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Transparente Lieferkette

Modehändler H&M setzt auf die Blockchain

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Modekette H&M will die Herkunft ihrer Ware über eine Blockchain-basierte Plattform dokumentieren.
Von Schweden aus verkauft H&M (Foto: Shop in London) günstige Textilien in viele Teile der Welt.
Von Schweden aus verkauft H&M (Foto: Shop in London) günstige Textilien in viele Teile der Welt.
Foto: H&M Group

Bis Ende dieses Jahres will der Modeanbieter H&MH&M die Herstellung und den Weg von mehr als 200 Millionen Kleidungsstücken dokumentieren können. Das schwedische Unternehmen setzt dabei auf eine Blockchain-basierte Plattform des Anbieters TextileGenesis. Dieser operiert von Hongkong und Indien aus und arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit mehr als 50 Markenherstellern zusammen, darunter Lenzing. Top-500-Firmenprofil für H&M

H&M hat den Plattformanbieter 2020 bereits mit einem Preis - dem Global Change Award - ausgezeichnet. Das Lifestyle-Unternehmen hofft, künftig jeden Einsatz zellulosehaltiger Fasern und wiederverwendeten Polyesters nachvollziehen zu können. Das entspricht rund einem Fünftel des Materials in H&Ms Kleidungsstücken. TextileGenesis setzt dazu einen Token namens Fibercoin ein. Verläuft das Projekt erfolgreich, will H&M die Blockchain-Initiative ausweiten.

TextileGenesis hält das Projekt für "nicht einfach"

Das Vorhaben sei "nicht einfach", erklärt der Plattformanbieter selbst. Jeder am Herstellungs- und Lieferprozess Beteiligte müsse eingebunden werden, sämtliche Angaben stimmen. TextileGenesis spricht von möglicherweise "untragbaren" Kosten für Unternehmen, die schnelle, preisgünstige Modewaren auf den Markt bringen wollen. Bisher hätten nur sehr wenige Fashion-Anbieter genaue Informationen zu Herkunft und Verarbeitung ihrer verwendeten Rohmaterialien.

Das Kürzel H&M steht für Hennes (deutsch etwa "für sie" oder "ihres") und Mauritz (vom Bekleidungshändler Mauritz Widforss). Der heutige H&M-Konzern aus Schweden verkauft weltweit Kleidung, Mode-Accessoires und Schuhe für Damen, Herren und Kinder sowie Kosmetik und Dekorationsartikel. Für 2021 meldete die H&M-Gruppe einen Nettoumsatz von knapp 199 Milliarden schwedischen Kronen.

H&M | Blockchain
Branche: Mode
Use Case: Transparenz in der Lieferkette von Rohmaterialien
Partner: TextileGenesis
Werkzeug: Token "Fibercoin"
Umfang: Dokumentation von mehr als 200 Millionen Kleidungsstücken bis Ende 2022

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