Journalist für die Network World.
Microsoft passt seine Windows-Server-Lizenzierung an. Der Konzern reagiert damit auf drohende Klagen von europäischen Cloud-Service-Anbietern.
Microsoft ändert sein Lizenzmodell für Windows Server.
Microsoft ändert sein Lizenzmodell für Windows Server.
Foto: Below the Sky - shutterstock.com

MicrosoftMicrosoft hat ein größeres Update seines Windows-Server-Lizenzierungsprogramms angekündigt. Ein Grund für die Änderung dürfte sein, dass sich europäische Cloud-Provider bei der EU beschwert hatten, dass Microsofts Software-Lizenzierungsprogramme unfair seien. Mit den Änderungen will der Konzern, so Branchenkenner, eine erneute Auseinandersetzung mit der EU-Kartellbehörde vermeiden. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Virtuelle Kerne lizenzieren

Die wichtigste Änderung ist die Einführung der Option, Windows Server auf der Grundlage virtueller Kerne zu lizenzieren. Bislang war lediglich eine Lizenzierung auf der Grundlage der Anzahl der physischen Prozessorkerne in einer Host-Maschinemöglich. Mit der Lizenzierung von Windows Server auf der Basis eines virtuellen Kerns können Anwender nun Lizenzen nur für die benötigten virtuellen Kerne erwerben (mit einem Mindestbetrag pro VM), ohne an die physische Anzahl von Kernen auf dem Server gebunden zu sein.

Das neue Modell, so Nicole Dezen, Chief Partner Office bei Microsoft, "vereinfacht die Lizenzierung von Windows Server bei Virtualisierung oder Outsourcing". Bislang war es nämlich für die Anwender schwierig sicherzustellen, dass sie über genügend Windows Server-Lizenzen verfügen, um alle physischen Kerne in einer Maschine abzudecken, wenn sie keinen Zugriff auf die physische Server-Hardware hatten.

Nur mit Software Assurance

Die Änderungen gelten nur für Kunden mit einer Software-Assurance-Lizenz. Eine Assurance-Lizenz umfasst zusätzlich zu den Softwarelizenzkosten Updates und Upgrades. Software-Assurance-Lizenznehmer können Windows-Server-Workloads auf virtuelle Azure-Maschinen verlagern und ihre an physische Kerne gebundene Lizenzierung auf die virtuellen Kerne in einer "Outsourcing-Infrastruktur" anwenden.

Der neue Lizenzierungsplan fügt eine sogenannte Flexible Virtualization hinzu, mit der Anwender On-Premises-Software laut Microsoft auf jede Infrastruktur eines Cloud-Anbieters - dediziert oder gemeinsam genutzt - migrieren können. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Die Regel gilt nicht für die großen Hyperscaler wie Alibaba, Amazon Web Services, Google und Microsoft. Auf diese Weise will Microsoft der Partner-Community unter die Arme greifen, die Clouds betreiben, um das Outsourcing zu virtualisieren.

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