IT-Strategietage 2017

Mit Ecosystemen Mehrwert schaffen

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Lumir Boureanu von Eurodata TEC zeigt auf den Hamburger IT-Strategietagen, dass man kein eigenes Ecosystem aufbauen muss. Auch der Anschluss an ein oder mehrere bestehende Systeme bringt Vorteile.
Lumir Boureanu, CTO und Geschäftsführer der Eurodata TEC GmbH, sprach auf den Hamburger IT-Strategietegen.
Lumir Boureanu, CTO und Geschäftsführer der Eurodata TEC GmbH, sprach auf den Hamburger IT-Strategietegen.
Foto: Foto Vogt

In seinem Vortrag auf den Hamburger IT-Strategietagen verdeutlicht Lumir Boureanu, wie sich durch den Aufbau eines Ecosystems Mehrwert schaffen lässt. Der CTO und Geschäftsführer der Eurodata TEC GmbH nennt mit Amazon, Google und Alibaba Beispiele sogenannter "born-digital companies", die für digitale Technologien Ecosysteme geschaffen haben. Für ein Ecosystem muss nicht zwingend eine Plattform gebaut werden.

Das sieht man zum Beispiel an Flughafen-Ecosystemen. Dass dort keine einheitliche Plattform existiert, zeigen unter anderem die eigenen Apps, die jede Airline für ihre Fluggäste bereitstellt. Doch trotzdem verfolgen alle Partner ein gleiches Ziel: Sie wollen, dass ihre Kunden pünktlich sind und die Kosten niedrig halten. Daher ziehen sie an einem Strang, teilen sich Daten und halten das Ecosystem am Leben.

Die Marktforscher von Gartner unterscheiden im Bereich B2B drei Arten von Ecosystemen: Treiber, Partner und Market Maker.

  • Bei den Treibern, beispielsweise zu beobachten im Bereich Smart Home, agiert eine starke Gruppe gemeinsam. Angetrieben wird sie jedoch von einem führenden Mitglied der Gruppe.

  • Partner agieren auf Augenhöhe und kooperieren miteinander.

  • Market Maker bringen die Nachfrage zum Angebot, beispielsweise Airbnb oder eine Plattform, auf der sich schwere Maschinen mieten lassen.

Man muss kein eigenes Ecosystem bauen

Wer Teil eines Ecosystems sein möchte, benötigt im ersten Schritt Klarheit über das eigene Geschäftsmodell. Dann kann man sich mit den folgenden Fragen an ein Ecosystem herantasten: Was ist unser Ecosystem? Welche Rolle nehmen wir dort ein? Benötigt unser Ziel ein eigenes Ecosystem oder können wir uns einem oder mehreren bestehenden anschließen? Ist die Wahl getroffen, empfiehlt Boureanu Grenzen zu definieren und zu setzen, um wichtiges Know-how nicht komplett im Ecosystem zu teilen.

Ecosystem digitales Fahrtenbuch

Wie er sich das konkret vorstellt, verdeutlicht der CTO am Beispiel eines digitalen Fahrtenbuches. Der Markt scheint gesättigt, doch die verfügbaren Lösungen haben keine Akzeptanz und werden kaum genutzt, wodurch Autofahrer sich hohe Steuerersparnisse entgehen lassen.

In seinem Beispiel nutzt Boureanu die Ecosysteme der Autobauer und Mineralölgesellschaften, um die Lösung in Firmenwägen zu integrieren und sie so den gewünschten Zielgruppen verfügbar zu machen. Auch Autobauer und Mineralölgesellschaften profitieren davon, weil sie so ihre Kunden besser kennenlernen, ihnen zusätzliche Funktionen anbieten können und sie im besten Fall an sich binden. Boureanu selbst testet die Anwendung bereits seit einem Jahr in seinem eigenen Firmenwagen.

Kommentare zum Artikel

comments powered by Disqus
Zur Startseite