Die Gefahren alter Systeme

Nicht mit Windows ME oder 2000 ins Internet

12.06.2012
Von Frank-Michael Schlede und Thomas Bär
Frank-Michael Schlede arbeitet seit den achtziger Jahren in der IT und ist seit 1990 als Trainer und Fachjournalist tätig. Nach unterschiedlichen Tätigkeiten als Redakteur und Chefredakteur in verschiedenen Verlagen arbeitet er seit Ende 2009 als freier IT-Journalist für verschiedene Online- und Print-Publikationen. Er lebt und arbeitet in Pfaffenhofen an der Ilm.
Thomas Bär, der seit Ende der neunziger Jahre in der IT tätig ist, bringt weit reichende Erfahrungen bei der Einführung und Umsetzung von IT-Prozessen im Gesundheitswesen mit. Dieses in der Praxis gewonnene Wissen hat er seit Anfang 2000 in zahlreichen Publikationen als Fachjournalist in einer großen Zahl von Artikeln umgesetzt. Er lebt und arbeitet in Günzburg.

Sind Service Packs und Updates auch bei alten Rechnern wichtig?

In den Service Packs führt Microsoft eine große Anzahl von Korrekturen an seiner Software zusammen. Meist sind auch weitreichende sicherheitsrelevante Veränderungen integriert. Dazu gehörten schon bei SP2 für Windows XP:

  • Die Aktivierung der Firewall in der Standardeinstellung;

  • Das Hinzufügen des "Sicherheitscenter" zur Überwachung von Antivirus-Programmen;

  • Das Hinzufügen von Firewall und Update-Dienst.

  • Zudem wurde eine tief im System verankerte Einstellung deaktiviert, die dafür sorgte, dass Benutzer, die über das Netzwerk auf den XP-Rechner zugegriffen haben, immer automatisch (!) als "Gast" authentifiziert wurden.

Da der Gast-Account zugleich auch deaktiviert wurde, war das System in dieser Grundeinstellung deutlich sicherer gegenüber Fremdzugriffen.

Eine mit dem Service Pack 2 eingeführt Änderung erhöhte einst die Betriebssicherheit: Wer über das Netzwerk zugreift, hat in der Standardeinstellung nur noch Gast-Rechte.
Eine mit dem Service Pack 2 eingeführt Änderung erhöhte einst die Betriebssicherheit: Wer über das Netzwerk zugreift, hat in der Standardeinstellung nur noch Gast-Rechte.
Foto: Thomas Bär / Frank-Michael Schlede

Wichtig: Solche tiefgreifenden Änderungen zugunsten der Sicherheit gibt es für alte Betriebssysteme - und damit auch für Windows XP - nicht mehr. Hier lauert einer weitere Gefahr: Auch die Installations-Medien der Betriebssysteme werden üblicherweise mit dem aktuellen Service Pack ausgeliefert. Wer also mithilfe der Wiederherstellungs-CD einen alten Marken-PC wieder neu aufsetzt, arbeitet möglicherweise auf einem sehr alten Softwarestand. So haben wir testweise einen mittlerweile reichlich "verstaubten" DellDell Dimension 4500 mit der Original-CD wieder aufgesetzt, der danach ein Windows XP auf dem Stand von SP1 besaß. Wer dann vielleicht aus Bequemlichkeit oder aus Angst vor Ausspähung die "Automatischen Updates" deaktiviert, begibt sich in sehr große Gefahr - die oben aufgeführten Sicherheitslücken erfüllen leicht die Kategorie "Scheunentore". Alles zu Dell auf CIO.de

Zur Startseite